Text-Bild-Ansicht Band 283

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durchbohrt. Der an Ort und Stelle angebrachte Isolator sitzt mit der Scheibe B direct an der Aussenwand; das Rohr F hat eine der Wandstärke entsprechende Länge, so dass auf der inneren Gebäudewand die gusseiserne Scheibe G vorgesteckt und das Ganze durch die Schraubenmutter S festgezogen werden kann. In die Glocke A, die nach aufwärts und seitwärts in kurze Cylinder endigt, ist ein Hartgummitrichter PP und in diesen der unten im Winkel gebogene Messingstift CC mittels einer Schwefelmischung eingekittet. Der von den Apparaten kommende isolirte Anschlussdraht wird durch das Rohr F geschoben und sein blankes Ende mittels der Klemmschraube Q mit dem Stifte C verbunden. Damit dies bewerkstelligt werden kann, ist der den oberen Abschluss bildende Messingdeckel E einschraubbar und nach oben wie ein Schraubenkopf sechskantig ausgeführt, so dass er mit Hilfe eines passenden Schlüssels geöffnet werden kann. Der von der Aussenleitung kommende Draht wird zu C geführt, und zwar durch die Oese i gezogen, dann in den spiralförmigen Einkerbungen e festgewickelt und da verlöthet.

Als eine bemerkenswerthe geschichtliche Sammlung darf die von der königl. preuss. Staatseisenbahnverwaltung zur Anschauung gebrachte, gut ausgewählte Zusammenstellung von 60 auf zwei kurzen Telegraphenstangen pyramidenförmig befestigten Isolatoren gelten, welche – von den ersten aus England (1844) überkommenen Steingutisolatoren und den durch Robinson (1846) aus Amerika herübergebrachten Glasisolatoren anfangend bis auf die heutigen normalen porzellanenen Doppelglocken – so ziemlich alle Materialien und Formen von Isolatoren sammt den mannigfachsten Mustern von zugehörigen Stützen und Trägern ersehen liessen, die bisher in Deutschland für Eisenbahnzwecke Verwendung gefunden haben.

Von verwandtem Interesse war ein Anschlusskloben, der vom Telegrapheninspector Rier bereits 1847 behufs Erleichterung der Einschaltung eines tragbaren Hilfstelegraphen, nämlich eines Zeichengebers zu Leonhard'schen Zeigerapparaten, construirt und bei der Thüringischen Eisenbahn angewendet worden ist. Zwei starke Messingringe oder vielmehr Röhren R1 und R2, Fig. 3, an welchen die angegossenen Klemmbacken B1 und B2 vorstehen, sind durch ein cylindrisches, hartes Holz H fest, steif und isolirt mit einander verbunden.

Textabbildung Bd. 283, S. 51
Im Gebrauchsfalle wurde der – damals noch kupferne – Telegraphendraht LL, nachdem er an den in Frage kommenden Stellen rein-geputzt worden war, in die Schlitzen der Backen B1 und B2 eingeschoben und hier durch Anziehen der Schrauben S1 und S2 festgeklemmt, sodann in der Mitte zwischen B1 und B2 durchgeschnitten und beiderseits von der Unterbrechungsstelle abgebogen. Die entstandenen zwei Drahtenden konnten nunmehr durch Zuhilfenahme gewöhnlicher kleiner Klemmschrauben mit den beiden Zuleitungsdrähten des Hilfsapparates verbunden worden. Zum Betriebe der ausgestellten Eisenbahneinrichtungen dienten – bis auf wenige Ausnahmen, die unter Aufwendung hochgespannter, von Maschinen gelieferter Ströme arbeiteten – ausschliesslich galvanische Batterien und der altbewährte Siemen'sche Magnetinductor. Von galvanischen Elementen fanden sich übrigens nur die gewöhnlichen und bekannten Typen von Leclanché und von Meidinger vor, von Letzterem insbesondere Ballonelemente, ferner Trockenelemente von Gassner und von Hellesen, sowie schliesslich grossplattige oder vielmehr grosscylindrige, durch Kochsalzlösung erregte Zinkkohlenelemente. Die genannten Trockenelemente (vgl. Elektrotechn. Zeitschrift 1890 S. 422) waren für die verschiedensten Signaleinrichtungen mit Arbeitsstromschaltungen verwendet und vor allen überall dort benutzt, wo in Anbetracht der gebotenen Anordnung die Batterien im Freien oder doch in unbewachten und unheizbaren Räumen aufgestellt werden müssen; hinsichtlich solcher Einrichtungen haben sich die Trockenelemente als ganz besonders geeignet bewährt und soll insbesondere die Leistungsfähigkeit des Hellesen'schen Elementes durch niedrige Temperaturen in keiner Weise beeinträchtigt werden.

Ein einfacher, recht praktischer, zur Unterbringung der galvanischen Elemente in Stationen, die einen grösseren Batteriestand haben, bestimmter Ständer ist bei einigen Firmen (Siemens und Halske, Berlin; C. und E. Fein, Stuttgart) in der Telegraphenhalle zu finden gewesen. Die zwei aus Rundeisen hergestellten Säulen S und S1, Fig. 4, haben angegossene, schwere Füsse F und F1, mit welchen sie allenfalls durch eingelassene Bolzen nebst Muttern oder durch Gestellschrauben am Fussboden des Batterielocales befestigt werden.

Textabbildung Bd. 283, S. 51
Die zur Aufnahme von je zwei Elementenreihen geeigneten, mit vorstehenden Randleisten versehenen Fachbretter B werden in angemessener Höhe über einander von untergeschobenen Ringen R getragen, die an die Säulen entweder festgenietet oder durch kräftige Klemmschrauben festgepresst sind. An der unteren Fläche der Fachbretter sind die zur bequemen Verbindung