Text-Bild-Ansicht Band 282

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werden, sobald durch einen hubbegrenzenden Anschlaghebel des Schlittens die Schneidbacken geöffnet j worden sind.

Textabbildung Bd. 282, S. 237
Das Fräsewerk zum Schneiden der Gewindebacken besteht aus einer Fräse M mit winkelrecht zur Drehungsachse gestellten Riffenkreisen, deren Spindel im Lager L durch Winkel- und Schrägzahnräder N von der Riemenscheibe O in rascher Gangart bethätigt wird, während der Antriebriemen von der Stufenscheibe Z abgeworfen ist. Nun treibt diese Riemenscheibe O ausserdem noch durch Vermittelung eines Schneckentriebwerkes P die Antriebwelle A mit den beiden Schnecken A und E, durch welche sowohl die Drehung des Backenkopfes B, als auch die Steuerung des Schlittens D durchgeführt wird.

Textabbildung Bd. 282, S. 237
Das Lager L für die Fräsespindel M wird nur während des Fräsebetriebes auf dem Klemmbacken C belassen und bei regelrechtem Arbeitsbetrieb aber entfernt.

Lüftungsanlagen im Anschlusse an die gebräuchlichen Heizungssysteme und eine kritische Beleuchtung dieser letzteren.

(Eine Artikelfolge von F. H. Haase, gepr. Civilingenieur, Patentanwalt in Berlin.)

(Fortsetzung des Berichtes Band 282 S. 57.)

Mit Abbildungen.

IX. Besprechung ausgeführter Lüftungsanlagen.

Um Klarheit darüber zu gewinnen, wie eine Lüftungsanlage unter gegebenen Verhältnissen wahrscheinlich am zweckmässigsten einzurichten sein dürfte, ist es immer nothwendig, eine Anzahl unter ähnlichen Verhältnissen ausgeführter Lüftungsanlagen kennen zu lernen und zu erforschen, in wie weit sich dieselben im Laufe der Zeit als befriedigend und in wie weit sie sich als gerechten Wünschen nicht entsprechend erwiesen haben; denn bei alleiniger Erwägung auf Grund theoretischer Lehren ist man immer leicht geneigt, sich von momentanen Eingebungen leiten zu lassen, welche die nöthige Objectivität späterhin oft sehr vermissen lassen.

Geht man von diesem Gesichtspunkte aus, so wird man es immer entschuldigen müssen, wenn eine unter ganz neuen Verhältnissen projectirte Lüftungsanlage sich späterhin in der einen oder der anderen Hinsicht als nicht vollständig zufriedenstellend erweist.

Hierauf möchte ich, bevor ich zur Besprechung einer Reihe von ausgeführten Lüftungsanlagen übergehe, ganz besonders aufmerksam machen und betonen, dass ich mich für verpflichtet halte, die Mängel derselben in gleicher Weise wie ihre Vorzüge zu erwähnen, weil ich nur so die Nutzanwendung der vorhergehenden theoretischen Betrachtungen hinreichend erläutern kann.

Von den anzuführenden Anlagen, welche zum Theil in weiteren Kreisen sehr bekannt sind, werde ich nur diejenigen näher benennen, welche sich als in der Hauptsache nachahmungswürdig erwiesen haben.

Es bleibt immer eine missliche Sache, eine Lüftungsanlage projectiren und ausführen zu müssen, ohne alle sich im Laufe der Zeit vielleicht geltend machenden besonderen Umstände zu kennen; denn wie leicht durch einzelne bei der Projectirung nicht berücksichtigte Umstände eine kostspielige Lüftungseinrichtung vollständig entwerthet werden kann, davon kann man sich bei einer grossen Anzahl von mit Lüftungseinrichtung ausgestatteten Anlagen oft in wenigen Augenblicken überzeugen.

So habe ich beispielsweise in Berlin ein vor wenigen Jahren erbautes Schulhaus näher besichtigt, vor dessen sehr niedrigem Luftschacht lange Zeit ein Sandhaufen lag, von welchem fortwährend mehr oder weniger grosse Staubmassen in die Luftkammer hineingeweht wurden und wegen des ohnehin sehr mangelhaften Luftfilters, welches sich dort befindet, auch in alle Schulräume hineingelangten, woselbst sie natürlich, insbesondere bei hoher Temperatur der einströmenden Luft, gesundheitswidrige Folgen haben mussten.

Ferner habe ich eine Reihe von Schulgebäuden in einer anderen Stadt besichtigt, in welchen man im Winter die Luft von den Gängen (Corridoren) aus durch Lüftungsöfen in die Schulräume hineinsaugen lässt, was zwar im Allgemeinen überhaupt nicht gerade zu empfehlen ist, hier aber als ganz besonders fehlerhaft bezeichnet werden muss, weil das Heizen der Oefen von den Gängen aus erfolgt und dazu ein Brennmaterial verwendet wird, welches sich als bedeutender Rauch- und Staubentwickler erweist, so dass die Gänge meistens mit einer schwarzen Staubschicht dicht bedeckt sind. Natürlich konnte es unter solchen Umständen nicht fehlen, dass die Wände der Schulzimmer binnen sehr kurzer Zeit ebenfalls von Kohlenstaub völlig geschwärzt wurden, zum ersichtlichen Beweise dafür, dass Lehrer und Schüler fortwährend Kohlenstaub einathmen mussten.

Weiterhin habe ich in einer grösseren Bezirkshauptstadt ein Centralgefängniss besichtigt, in welchem ich die eigenthümliche Bemerkung machte, dass in den Arbeitsräumen der männlichen Gefangenen die Luft förmlich nach Staub roch und dass nicht allein die durch diese Räume hindurchgelegten Lüftungsröhren dicht mit Staub bedeckt waren, sondern auch die Gesichter der Gefangenen alle abschreckend staubgrau erschienen, wohingegen in der Abtheilung für weibliche Gefangene die Luft äusserst rein