Text-Bild-Ansicht Band 282

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ist; dieselbe kann an den beiden Langseiten offen und geschlossen sein und verhindert das Schmutzigwerden des sich im unteren Theile befindlichen Teppichtheiles. Zur weiteren Schonung ist die Leitwalzenanlage derart angeordnet, dass die zu klopfende Teppichfläche eine schiefe Ebene bildet. Hierdurch wird der Widerstand, welcher dem Schlage entgegenwirkt, etwas abgeschwächt. Ausserdem ist in der Nähe der Stelle, auf welche beim Klopfen die Enden der Schlingen fallen, eine mit Guttapercha dick belegte Walze b angebracht, über welche der Teppich hinweggeht. Durch diese elastische Walze ist es dem Teppich ermöglicht, bei jedem Schlage etwas nachzugeben, wodurch der Schlag bedeutend gemildert wird und doch seinen Zweck vollkommen erfüllt. Die geklopften Stellen des Teppichs gelangen beim Vorwärtsschreiten auf die an den halbrunden Kanten mit Guttapercha belegte Sternwalze c, welche den Zweck hat, die Wolle zu theilen und sie durchsichtig aufzustellen, wodurch der Grund des Teppichs, in welchem sich der meiste Staub birgt, zur gründlichen Reinigung blossgelegt wird. Letztere wird durch das gegenüber der Sternwalze angebrachte Gebläse E, welches durch eine feine Spalte fortwährend gepresste Luft gegen den Teppich schleudert, bewirkt. Statt des Gebläses kann auch eine verstellbare Walzenbürste, welche gegenüber der Sternwalze angebracht wird, zur Reinigung des Teppichgrundes verwendet werden, wie dies in Fig. 11 in punktirten Linien angedeutet ist. Ausserdem wird der Teppich durch die beiden verstellbaren Bürsten gg1 von aussen und innen bearbeitet. Letztere Bürste, sowie die Walze d sind abnehmbar und lassen sich vor bezieh. in dem Lager, das sich auf Schienen verstellen lässt, befestigen, im Falle sehr lange Teppiche zu reinigen sind, für welche die Länge der Maschine selbst nicht mehr ausreicht. Vom Klopfwerke bis zum Gebläse ist die ganze Breite der Maschine durch eine Verschalung oder den Staubmantel abgeschlossen, in dessen Mitte sich oben der Staubtransporteur H befindet, der durch seine schiefgestellten Schaufeln, wenn er in Bewegung gesetzt wird, als Exhaustor wirkt. Nach gründlichem Klopfen und Bürsten wird der Teppich von den Klammern abgenommen und auf die Fläche des Wagens I gezogen. Das eine Ende wird in die gespaltene Wickelwalze eingeklemmt, der Teppich mit einer auf das Ende der letzteren gesteckten Kurbel gleichmässig aufgerollt, wodurch jeder Bruch vermieden wird, und hierauf auf den Teppichständer gebracht.

Johann Zacherl in Wien ist bei seiner durch das D. R. P. Kl. 8 Nr. 18954 vom 12. August 1881 (erloschen) und ein französisches Patent vom 11. November 1881 geschützten Maschine wieder dazu übergegangen, die Schlagstäbe auf beiden Seiten des Teppichs anzuordnen, wie es bereits Berger im J. 1858 gethan hat, nur ändern dieselben ihren Ort nicht. Der Teppich wird dabei in einer lothrechten oder von der lothrechten etwas abweichenden Ebene geführt, um das Abfallen der herausgeklopften Bestandtheile zu erleichtern und das Zurückfallen derselben auf den Teppich zu verhindern. Der abgeklopfte Staub wird unter Unterstützung eines Ventilators durch einen Schacht abgesaugt und der Teppich durch ein vom Klopfwerke vollständig getrenntes Bürstwerk auf beiden Seiten gereinigt und schliesslich mit Insectenpulver eingestreut.

Die Maschine besteht aus vier gesonderten Theilen, und zwar der Teppicheinschalt- und Gurt- oder Riemenspannvorrichtung A, der Klopfvorrichtung B, dem Bürstwerke C und der Einstreuvorrichtung D. Wie Fig. 12 erkennen lässt, befinden sich die Einschalt- und Klopfvorrichtung im unteren, die Bürst- und Einstreuvorrichtung im oberen Stockwerke und es läuft der auf endlose Gurte a gespannte Teppich während des Reinigungsprocesses durch den Fussboden zwischen beiden Stockwerken hindurch. Es können auch die Klopf- und Bürst Vorrichtung neben einander angeordnet sein und durch eine stehende Scheidewand getrennt werden. Die Teppicheinschalt- und Gurtspannvorrichtung besteht aus den Ständern b, welche auf in beliebiger Entfernung von einander auf oder in dem Fussboden liegenden Steinen montirt oder in sonst geeigneter Weise festgehalten sind. Diese Ständer b haben auf einer Seite in geeigneten Lagern die Rollen c, welche die Gurte oder Riemen a, die zum Transport der Teppiche dienen, nach bestimmter Richtung führen. Am anderen Ende der Ständer a befindet sich ein Schlitten d, welcher die Rollen c1 trägt.

Textabbildung Bd. 282, S. 192

Dieser Schlitten hat eine Stellschraube, um auf jedem beliebigen Punkte eingestellt werden zu können, so zwar, dass, wenn der eine oder andere der Transportgurte oder Riemen sich durch Spannung verlängert haben sollte, jede Rolle c1 für sich ganz unabhängig von den übrigen verschoben und dadurch der über sie laufende Gurt nachgespannt werden kann. Die Anzahl der Ständer b richtet sich nach der gewünschten Breite der Maschine, sie werden neben einander aufgestellt. Die Rollen c und c1 sitzen auf gemeinschaftlichen Achsen, welche von der Transmission von dem Riemen h angetrieben werden. Auf die Gurte oder Riemen a, welche die Fortbewegung des Teppichs bewirken, wird der letztere mittels Klammern aufgeheftet und dadurch in die oberhalb liegende Klopfvorrichtung gebracht. Diese Klopfvorrichtung B besteht aus zwei Reiben von Klopfstäben F, zwischen welchen der Teppich hindurchgeführt wird und die durch folgende auf den beiden Trägern G ruhende Mechanismen in Thätigkeit gesetzt werden. Auf je einer Achse sitzt eine Reihe von Winkelhebeln f, in deren aufwärts gebogenen Armen die ein wenig gebogenen Klopfstäbe F sitzen. Von dem anderen Arm eines jeden Winkelhebels