Text-Bild-Ansicht Band 282

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auf die Haltbarkeit des Gummizuges zerstörend wirkende Mikroorganismen geeignet ist. Auf beides wurde daher der Kleber geprüft (Säure und Pilze).

Sodann wurde die Zusammensetzung der Kautschuklösung ermittelt. Dieselbe war von Wichtigkeit, da die Kautschuklösung nicht nur als Bindemittel zwischen Unter- und Oberstoff zur Anwendung gelangt, sondern auch durch dieselbe das Anhaften der die Elasticität bewirkenden Gummifäden vermittelt wird. Die Untersuchung erstreckte sich auf den Gehalt an Wasser, Fett, Säure, Alkali und mineralische Bestandtheile.

Zum Schluss war noch der weisse Unterstoff, sowie der schwarze Oberstoff einer Prüfung zu unterziehen.

Die Anwendung der angeführten Reagentien und die Ausführung obiger Versuche führte zu folgenden Resultaten.

Nach der mikroskopischen Prüfung bestehen die Elastiques aus:

1) weissem Unterstoff;

2) schwarzem Oberstoff;

3) zwischenliegenden Kautschuk faden und vulkanisirtem Kautschuk;

4) weissen, neben den Gummifäden verlaufenden Baumwollfäden;

5) einer Kautschukklebmasse von unvulkanisirtem Kautschuk.

Zur besseren Orientirung dienen die beigedruckten Zeichnungen.

Fig. 2 zeigt den Durchschnitt des Stoffes in der Querrichtung. Hier kleben Ober- und Unterstoff vollständig an einander.

Wird der Stoff in der andern Richtung durchschnitten, so zeigt der Querschnitt ein Bild, wie es Fig. 3 darstellt. Der Gummifaden ist hier nicht seiner ganzen Länge nach am Ober- und Unterstoff befestigt, sondern haftet nur an einzelnen Punkten dieser beiden. Ober- und Unterstoff sind vollständig von einander getrennt.

Textabbildung Bd. 282, S. 230
Nachdem nun die Gummifäden sich in Spannung befinden, werden sie versuchen, an den Stellen, an welchen sie mit dem Ober- und Unterstoff befestigt sind, sich loszureissen. Die Spannung wird in Fig. 4 veranschaulicht. Der Halt der Gummifäden wird dadurch bedingt, dass der Kautschukklebstoff mit Hilfe von unzähligen, sehr feinen Fäserchen diesen an die feinsten Baum- und Schafwollfäserchen des Unter- und Oberstoffes ankittet (vgl. Fig. 5).

Dass die feinen Kautschukfäserchen gegen chemische Einflüsse äusserst empfindlich sein müssen, ist unmittelbar einleuchtend, und wir suchten daher diejenigen Wirkungsmittel kennen zu lernen, welche den feinen elastischen Fäserchen ihre Widerstandskraft gegen das Zerreissen zu entziehen im Stande sind.

Die Untersuchung der übrigen bei der Fabrikation verwendeten Rohmaterialien ergab folgende Resultate:

Die fractionirte Destillation der Kautschuklösungsmittel bot wenig Bemerkenswerthes.

Textabbildung Bd. 282, S. 230
Der Kleber war von schwach saurer Reaction und durch seine Natur geeignet, Fäulnissprocesse einzuleiten.

Die Kautschuklösung war frei von Wasser, Fett, Säure, alkalischen Substanzen und mineralischen Bestandtheilen.

Der weisse Unterstoff und der schwarze Oberstoff waren durchaus normal.

Der schwarze Farbstoff ist mit Blauholz und doppelt-chromsaurem Kali erzeugt. Er ist in den in Betracht zu ziehenden Lösungsmitteln vollständig unlöslich und verändert sich nicht beim längeren Lagern.

Textabbildung Bd. 282, S. 230
In den Stoffen waren keine Ingredienzien nachzuweisen, die durch ein schlechtes Auswaschen derselben nach dem Färben hätten zurückbleiben können.

An den Stellen, wo die Elastiques an die Schuhobertheile angesteppt, angeklebt und angebügelt sind, zeigte sich eine gelbbraune, bisweilen rothfleckige Färbung. Die betreffenden Stellen fühlen sich theils fettig an und erscheinen die Gummifäden zerflossen. An manchen Stellen erscheinen wiederum die Gummifäden glatt durchschnitten.

Die angestellten Versuche ergaben folgende Resultate:

Auf den guten Zusammenhang der Elastiques sind ohne Einfluss:

1) kaltes Wasser;

2) Mineralsäuren jeder Art, ausser in stark concentrirtem Zustande;

3) Alkalien jeder Art, ausser in stark concentrirtem Zustande;

4) organische Säuren in verdünntem, wie in concentrirtem Zustande;

5) Salzlösungen jeder Art und jeder Concentration;