Text-Bild-Ansicht Band 282

Bild:
<< vorherige Seite

äusserst leichte Arbeit zu verrichten, während das zugehörige Uhrwerk die Aufzeichnung des Barometerstandes besorgt.

Textabbildung Bd. 282, S. 206
Fig. 2 veranschaulicht den Uhrwerksmechanismus, dessen Räder der besseren Uebersicht wegen in einer Linie über einander liegend dargestellt sind. Die Achse A trägt zwei Doppelräder B und C, jedes mit gewöhnlicher und conischer Verzahnung, wovon B lose auf der Achse sitzt und durch das Zwischenrad T von dem Federhaus L aus angetrieben wird. Beide Räder bilden mit dem zwischen ihnen spielenden conischen Rade S einen Differentialmechanismus. Das Doppelrad C wird mittels des Rades S durch das Gewicht P1 getrieben, welches an den über die Rolle P gewickelten Faden F befestigt ist, und hat den Zweck, das kleine Räderwerk abc in Thätigkeit zu setzen. Letzteres kommt unter Bedingungen, von denen weiter unten die Rede sein wird, jedesmal beim Sinken des Barometers in rapide Umdrehung. Von dem Federhaus L wird ein zweites Rädersystem efgh in Gang gesetzt, welches in eine Ankerhemmung endigt und acht Tage geht. Dieses Werk hat die Bestimmung, das mittels des Fadens F auf die Rolle P wirkende Gewicht aufzuziehen. Zur näheren Erläuterung dieses Vorganges dient die in grösserem Maasstabe dargestellte Ansicht Fig. 3. An der Achse des Differentialmechanismus sitzt ausserhalb des Uhrgehäuses ein Rad V (Fig. 2 und 3), welches in eine Zahnstange J greift. Diese Zahnstange trägt einen um X drehbaren Winkelhebel YXZ, dessen unteres Ende Y den Windflügel d anzuhalten hat, während das Ende Z sich auf die Stange U des Schwimmers (Fig. 1 und 3) stützt. Die Wirkungsweise des Ganzen ist nun folgende.

Nachdem das Federhaus aufgezogen ist, wird ein Gewicht an dem um die Rolle P geschlungenen Faden F befestigt. Die Hemmung E kommt in Gang, und mit dem Federhaus drehen sich durch Vermittelung des Zwischenrades T die Räder B und S (Fig. 2), sowie die Achse A des Differentialwerks nebst der Rolle P, alle nach gleicher Richtung, Der Faden wird somit angezogen und nimmt den Bleistift R (Fig. 1) im Sinne des Steigens des Barometers mit. Zugleich senkt sich aber auch die Zahnstange mit der Achse X des Winkelhebels, und da sich das Hebelende Z gegen die Schwimmerstange U anlehnt, so wird der Windflügel frei und das Räderwerk kommt in Gang. Das an F befestigte Gewicht bewegt nun die Rolle nach der anderen Richtung. Die Zahnstange geht daher jetzt in die Höhe und der Winkelhebel setzt mit seinem unteren Ende den Windflügel wieder in Stillstand. Solange der Barometerstand sich gleich bleibt, oscillirt die Rolle P beständig zwischen Steigen und Fallen um eine nicht wahrnehmbare Grösse, und der Bleistift zieht winzige Zickzacks, die nicht einmal mit der Lupe wahrgenommen werden können.

Wenn das Barometer steigt, so sinkt der Schwimmer, und der Windflügel v bleibt gehemmt, bis Z sich auf U stützt; in diesem Momente wird er wieder ausgelöst. Beim Sinken des Barometers steigt U und hebt Z; der Windflügel wird frei und dreht sich unter dem Einflüsse des Gewichtes, welches die Rolle P und das zugehörige Räderwerk ab (Fig. 3) in Betrieb setzt, bis X wieder die Höhe von Z erreicht. Der Mechanismus sucht, wie man sieht, immer Z und X in wagerechter Lage zu erhalten. Die mit dem Differentialräderwerk verbundene Rolle P läuft demnach, vom Faden F gezogen, bald nach der einen, bald den Faden ziehend nach der anderen Richtung. Es ist hieraus ersichtlich, dass das Federhaus das rechtsseitige Räderwerk in Bewegung setzt und zugleich das Gewicht P1 aufzieht, wogegen das linksseitige Räderwerk durch dieses Gewicht in Bewegung gesetzt wird.

Textabbildung Bd. 282, S. 206
II. Registrirendes Aneroidbarometer. Das in Vorstehendem beschriebene Quecksilberbarometer soll zwar, was seine Leistungen betrifft, nichts zu wünschen übrig lassen, seine Anwendung ist jedoch des hohen Preises wegen eine beschränkte. Redier hat daher für meteorologische Stationen, für die Marine u.s.w. ein neues auf dem Aneroidprincip beruhendes Barometer construirt. Dieses Instrument ist gleichfalls sehr genau, dabei leicht transportabel, bequem zu behandeln und bedeutend billiger. Die Kapsel desselben wirkt auf einen Zeiger, bei welchem das Schleifen der Feder auf dem Papier dadurch vermieden ist, dass alle 20 Minuten ein leichter Hammer einen Schlag auf dieselbe führt, wodurch auf dem vorübergleitenden Papierbande ein Punkt entsteht. Die sehr nahe an einander liegenden Punkte bilden dann eine Curve. Der Cylinder, welcher alle sieben Tage eine Umdrehung macht, wird durch ein in seinem Inneren befindliches Uhrwerk bewegt; er trägt seitwärts ein Excenter mit zwei Daumen, welches 1½ Umdrehungen in der Stunde macht. Auf diesem ruht der Stiel des Hammers, welcher in einer Stunde dreimal auf die Schreibfeder schlägt. Der obere Theil des Instrumentes ist um eine Achse drehbar, und nichts ist daher leichter, als die Feder zu reinigen und sie von neuem mit Tinte zu füllen. Um das Auswechseln des Papierbandes nach jeder Woche zu vermeiden, ist Redier auf den Gedanken gekommen, die Feder auf ein Blatt transparenten Celluloides, unter welches das carrirte Papier geleimt ist, punktiren zu lassen.

Beiträge zur Technologie der Chrompigmente.

Von Dr. Carl Otto Weber.

Mit Abbildungen.

(Schluss des Berichtes S. 138 d. B.)

Chromgrüne aus Chromgelb.

Ein Punkt, der in der Erzeugung eines tadellosen Chromgrünes eine ausserordentliche Rolle spielt, ist das zur Grünbildung verwendete Pariserblau. Die Anwendung eines ungeeigneten Pariserblau macht sich sehr deutlich bemerkbar, auch wenn alle die oben genannten Arbeitsbedingungen für die Erzeugung eines guten Grünes auf das Peinlichste beobachtet wurden. Pariserblau wird in einer grossen Anzahl von Nuancen fabricirt, die sich zwischen einem fast ultramarinähnlichen Ton bis zu einem tiefen Blau violett bewegen; reducirte oder gefüllte Blaue sind hierbei nicht berücksichtigt. Während die ultramarinähnlichen Pariserblaue, die unter den Bezeichnungen Stahlblau, Miloriblau, auch Chineserblau im Handel vorkommen, zur Erzeugung von Zinkgrünen unübertrefflich sind und