Text-Bild-Ansicht Band 282

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sind. Bei der Verwendung solcher Maschinen hat sich jedoch der Uebelstand herausgestellt, dass in Folge der bei Drehung der Welle h auftretenden Fliehkraft die einzelnen Kettentheile eine scharf gekrümmte Kettenlinie bilden und mit ihrem Scheitelpunkt den Teppich zu stark bearbeiten; ja auch in demselben hängen bleiben, sobald die geringsten Löcher vorhanden sind.

Um diesem Uebelstand abzuhelfen, hat man an Stelle der Ketten Streifen oder Seile aus Hanf oder Gummi angewendet und diese entweder in parallelen Streifen neben einander angeordnet, zum Zwecke die Schlagwerkzeuge besser zu beschweren oder nur an den freien Enden der letzteren.

Zwei Ausführungsformen der ersteren Art zeigen die Fig. 19 und 20. Die erstere rührt von W. und J. Bowie in Glasgow her und die zweite von Alex Orr in Edinburgh; und ist Gegenstand des englischen Patents 8429 A. D. 1887. Das Entfernen des Staubes erfolgt bei der Bowie'schen Maschine durch die Leder- bezieh. Gummistreifen a, welche unter sich wieder durch die gleichartigen Streifen c verbunden sind. Orr dagegen besetzt die Schläger n auf beiden Seiten mit je einem Seil gh aus Hanf oder Gummi.

Textabbildung Bd. 282, S. 211
Eine Teppichklopfmaschine, bei welcher die Klopfer nur an ihren freien Enden in Verbindung gebracht sind, ist in Fig. 21 wiedergegeben und rührt von F. Farmann in Huddersfield her. Derselbe verwendet nach Angabe der englischen Patentschrift 7607/85 hierzu Stränge c aus vulkanisirtem Kautschuk.

Textabbildung Bd. 282, S. 211
In der mechanischen Teppich-Reinigungsanstalt von Wallerstein und Kunft in Berlin ist eine Maschine in Betrieb, bei welcher die Schläger durch einfache Seile an ihren Enden verbunden sind. Die Ausführungsform der Maschine, mit deren Herstellung sich die Firma befasst, ergibt sich aus der Fig. 22 und gleicht im Wesentlichen derjenigen von Farmann. Der Teppich wird auf einen schmalen Tisch in die Maschine eingeführt und von den ankommenden Schlagwerkzeugen allmählig auf der Unterlage f nach unten gezogen, bis die die Maschine bedienenden Arbeiter das Gegentheil bewirken und ihn dann von neuem den Schlägern überlassen. Nachdem der Teppich von der einen Seite geklopft, wird er um 180 Grad in seiner Ebene gedreht und wieder eingeführt, bis die Klopfwerkzeuge etwaigen Staub nicht mehr lösen. Der in der Maschine entstehende freie Staub wird durch Rohre a abgesaugt, der grobe dagegen fällt zu Boden und der dem Teppich etwa noch anhaftende wird nach Entfernung aus der Maschine abgefegt. Der Tisch f, auf welchem, wie erwähnt, der Teppich gleitet oder seine Unterstützung findet, besteht nicht aus einem einzigen Stück, sondern aus einer Anzahl neben einander mit Abständen angeordneter Bänder aus Leder oder Gummi, wie bei den Maschinen, welche die Fig. 15, sowie 18–21 veranschaulichen.

Textabbildung Bd. 282, S. 211
Damit nun bei dem Auftreffen der Schlagwerkzeuge auf das Arbeitsstück der Schlag ein elastischer wird und in Folge dessen das letztere selbst, sowie auch die Maschine geschont werden, hat man den Tisch elastisch gelagert und hierzu zwei Ausführungsformen vorgeschlagen. Nach der einen wird jeder Theil des Tisches für sich elastisch gemacht und dieses dadurch erreicht, dass das eine Ende desselben, gewöhnlich das tiefer liegende, durch eine Feder oder dergl. mit den dem Tisch begrenzenden Rahmen in Verbindung gebracht ist; nach dem zweiten Vorschlag ist der die einzelnen Bänder tragende Rahmen, also der ganze Tisch, nachgiebig angeordnet. Für beide Lösungen sind eine ganze Anzahl Constructionen vorgeschlagen worden und es zeigen die Fig. 15, 19 und 23 drei solche, bei denen jeder Theil des Tisches für sich nachgiebig ist. Ch. Hinksmann (Fig. 15) führt die oberen Enden der Leder- oder dergl. Streifen c über Rollen e lothrecht nach abwärts und befestigt sie dort mittels einer Spiralfeder f am Gestell der Maschine, Bowie in Glasgow (Fig. 19) thut dies in gleicher Weise für die unteren Enden der Riemen oder Gurte. Jos. Tullidge in Kings Cross dagegen setzt den ganzen Tisch bei seiner durch das englische Patent 3217 A. D. 1889 geschützten Maschine aus parallel neben einander liegenden endlosen Riemen zusammen (Fig. 23), die er über je zwei Leitrollen c führt, während die Spannung eines jeden Riemens durch eine dritte Rolle c1 erfolgt, welche durch eine Feder d nach abwärts gezogen wird, also ihren Riemen immer gestreckt zu erhalten sucht.

Die vorstehend erläuterten Vorrichtungen sind in ihrer Herstellung und Instandhaltung ziemlich theuer, bieten aber dafür den im Folgenden gekennzeichneten gegenüber den Vortheil, dass die Arbeitsfläche bei verschiedener Dehnung der einzelnen Bänder stets eine ebene bleibt, was bei den in den Fig. 18 und 20 veranschaulichten nicht der Fall ist. Georg Lamb ordnet die untere Wange des Tisches derart an, dass sie beim Auftreffen der Klopfwerkzeuge nach unten nachgeben kann (Fig. 18), in gleicher Weise macht es auch Simmons bei seiner bereits erwähnten mit Kettenschlägern ausgestatteten Maschine. G. Orr setzt die unter Wange d des Tisches (Fig. 20) auf eine horizontale Drehachse und bringt dieselbe derart mit Zugfedern c in Verbindung, dass die Riemen für