Text-Bild-Ansicht Band 282

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Schaltwand aufgestellt. An dieser sind sämmtliche zum Betriebe der Anlage erforderlichen Apparate angebracht (vgl. Fig. 10). Der von den Maschinen erzeugte Strom wird hier durch Bleisicherungen, selbsthätige Ausschalter, Strommesser und Hauptausschalter, und von hier aus, je nach dem jeweiligen Betriebe, in die Speicherzellen oder in das Leitungsnetz geführt. Die an der Schaltwand ebenfalls angebrachten Doppelzellen Schalter haben den Zweck, beim Laden der Speicherzellen schon geladene Zellen abzuschalten oder beim Entladen Zellen selbsthätig ab- oder zuzuschalten, um hierdurch die Betriebsspannung unter denselben Bedingungen zu ändern, wie es früher bei den Dynamo geschah. Die übrigen Apparate dienen zur Regulirung der Maschinenspannung, zur Messung der Spannung an den einzelnen Theilen der Stadtanlage, oder zur Regulirung der Spannung an den Speisepunkten u.a.m. Hierbei sei besonders auf die Differentialvoltmeter aufmerksam gemacht, welche den Zweck haben, die Abweichung der Spannung des einen Speisepunktes von der mittleren Spannung anzuzeigen. Diese Apparate erleichtern den Ueberblick über die Spannungsverhältnisse im Netze und geben im Verein mit den Generalvoltmetern dem Maschinenwärter stets ein genaues Bild über die Zustände in der Leitung. Ausserdem sind zahlreiche Stromrichtungsanzeiger eingeschaltet, welche die Beurtheilung der Stromverhältnisse in den Mittelleitern des Netzes erleichtern oder beim Parallelbetrieb von Maschinen und Speicherzellen erkennen lassen, ob die letzteren Strom abgeben oder empfangen. An der anderen Seite des Maschinenhauses sind vier Dampfkessel (Röhrensystem von Dürr-Ratingen) aufgestellt, welche die Maschinen mit Dampf von 10 at Ueberdruck versehen. Kohlengelass, Schreibzimmer und Nebenräume vervollständigen das Elektricitätswerk.

Textabbildung Bd. 282, S. 267
Der stärkste Betrieb fand bisher in der Zeit zwischen 6 und 8 Uhr statt, was sich aus dem Charakter der hauptsächlich beleuchteten Räumlichkeiten erklärt. Die Nachfrage nach elektrischem Strom war von Anfang an sehr lebhaft und man hat sich so schnell an die Vorzüge des elektrischen Lichtes gewöhnt, dass bei den fortwährend sich mehrenden Gesuchen um Anschluss schon jetzt eine Erweiterung des Netzes nothwendig wurde.

Ueber das finanzielle Ergebniss des Werkes sind der Stadtverordneten-Versammlung seitens der Betriebsbehörde bereits günstige Zahlen vorgelegt worden.

Im Anschluss hieran sei noch bemerkt, dass die Anlage in Blankenburg a. H. nach dem Dreileitersystem für Gleichstrom ausgeführt ist, und zwar der grösseren Billigkeit wegen oberirdisch. Die an die Speisepunkte angeschlossenen einzelnen Strassenleitungen sind bei Strassenkreuzungen, den „Kreuzungspunkten“, wieder mit einander verbunden, so dass ein vollständiges Leitungsnetz gebildet wird, in dem sich Spannungsunterschiede leicht