Text-Bild-Ansicht Band 282

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steht auf der Grundplatte A der Ständer B, an dem die Vorgelegewelle C lagert. Von den Antriebsscheiben D wird mit deren Welle zugleich eine grosse Scheibe E betrieben, über welche der Betriebsriemen geht, während auf der nebenliegenden gleich grossen Losscheibe F derselbe zurückgeht. Weil aber dieser Riemen gleichzeitig die stehende Fräsespindel G bethätigt, so wird durch Vermittelung dieser auch die liegende Sägespindel H getrieben.

Textabbildung Bd. 282, S. 197
Beide Spindel wellen laufen in Lagerbüchsen J und K, welche als Schrauben ausgebildet die Anstellung der Diamantfräsewerkzeuge ermöglichen. Ebenso ist beim Bett C die Einrichtung getroffen, mittels vier Tragschrauben M eine beliebige Herstellung des Tischschlittens N herbeizuführen.

Drehbank-Fräse für Steinsäulen.

Textabbildung Bd. 282, S. 197
Auf dem Support einer gewöhnlichen schweren Drehbank ist ein Lager für eine mit 120 Diamanten besetzte Fräsescheibe von 400 mm Durchmesser angebracht, deren Spindel unmittelbar von einer Deckentrommel mit 3000 minutlichen Umläufen angetrieben ist.

Mit diesem Werkzeuge werden 300 bis 360 Tausend Schnittangriffe in der Minute an dem zwischen den Drehbankspitzen langsam umlaufenden bis 3,3 m langen Säulenschaft ausgeführt und die Bearbeitung der Rundtheile vollendet.

Pregél.

Ueber Wärmebewegungen in den Cylinderwandungen der Dampfmaschinen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 149 d. Bd.)

Wir haben schliesslich noch von einer letzten Umgestaltung des Revelators zu berichten, die vorgenommen wurde, um denselben auch zur Bestimmung der Wirkungen des Dampfmantels benutzen zu können.

Wie Fig. 9 erkennen lässt, setzt sich derselbe wieder aus zwei senkrechten, concentrisch zu einander und zwischen Metallplatten liegenden Rohren zusammen, von denen das innere D eine Wandstärke von 25 mm, gleich derjenigen des Cylinders, das äussere Rohr E eine Dicke von 16 mm, gleich derjenigen des zum Cylinder gehörigen Dampfmantels, besitzt. In den zwischen den Rohren D und E liegenden Raum G tritt durch das Rohr O der vom Kessel kommende Dampf, während der Innencylinder D durch das Rohr H mit dem Cylinder der Dampfmaschine in Verbindung gebracht werden kann. Um den Innenraum des Rohres D ebenso sauber und glatt halten zu können, wie denjenigen des Dampfcylinders, ist ein durch Stange C von Hand beweglicher Kolben D angeordnet, dessen Durchbrechungen eine Berührung mit dem Stahlröhrchen A, welches behufs Ermittelung der Innentemperatur des Revelators mit Quecksilber angefüllt ist, nicht zulassen. Das Dampfhemd ist mit zwei Ablaufrohren K und I versehen, von denen das erstere den auf dem äusseren Rohre E, das letztere den auf dem Innenrohre D condensirten Dampf aufnimmt; zur Trennung dieser Condensationswässer dient ein Ring M, der in seinem oberen Theile eine bis zum Rohre K nach unten schräg zulaufende Rinne bildet, wodurch es möglich wird, den Einfluss einer jeden einzelnen Wandfläche bezieh. die in das Metall ihrer Wandungen übergetretene Wärmemenge zu ermitteln. Das ganze Instrument ist ausser mit einer Asbestschicht noch mit einer Filzumhüllung umgeben und um die Temperaturen in verschiedenen Tiefen der Metallwandungen messen zu können, sind dieselben wieder an den auf der Abbildung ersichtlichen Stellen mit durch Quecksilber ausgefüllten Bohrungen versehen. Ein Stahlröhrchen L dient noch zur Bestimmung der Temperatur des Dampfes im Mantel und um schliesslich auch die Temperatur der äussersten Oberflächenschicht des Rohres E kennen zu lernen, sind hier in derselben Weise wie früher kleine mit Quecksilber gefüllte Behälter angebracht.

Der Revelator wurde in dieser Gestalt vor kurzem mit dem grossen Cylinder der bereits mehrfach erwähnten Woolf'schen Maschine verbunden und die bezüglichen Wärmegrade für die absoluten Spannungen des Dampfes im Mittel von

3,83 3,13 2,43 1,38 1,21 und 1,03 k

gemessen.

Die Ergebnisse sind durch die in Fig. 10 ersichtlichen Schaulinien dargestellt.

Weitere interessante Versuche mit diesem Revelator stellte Donkin nach Bulletin de la Société d'encouragement, 1890 S. 672, an einer von ihm construirten kleinen Dampfmaschine an, welche nichts anderes als nur den unveränderlichen Widerstand eines Bremszaumes zu überwinden hatte.

Diese mit stehendem Cylinder von 152 mm Durchmesser und 203 mm Kolbenhub nach dem Hammersystem erbaute Maschine ist für eine Umdrehungszahl von mindestens 300 in der Minute construirt, und alle ihre Einzeltheile sind derartig gewählt, dass eine nahezu vollkommene Regelmässigkeit der Bewegung gesichert erscheint. Die