Text-Bild-Ansicht Band 282

Bild:
<< vorherige Seite

Der zu reinigende Teppich ist auf den mit Handhaben m versehenen Baum T aufgewickelt und legt sich auf dem unter den Schlägern vorgesehenen Tisch P auf, sobald er beim Drehen des Baumes T abgewickelt wird.

Textabbildung Bd. 282, S. 191
Anstatt den Teppich, wie bei den zuvor besprochenen Maschinen, den Schlagstäben lothrecht hängend darzubieten, hat man auch versucht, wie bereits früher erwähnt, den Teppich auf einer Unterlage ruhend den Klopfwerkzeugen vorzulegen. Die Unterlage entspricht der Grösse nach jedoch nicht, wie bei den in Fig. 2 und 3 wiedergegebenen Maschinen, der Grösse der Teppiche, sondern sie dient lediglich als Widerlager für die Klopfwerkzeuge. Maschinen dieser Art haben bis auf den heutigen Tag Vervollkommnungen erfahren und finden jetzt wohl die ausgebreitetste Verwendung. Besonders hat man bei ihnen die Führung des Teppichs in lothrechter Ebene ersetzt durch eine solche in wagerechter bezieh. geneigter Ebene und an Stelle der Schlagstäbe elastische Klopfwerkzeuge zur Anwendung gebracht.

Bei der durch französisches Patent im J. 1879 geschützten Maschine1) von Salomon und Jasmin wird, wie die Fig. 8 und 9 erkennen lassen, der zu reinigende Teppich, anstatt sich den Klopfern in lothrechter Ebene darzubieten, mit Hilfe eines über drei Leitrollen bcd geführten endlosen Transporttuches A in wagerechter Ebene fortbewegt. Das Klopfwerk hängt an zwei Gestellwänden B und besteht aus der Daumenwelle D, deren Knaggen auf die Ansätze F der auf Welle f drehbar angeordneten Schlagstäbe F1 wirken. Die genannte Welle f sitzt in zwei Wandungen E, welche drehbar auf der Achse der Schlagwelle D angeordnet sind und mittels des Zahngetriebes gg1G derart eingestellt werden können, dass die Schlagstäbe weiter von dem Teppich weg oder näher an denselben herangestellt werden können, also mit einer mehr oder weniger grossen Kraft auf den letzteren auftreffen, sobald die Hubdaumen der Welle D den Federn h gestatten, zur Wirkung zu kommen. Diese Federn schnellen die Klopfstäbe auf das Gewebe, sind aber unten mit einer Fortsetzung versehen, um nach erfolgtem Schlage ein sofortiges Wiederaufheben des Klopfers zu bewirken. Das Transporttuch besteht aus durch Walze c spannbaren Gurten, welche den Teppich den beiden Cylinderbürsten CC1 zuführen, die den durch die Schlagstäbe gelockerten Staub von beiden Seiten entfernen und ihn dann durch die Oeffnung H in einen Kaum führen, wo die Entfernung des Teppichs von den Transportbändern durch Lösen der ihn haltenden Klammern erfolgt.

Textabbildung Bd. 282, S. 191
Aehnlich der Maschine von Salomon und Jasmin ist die in den Fig. 10 und 11 wiedergegebene Maschine von Mayer, Langfelder und Hammerschlag in Wien, welche im J. 1881 durch ein französisches und das deutsche Patent Nr. 17619 unter Schutz gestellt worden ist. Der Teppich wird mittels Klammern an einem Gliedergurt derart befestigt, dass er über die Walzen aa1bc und d1 hinweggeht. Der Antrieb erfolgt an der äusseren Walze a, über welcher eine verstellbare gerade Bürste angeordnet ist, die den Teppich, noch bevor er in das Klopfwerk eintritt, von dem leichten oben haftenden Staube befreit, zugleich hat diese Bürste noch den Zweck, die Wolle des Teppichs, welche durch Feuchtigkeit verklebt ist, zu öffnen und für das Klopfen zu präpariren. Das Klopfwerk ist mit elastischen Schlingen F Fig. 10) versehen, welche von Rohr, gebogenem Holz, Guttapercha, Leder, Metall, Seilen o. dgl. sein können. Durch das Klopfen mit derartigen Schlingen wird der Teppich wenig beschädigt, was bei dem gewaltsamen Schlagen mittels der Stöcke, wie es bisher gebräuchlich ist, durch den sogen. Spitzenschlag stets geschieht. Das Klopfwerk wird durch die Hebedaumen D gehoben und durch Federn stark nach abwärts geschnellt, sowie die Daumen die Ansätze f loslassen. Um die Schlagkraft der Klopfer reguliren zu können und sie je nach Beschaffenheit des zu reinigenden Stoffes einzurichten, ist an dem Lager der Federn an den beiden Enden des Trägers je eine Stellschraube und eine Scala angebracht. Durch diese Schrauben werden diese Federn stärker oder schwächer gespannt und zugleich wird die Bürste der Leitrolle a mehr oder weniger genähert. Selbstverständlich können statt der Stellschrauben auch Federn und Gewichte angewendet werden. Der schwere Sandstaub fällt beim Klopfen durch den Teppich durch und gelangt auf die Staublade o, welche der ganzen Länge der Maschine nach angebracht

1)

Vgl. auch D. R. P. Kl. 8 Nr. 11859 vom 26. März 1880.