Text-Bild-Ansicht Band 282

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Maschine von B. Callen in New York zeigt. Die Trommel A ist nach Angabe der englischen Patentschrift Nr. 16 690 A. D. 1889 aus parallel zur Achse verlaufenden Stäben oder Rollen B zusammengesetzt und rotirt in einem Gehäuse, aus welchem ein Windflügel den Staub ebenso absaugt, wie der Flügel C dies aus dem Inneren der Trommel thut. Die Entfernung der Unreinigkeiten geschieht durch Schläger E aus Leder o. dgl. und Bürsten D bezieh. F, von denen die erstgenannten abwechselnd mit den Klopfern über den Teppich streichen, die letzteren dagegen beständig an demselben anliegen.

Textabbildung Bd. 282, S. 190
Textabbildung Bd. 282, S. 190
Auch bei der Verwendung cylindrischer Materialträger ist man in der Grösse der Teppiche beschränkt oder man muss die Träger sehr gross anfertigen und erschwert damit die Entfernung des Staubes. Es haben deshalb die den beiden letzten Ausführungsformen zuzuzählenden Einrichtungen eine weitgehende Verwendung nicht gefunden, vielmehr hat man denjenigen Reinigungsmaschinen den Vorzug gegeben, bei welchen das Arbeitsstück nicht auf einen seiner Grösse entsprechenden Träger aufgelegt, sondern frei hängend oder auf einer Unterlage ruhend an den Schlägern vorbeigeführt wird. Maschinen dieser Art sind älteren Datums. Die französische Zeitschrift Publication Industrielle bringt in einer Abhandlung: „Machines à battre les tapis de divers Systèmes et Machine à battre et brosser les tapis et coussins des voitures de chemin de fer“ eine Zusammenstellung solcher Einrichtungen, die wir mit Erlaubniss der Verleger hier wiedergeben.

Im J. 1838 erhielt Pichard ein französisches Patent auf eine Teppichklopfmaschine, bei welcher, wie Fig. 4 erkennen lässt, das Entfernen des Staubes aus dem Arbeitsstücke mit Hilfe aus geeignetem Material hergestellter Schlagstäbe A erfolgt, die auf einer wagerechten Achse B lose drehbar nach unten hängen, durch Hubdaumen C aus dieser Lage entfernt und mittels Federn D wieder gegen den Teppich geworfen werden, welcher sich von einer wagerechten Wickelwelle langsam abrollt und mit dieser gleichzeitig eine kurze hin und her gehende Bewegung ausführt.

Bei der durch das französische Patent vom J. 1842 geschützten Maschine von Guillonet bietet sich der Teppich der Thätigkeit von Schlägern in derselben Weise dar, nur folgt denselben noch eine Cylinderbürste, die den gelösten Staub abnimmt.

Ebenfalls in einer lothrechten Ebene läuft der Teppich. bei der im J. 1857 geschützten Maschine von Berger und Martile. Dieselben verwenden anstatt einer Cylinderbürste deren vier, und ordnen sie paarweise einander gegenüber zu beiden Seiten des Teppichs an, bürsten denselben also von beiden Seiten. Die Schlagstäbe schwingen ausserdem nicht um eine wagerechte, sondern lothrecht stehende Achse.

Berger vertheilt bei seiner durch französisches Patent im J. 1858 geschützten Maschine die Schlagstäbe auf zwei Wagen, welche zu beiden Seiten des Teppichs eine langsam hin und her gehende Bewegung ausführen und so die ganze Fläche des letzteren bearbeiten. Im Uebrigen gleicht die Maschine derjenigen von Berger und Martile.

Ebenso wie Berger bringt auch Gache bei seiner in den Fig. 5, 6 und 7 wiedergegebenen und durch ein französisches Patent im J. 1882/83 geschützten Maschine die Schlagstäbe auf zwei Wagen an, welche sich auf beiden Seiten des Teppichs entlang bewegen und so die ganze Fläche bestreichen. Beide Wagen stehen jedoch, wie Fig. 5 erkennen lässt, zwecks Vereinfachung der Mechanismen unter sich in starrer Verbindung und es schwingen die Schlagstöcke FF1 um wagerechte Achsen. Die Fortbewegung des den Klopfmechanismus tragenden Gestelles a erfolgt mit Hilfe der im unteren Theil desselben angeordneten endlosen Ketten c1 unter Mitwirkung eines Schaltgetriebes, welches die Ketten und somit den zwischen dieselben eingespannten Wagen sowohl in der einen als auch anderen Richtung bewegt. Der Antrieb der Schlagstäbe erfolgt von der Welle b aus, auf der mit Keilnuth verschiebbar das Rad b1 sitzt, welches nach beiden Seiten des Wagens hin durch Getriebe dd1d die Wellen ff1 in Umdrehung versetzt. Diese Wellen tragen die Daumen, welche auf die die Schlagstäbe haltenden, auf den Wellen g drehbar befestigten Winkelstücke so einwirken, dass sie die Schlagstäbe von dem Teppich abheben. Das Vorführen der letzteren gegen das Arbeitsstück erfolgt durch Federn, welche, wie die Fig. 5 und 6 erkennen lassen, auf an den Winkelhebeln angelenkten Zugstangen sitzen und von einer cylindrischen Hülse hh1 eingeschlossen werden, durch deren axiale Verschiebung in der Führung i die Spannung der Federn verringert oder erhöht werden kann, d.h. die Wirkung der Schlagstäbe eine schwächere oder kräftigere wird.