Text-Bild-Ansicht Band 282

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dem Kluppenrahmen D und dem Grifftheil C, zwischen welchen das mittlere Schneideisen B befestigt ist.

Textabbildung Bd. 282, S. 264
In Seitenführungen F der beiden Endstücken D und C laufen die beiden äusseren Schneideisen A, über welche ein laschenförmiges Herz E geschoben wird, wodurch mittels Zwischenkeile oder Beilagen für die passende Lochgrösse die Verbindung durch die Anzugschraube I zu erhalten ist.

Für den Schneidkluppenkopf sind nebst den erforderlichen Schneidbacken noch die Beilagen G bezieh. die Druckschraube H vorgesehen.

Textabbildung Bd. 282, S. 264

G. Schmidt's Schraubengewindefräsebacken.
Fig. 49 bis 51.

Der stählerne Schneidbacken B ist. gebohrt und mit Gewinde ausgeschnitten. In die obere muldenförmige Erhöhung sind tangential auslaufende Nuthen mit dem Fräse Werkzeug A eingeschnitten, wodurch eben soviel Schneidkanten gebildet werden. (D. R. P. Nr. 44421 vom 9. Februar 1888.)

Das Elektricitätswerk der Stadt Königsberg i. Pr.

Mit Abbildungen.

Die Firma Gebrüder Naglo in Berlin hat in der Festschrift für die vom 26. bis 29. August d. J. zu Frankfurt a. M. tagende Versammlung deutscher Städte-Verwaltungen eingehende Mittheilungen über drei von ihr ausgeführte besonders interessante elektrische Anlagen gemacht; welche gewissermassen als Typen angesehen werden können. Die eine befindet sich in dem 1889 und 1890 erbauten städtischen Krankenhause Am Urban in Berlin; die zweite und dritte sind Centralanlagen in einer kleineren Stadt (Blankenburg a. H.) und in einer grösseren Stadt (Königsberg i. Pr.). Ueber die letzteren beiden entnehmen wir der Festschrift Folgendes.

Die Stadt Königsberg übertrug im Sommer 1889 der Firma Gebrüder Naglo die Ausführung des elektrischen Theiles der geplanten Centralanlage. Dieselbe sollte 8000 Glühlampen zu 16 N. K. oder deren Gleichwerth gleichzeitig zu speisen vermögen; das Leitungsnetz, welches von vornherein zu einer Leistung von 30000 Glühlampen gedacht war, sollte im Fünfleitersystem ausgeführt werden. Die Arbeiten wurden seitens der beauftragten Firma im September 1889 in Angriff genommen, der Betrieb am 1. October 1890 eröffnet. Da das Werk im reinen Fünfleitersystem ausgeführt und das erste und bisher einzige dieser Art ist, so ist ihm ein besonderes, auch historisches Interesse gesichert. Die Ausführungen zeigen in ihrer Gesammtheit und in Einzelheiten manches Bemerkenswerthe.

Der Stromverbrauch beschränkt sich zunächst auf Entnahme zu Beleuchtungszwecken und zwar sind es aussei* öffentlichen Gebäuden vorzüglich Verkaufsläden, Geschäftsräume und Restaurationen, welche bis jetzt angeschlossen sind. Die Lieferung von Strom zum Betriebe von Motoren ist in Aussicht genommen und auch die elektrische Beleuchtung der Strassen und Plätze der Stadt in Erwägung gezogen.

Bei den Anschlüssen der einzelnen Hausanlagen wurde der Grundsatz festgehalten, dass bei kleineren Abzweigungen bis zu 12 Ampère nur zwei Zuleitungen von den fünf Leitungen des Netzes aus in das Haus eingeführt wurden, bei 12 bis 24 A. wurden drei, bei 24 bis 36 A. vier und bei höherer Stromentnahme alle fünf Leiter in das Haus bis zum Schaltbrett geführt. Die Verbrauchsspannung an den Klemmen der Lampen beträgt 110 Volt, so dass also zwischen den beiden Aussenleitern 440 V. Gebrauchsspannung herrscht.

Von den im Keller der Häuser angebrachten, aus Hauptbleisicherungen und Hauptausschaltern bestehenden Hausanschlüssen führen eisengepanzerte Kabel an das Leitungsnetz in den Strassen. Dieses ist; wie schon erwähnt, durchweg nach dem Fünfleitersystem ausgeführt worden und dehnt sich schon jetzt auf den grössten Theil des Stadtgebietes aus. Die Gestalt und Lage des Netzes bezieh. der zu beleuchtenden Strassen, besonders aber auch die Lage der Centralstation gegen das Netz ist insofern eine ungünstige zu nennen, als das Netz sich sehr schmal und lang hinzieht und das Elektricitätswerk nicht annähernd in den Schwerpunkt des Verbrauches gelegt werden konnte.

Die Anwendung der Mehrleitersysteme ist bekanntlich auf das Bestreben zurückzuführen, die Stromstärke bei Gleichstromanlagen durch Hintereinanderschaltung von Lampen im Interesse einer billigeren Leitung zu vermindern, während durch die Mittelleiter das Ein- und Ausschalten einzelner Lampen ermöglicht wird. Man vertheilt also elektrische Energie unter entsprechender Erhöhung der Spannung durch kleine Stromstärken und hat hiermit den unschätzbaren Vorzug verknüpft, dass die Anwendung von Speicherzellen gestattet bleibt. Der hohe Werth dieser Speicher für die elektrische Energie hinsichtlich der Rentabilität und Sicherheit des Betriebes hat denselben überall schnell Eingang verschafft. Bisher ist von den Mehrleitersystemen hauptsächlich das Dreileitersystem zur Anwendung gebracht, die Königsberger Anlage im Fünfleitersystem muss als ein weiterer bedeutungsvoller Schritt in dem erwähnten Sinne betrachtet werden, welcher in jeder Beziehung ein glücklicher genannt werden kann. Die Belastungsschwankungen in den einzelnen Abtheilungen