Text-Bild-Ansicht Band 282

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Haupträumen und einem dunklen Nebenraume, alle drei Räume liegen in gerader Linie hinter einander und haben offene Verbindung von grosser Breite mit einander, nur der dunkle Nebenraum ist durch einen schweren Thürvorhang T5 von den anderen Räumen absperrbar. Alle drei Räume haben verschiedene Höhe, und während die Fensterseite F1T10F2 des vordersten Raumes an der Verkehrsstrasse nach Süden zu liegt, liegen die Fenster F3–F6 des zweiten Raumes an einem sehr kleinen, 17 m hoch von Miethswohnungen umgebenen Hofe, während der dunkle Nebenraum nur ein 2 m hoch über seinem Fussboden befindliches, 1 qm grosses in das Treppenhaus eines Quergebäudes mündendes Fenster besitzt.

Die unmittelbar auf die Strasse führende Thüre T10 bleibt im Winter fortwährend geschlossen und ist in gleicher Weise wie die beiden Fenster F1 und F2 über dem Fussboden bis zu einer Höhe von 1,8 m über demselben mit Wollfries dicht behangen. Die Verbindungsthüren zwischen dem Gastlocale und der im Kellergeschoss befindlichen, fast völlig ungelüfteten Küche stehen fortwährend offen, so dass der Küchendunst über die zur Küche führende Treppe ungehemmt durch das Büffet hindurch in das Gastlocal eindringen kann.

Textabbildung Bd. 282, S. 239
Dieses wird durch zwei, durch Wasserleitungswasser betriebene Saugventilatoren (Aereophore) gelüftet, von denen der eine I, im Hintergrunde des Büffets befindlich, zwei Zuleitungsröhren besitzt, welchen die Luft bei a und b durch 2,9 m über dem Fussboden vorgesehene, 0,4 × 0,35 m grosse Mauerdurchbrechungen zuströmt, welche ihrerseits durch aufwärtsgerichtete Jalousieklappen verschliessbar und in der Regel zur Hälfte verdeckt sind, da diese Jalousieklappen zumeist in der Richtung von 30° gegen die Senkrechte eingestellt sind. Die Abzugsleitung mündet über dem sehr niedrigen, mit Glas eingedeckten Dache des Herrenabortes. Der andere Absaugeventilator II befindet sich in der hintersten Ecke der Fensterwand des mittleren Raumes nahe unter der Raumdecke und bläst die ihm durch gegitterte Oeffnungen bis in unmittelbare Nähe frei herzuströmende Luft durch einen Fensterausschnitt in den Hof hinaus.

Die Wirkung dieser beiden Luftabsaugeventilatoren ist leicht zu übersehen. Die von der Küche herzuströmende Luft wird, so lange der Dunst in derselben nicht allzusehr überhand nimmt, bei b vor und über dem Büffet abgesaugt, sehr häufig jedoch genügt der Abzug bei b dafür nicht und dann strömt ein Theil der aus der Küche kommenden Luft durch den ganzen mittleren Localraum hindurch dem hier befindlichen Luftabsauger II zu. Ebenso strömt ihm von Zeit zu Zeit ein Luftstrom aus dem Damenabort zu, weil dieser nicht für sich selbst gelüftet ist.

Der Luftabzugsöffnung bei a strömt nur Luft aus dem vor der Büffetmauer befindlichen Vorderraume zu, und da diesem selbst aus anderen Räumen keine Luft zuströmt, so lässt hier die Luftreinheit niemals zu wünschen übrig.

Da ferner der Herrenabort für sich selbst gut gelüftet ist und das Local nur selten sehr stark besucht ist, so ist auch die Luft in den unmittelbar am Büffet liegenden Raume sowie in dem am Hofe liegenden mittleren Raume im Allgemeinen nicht mangelhaft, so lange sich die Küche hier nicht zu sehr bemerkbar macht, und, so lange die Zugangsthür T2 geschlossen ist, können auch nur die unmittelbar an den Fenstern F1 und F2 sowie an der Thür T10 befindlichen Plätze bei sehr niedriger Aussen- und sehr hoher Raumtemperatur als zugig bezeichnet werden.

Sobald dagegen die Zugangsthüre T2 geöffnet und nicht alsbald sorgfältig geschlossen wird, bevor die am Vorbau befindliche Thüre T3 geöffnet wird, macht sich alsbald ein mehr oder weniger starker Luftzug in dem Sinne bemerkbar, wie er durch die in der Figur eingezeichneten, von dieser Thür nach den drei Absaugestellen des Locales hingerichteten Pfeilzügen angedeutet ist. Dieser Luftzug ist für einige Plätze so empfindlich, dass man es zur Zeit vorzieht, die beiden Luftsaugeventilatoren für gewöhnlich ausser Betrieb und nur zeitweise, wenn die Luft wegen Mangel an Reinheit unerträglich zu werden beginnt; in Thätigkeit zu setzen; ja selbst dann, wenn die Ventilatoren nicht in Thätigkeit sind, die Abzugsröhren