Text-Bild-Ansicht Band 282

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gewöhnlich gespannt sind, beim Auftreffen der Klopfer aber nachgeben können.

Anstatt nur eine Seite des Tisches nachgiebig anzuordnen, hat man auch versucht, beide Seiten desselben elastisch zu lagern. Die Ausführungen bieten etwas Wesentliches jedoch nicht.

Bevor wir zu denjenigen Maschinen übergehen, bei welchen die Entfernung des Staubes durch ein Werfen beziehentlich Schütteln des Teppichs erfolgt, mag noch einer Einrichtung Erwähnung gethan sein, welche Gegenstand des englischen Patents 457 aus dem Jahre 1889 ist und den Zweck hat, die durch die Klopfwerkzeuge niedergeschlagenen oder den Gebrauch niedergetretenen Flor bei Plüschteppichen wieder aufzurichten. Diese Einrichtung besteht, wie Fig. 24 erkennen lässt, aus einem mit Stoff bespannten Dämpfkasten bc, welcher vor dem Klopfraum angeordnet ist, und einer über derselben rotirenden Cylinderbürste a, durch die der Flor gehoben wird.

Textabbildung Bd. 282, S. 212
Textabbildung Bd. 282, S. 212
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Die mit Schlagwerkzeugen (Klopfern) arbeitenden Teppich-Reinigungsmaschinen werden vielfach in Verbindung mit einer zweiten Art von Maschinen verwendet, welche den Zweck haben, Staub aufzulockern und einen Theil desselben zu entfernen, damit die Klopfmaschinen nur noch den Rest desselben zu beseitigen haben. Diese Art von Teppich-Reinigungsmaschinen, welche bisweilen auch allein zur Anwendung gebracht werden, bezeichnet man allgemein als Schüttelwerke. Ihre Construction beruht darauf, den zu behandelnden Teppich, welcher sich in zusammen gerolltem Zustande befindet, ein Stück zu heben und dann wieder herabzustürzen, worauf sich das Spiel wiederholt. Durch die sich folgenden Abstürze wird der Staub gelockert und es fällt der Schwere aus dem Teppich nach abwärts, während der eigentliche Flugstaub abgesaugt wird. Hervorgebracht werden die Bewegungen des Teppichs im allgemeinen durch rotirende trommelartige Gehäuse, in deren Innerem das Arbeitsstück liegt, jedoch hat man auch endslose Lattentische verwendet, welche das letztere auf ihrer Innenseite mitnehmen und abstürzen lassen.

Den trommelartigen Rotationskörpern hat man, wie die Fig. 25 bis 29 erkennen lassen, die verschiedenartigste Gestaltung gegeben, um einerseits die Mitnahme des Teppichs nach oben zu sichern, andererseits aber auch das Abstürzen desselben möglichst oft vor sich gehen zu lassen. Ihr Umfang wird entweder aus gitterförmig zusammengesetzten Latten oder einem Drahtgeflecht gebildet und ihre Drehung durch ein directes Riemengetriebe bezieh. Reibungsrollen, auf welchen die Trommel mit Spurkränzen ruht, hervorgerufen, wie es Fig. 27 erkennen lässt.

Textabbildung Bd. 282, S. 212
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Von den im Querschnitt sternförmig gestalteten Schütteltrommeln (Fig. 27) ist man in neuerer Zeit immer mehr abgegangen, da es sich herausgestellt hat, dass der Teppich sehr oft in den rinnenförmigen Theilen der Trommel hängen bleibt. In erhöhtem Masse zeigt sich dieser Uebelstand bei den Maschinen, bei welchen das Arbeitsstück zwischen einem cylindrischen Mantel und dem Umfang der Trommel läuft (Fig. 27a), also nicht frei in den Raum der letzteren fallen kann. Die in Verwendung befindlichen Trommeln haben vielmehr gewöhnlich einen Querschnitt, wie ihn die Fig. 25 und 26 veranschaulichen. Beide Ausführungsformen rühren von Ryder in Elizabeth, V. St. A. her, und die erste ist Gegenstand des englischen Patents 5010 A. D. 1880. In den Ecken der Trommel sind Rollen angeordnet, gegen die sich der Teppich stutzt und welche ihm beim Abstürzen gleichzeitig eine Drehbewegung bezieh. seitliche Verschiebung geben. Die zweite Einrichtung (Fig. 26) ist durch das englische Patent 4913 A. D. 1883 geschützt. Die Führungsrollen b sind bei denselben nicht in den Ecken gelagert, sondern drehen sich lose in Spurkränzen vor den Seitenwandungen