Text-Bild-Ansicht Band 283

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darauf, die Gerste unter Anwendung eines geringen Luftdruckes, ohne weitere mechanische Hilfsmittel, aus einer Weiche heraus zu heben und nach einer anderen zu fördern, hierbei von dem Schmutzwasser zu befreien, dann zu waschen und die Gerste in reinem Zustande in die neue Weiche mit reinem Wasser zu bringen. In konische Weichen, deren eine beliebige Anzahl neben einander stehen können, wird je ein Steigrohr in die Mitte derselben eingesetzt. Der obere Theil eines solchen Rohres ist drehbar, um dasselbe in Verbindung mit dem wagerechten Leitungsrohr setzen zu können, welches über den Weichen angebracht ist. Unten in das Steigrohr wird Luft mit einem Druck von etwa 1 ½ at eingeblasen, wodurch eine Saugwirkung dergestalt erzielt wird, dass Gerste und Wasser in dem Rohre dadurch hochgehoben und in dem Leitungsrohre nach dem Waschapparat weiter gefördert werden. Durch den Waschapparat wird zunächst das Schmutzwasser beseitigt und die Gerste beim Herunterfallen über die Rohre durch Brausen mit reinem Wasser abgespült. Der Waschapparat ist fahrbar auf einer Schiene, die über den Weichen liegt, angeordnet und wird durch einen Hebeldruck mit dem Leitungsrohr in Verbindung gebracht. In dem Waschapparate befinden sich Vertheilungsrohre, über welche die Gerste herunterfällt. Der obere dachförmige Theil dieser Röhre ist perforirt zur Aufnahme des Schmutzwassers; derselbe ist abnehmbar, um leicht gereinigt werden zu können. Die Thüre des Waschapparates ist mittels Hebeldruckes geschlossen und kann rasch geöffnet werden. Das Waschen der Gerste wird einestheils verursacht durch die Reibung des Eigengewichtes bei dem Drängen derselben nach dem Eingange des Steigrohres, sowie durch die Förderung in diesem und dem wagerechten Rohre, anderntheils durch das Passiren des Waschapparates, in welchem zuerst das Schmutzwasser beseitigt und dann die Gerste mit reinem Wasser abgespült wird. Das Waschen der Gerste kann in jedem beliebigen Stande des Weichprocesses ausgeführt werden.

Textabbildung Bd. 283, S. 7
Eine Verletzung der Gerste ist hier ausgeschlossen, und dadurch, dass die Gerste locker in die Weiche zu liegen kommt, geht auch der Weichprocess rasch von statten.

Ein neues Verfahren zum Weichen von Gerste (D. R. P. Nr. 43785) von Carl Bernreuther und Wilhelm Kumpfmiller in München hat im Allgemeinen nachstehenden Verlauf: Nachdem die Gerste eingeweicht ist, erzeugt der alsdann in Thätigkeit gesetzte Injector in dem Rohre c eine Strömung von unten nach oben, welche in ihrer Stärke geregelt werden kann. Ist der Regulirschieber e geöffnet, so wird die in den Sammelkasten fallende Gerste durch Rohr c in die Höhe gehoben und wieder in die Weiche hineingeworfen. Hierbei waschen sich die Körner durch gegenseitige Reibung. Die leichte Gerste schwimmt oben und kann sofort entfernt werden. Das stetige Heben und Bearbeiten der Gerste findet zwei bis fünf Stunden lang statt, sodann wird das schmutzige Wasser abgelassen und durch frisches Wasser ersetzt. Das zweite Wasser wird abgelassen, wenn nach 2 oder 3 Tagen ⅔ der Quellreife erreicht ist. In einem Zwischenraum von 8 bis 12 Stunden wird in der Zwischenzeit die Gerste in vorbeschriebener Weise durch die Thätigkeit des Injectors mehrere Stunden bearbeitet. Nun beginnt die Nachweiche bei abgelassenem Wasser.

Textabbildung Bd. 283, S. 7

Nach 8 bis 12 Stunden wird die Gerste wieder unter Wasser gesetzt und von neuem durch den Injector gehoben, worauf bei abgelassenem Wasser die Nachweiche fortgesetzt und dann vorstehender Vorgang wiederholt wird bis zur Beendigung der Quellreife. In den Perioden, während welcher die Weiche kein Wasser enthält, wird das Weichgut durchlüftet, indem der Regulirschieber geschlossen wird, so dass die Gerste nicht in den Sammelkasten sinken kann. In Fig. 3 sind die Wasserrohre parallel mit den Weichwandungen angeordnet und erhält das Hauptrohr eine Doppelwandung