Text-Bild-Ansicht Band 282

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Schieber k in die Stellung Fig. 19 gebracht. Dabei schlagen die Greifer v, welche mittelst Stangen v1 am Schieber k angreifen, herum und halten den Rohrstengel fest; gleichzeitig wird der lange Schenkel des doppelarmigen Hebels d, dessen kurzer Schenkel ebenfalls am Schieber k angreift, um seinen Drehpunkt i nach oben bewegt, so dass sich die Drähte c hinter die Spulen mit dem Bindedraht legen.

Textabbildung Bd. 282, S. 254

Darauf werden die Spulen aus ihrer Stellung rechts von den Drähten c links von denselben in die Stellung Fig. 20 gezogen, indem der Arm u, welcher an der seitlich verschiebbaren Stange n sitzt, mit dieser vom Hebel d gehoben wird und in ein Führungstück eingreift, welch letzteres und mit ihm die Stange n unter Vermittlung eines Curvenrades im geeigneten Zeitpunkt seitlich verschoben wird. Die Stange n trägt kleine Nasen o, welche in entsprechende Löcher p der Spulenkästen greifen und daher bei ihrer seitlichen Bewegung sämmtliche Spulen mitnehmen.

Textabbildung Bd. 282, S. 254

Darauf gehen die Hebel d mit dem Arme u, der Stange n mit den Nasen o, sowie auch die Greifer v in ihre Anfangsstellung zurück, und der erste Rohrstengel ist festgebunden. Nun wird der zweite Stengel aufgelegt und die Aufwärtsbewegung wie vorhin ausgeführt. Das Curvenrad schiebt aber nach wieder erfolgter Aufwärtsbewegung der Hebel d beim zweiten Stengel die Spulen wieder rechts von den Drähten c und so wiederholen sich die Spiele des Webstuhles von neuem.

2. Rohr- und Holzstäbchenmatten, bei welchen die Stäbchen durch Zusammendrehen der Ketten festgebunden sind.

Friedrich Scherrbacher und Ernst Buchheim, in Feucht bei Nürnberg zwirnen auf der Maschine zur Herstellung von Rohrmatten (D. R. P. Kl. 86, Nr. 17673)5) die Rohre zwischen Gruppen von je zwei Drähten ein; der Betrieb der Maschine erfolgt durch die Hand des Arbeiters. Zur Herstellung der Matten ist ein System von lothrechten Spindeln vorhanden, deren jede von einer horizontalen Achse gekreuzt wird, welche an beiden Enden je eine auf ihr drehbare Spule mit Bindedraht trägt. Von diesen Spulen aus gehen die Bindedrähte (von je zwei auf derselben horizontalen Achse sitzenden Spulen) über einen gemeinschaftlichen unten an der lothrechten Achse sitzenden Steg, welcher die Drähte nach Art eines Webefaches auseinander hält, worauf sich die Drähte etwas unterhalb eines Systems von Greifern wieder vereinigen, indem sie spiralförmig um einander gewunden sind, um dann nach dem Warenbaum zu gehen. Zur Erzeugung der Matten wird ein Rohr in das von den Bindedrähten gebildete Fach seitlich eingeschoben, von den Greifern festgehalten und durch Drehung der lothrechten Spindeln werden die Bindedrähte mehrmals um einander gewunden, welche dadurch den Rohrstengel umspannen und festhalten. Bei dem Einzwirnen des zweiten Rohres erfahren die lothrechten Spindeln eine Drehung im entgegengesetzten Sinne, wodurch die Drähte das Rohr in entgegengesetzten Windungen, wie zuvor, umwickeln.

Ernst Buchheim in Nürnberg und Friedrich Scherrbacher in Feucht bei Nürnberg haben bei der Maschine zur Herstellung von Rohrmatten (D. R. P. Kl. 86, Nr. 21603), Fig. 21 und 22, die zuletzt beschriebene Maschine so abgeändert, dass dieselbe sowohl zur Anfertigung von Rohrmatten, bei welchen die Rohre in Bindedrähte eingezwirnt sind, Fig. 23 und 24, als auch zur Herstellung solcher Matten benutzt werden kann, bei welchen die Rohre auf

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1882, 246, 74.