Text-Bild-Ansicht Band 283

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Verdrehung dieser Stäbe um die durch die beiden Zapfen gegebene Achse eine Veränderung der Breitendimension der Projection der Stäbe auf ihre gemeinsame Ebene herbeiführt. Bei äquidistanter Anordnung der Achsen solcher Stäbe in einem festen Rahmen wird bei paralleler Lage der Querschnittachsen ein Sieb oder vielmehr ein Rost von überall gleicher, lichter Weite entstehen, und eine gleiche Winkelverdrehung aller Stäbe wird die lichte Weite des Siebes an allen Stellen in gleicher Weise ändern. Um diese gleiche Winkelverdrehung aller Stäbe gleichzeitig vornehmen zu können, sind diese Stäbe in einem Rahmen drehbar gelagert und an den Enden ihrer gleichliegenden Zapfen mit Kurbeln versehen, welche durch eine gemeinsame Schubstange verbunden sind, so dass eine derselben im Sinne ihrer Längsachse ertheilte Verschiebung eine Drehung der einzelnen Stäbe und dadurch eine an allen Stellen des Siebes erfolgende gleiche Aenderung der lichten Siebweite herbeigeführt. In den Zeichnungen ist ein derartiges Schüttelsieb und zwar Fig. 5 in Seitenansicht gezeigt, während Fig. 6 und 7 die Seiten- und Oberansicht des Schüttelsiebes in Verbindung mit der gleichzeitig arbeitenden Siebputzvorrichtung zeigen. In Fig. 5 und 7 ist die Anordnung der gemeinsamen Schubstange gezeigt, während Fig. 10 die Anordnung der Siebputzbürsten darstellt. Wie aus Fig. 7 ersichtlich, sind die das Sieb bildenden Stäbe a in einem Holz- oder Eisenblechrahmen A gelagert und in gewissen Entfernungen durch Querleisten A1 (Fig. 6) unterstützt. Jeder der Stäbe a (Fig. 8 bis 10) ist an den beiden Schmalseiten des Rahmens durch zwei in einer Achse liegende Zapfen a1b1 gelagert, von welchen die auf der einen Rahmenseite liegenden mit einer Kurbel b sammt Kurbel zapfen b1 versehen sind, wobei alle Kurbelzapfen von einer gemeinsamen Schubstange gefasst werden. Im vorliegenden Falle bildet die Stange eine verschiebbare Schiene B, die mit parallelen Langlöchern B1 versehen ist, in welchen die Kurbelzapfen b1 bei einer durch Verschiebung der Schiene B verursachten Drehung der Kurbel auf- und niedergleiten können. Nach geschehener richtiger Einstellung der Wellschiene B, die sich in der gewünschten Veränderung der lichten Siebweite zeigt, erfolgt zur Festhaltung der letzteren die Klemmung der Stellschiene vermittelst der Schraube B2. Die Länge der einzelnen Stäbe a wird, wenn die Verdrehung derselben, wie es in den Figuren angenommen, nur von einer Seite erfolgt, durch die von der Natur und Stärke des Stabquerschnittes abhängige Torsionsfestigkeit begrenzt, kann jedoch, falls beide Stabenden mit dem beschriebenen Stellungsmechanismus ausgestattet sind, bedeutend vergrössert werden.

Textabbildung Bd. 283, S. 9
Eine Erweiterung der Siebfläche kann, wie dies in Fig. 7 gezeigt ist, auch durch längsweises Zusammenstossen zweier von einander unabhängiger Siebflächen erfolgen, die in einem Rahmen montirt sein können, in welchem sich dann selbstredend mehrere Stellmechanismen befinden müssen. In diesem Falle werden durch die Stellschiene B bei I alle im Felde I1 liegenden Stäbe a regulirt, während die Verdrehung der im Felde II1 liegenden Stäbe durch die Stellschiene B bei II vollzogen wird. Diese Anordnung bietet auch überhaupt den Vortheil, dass bei verschieden lichter Weite auf einander folgender Siebfelder, die vollkommen unabhängig von einander gestellt werden könnten, ein von Fall zu Fall für passend erachtetes mehrfaches Sortiren des zu siebenden Materials stattfinden kann.

Die auf angegebene Weise hergestellten Siebe werden, wie aus den Fig. 5 und 6 ersichtlich, auf gebräuchliche Weise durch vier Hängefedern c am Gestell befestigt und durch eine Schubstange d mit einer durch einen Motor oder mittels Hand betriebenen Kurbelwelle verbunden, deren Rotation das Sieb in schwingende Bewegung versetzt. Um ein Verstopfen des Siebes zu verhindern, ist unter dem die Siebstäbe tragenden Rahmen ein zweiter, etwas grösserer Rahmen F angeordnet, der ebenfalls durch vier Hängefedern c1 an die Ständer aufgehängt ist und in welchem mehrere senkrecht zur Richtung der Stäbe laufende, senkrecht stehende Bürstenreihen D angeordnet sind, deren Abstand von einander der doppelten Schwingung des Siebrahmens entspricht. Da der die Bürsten tragende Rahmen F vermittelst der Stange d1 mit einer gegen die Siebkurbel um 90° verstellten zweiten gleich grossen Kurbel derselben Welle verbunden ist, so wird bei vorerwähnter Entfernung der Bürstenreihen von einander bei jeder Rotation