Text-Bild-Ansicht Band 283

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rechts und links mit senkrechten Einschnitten versehene Endleitungsspange EE steht den wagerecht gezahnten Leitungsspangen L1 und L2 gegenüber. In den Messingtheilen des Endleitungsanschlusstückes EE sind die drei Messingwalzen R, R1 und R2 gelagert. Auf B1 ist ein Seidenband B gewickelt, das mit dem zweiten Ende – nachdem es über die Walze R wegging – an der Walze R2 befestigt und ein paar Mal umgewickelt wurde.

Textabbildung Bd. 283, S. 53
Von den Leitungsanschlusstücken L1 und L2 gehen die Neusilberfedern f1, bezieh. f2 aus, die sich fest auf die Rolle R, oder vielmehr auf das Seidenband pressen.

Textabbildung Bd. 283, S. 53
Die Vorrichtung wirkt einerseits wie ein Schneiden- oder Saugspitzenblitzableiter, andererseits können auch über die Federn f1 und f2 Entladungen ihren Weg zur Erde finden, wobei allerdings das Seidenband durchgeschlagen wird und Nebenschliessungen zur Erde entstehen können. Es ist in solchen Fällen durch Drehen des Knopfes der Walze R2 das Seitenband ein Stückchen weiter auf R2 aufzuwickeln, wodurch unter f1 und f2 eine neues unverletztes Bandstück gelangt, das diese beiden Federn von der Walze R, bezieh. der Erde wieder vollkommen isolirt.

Hier anschliessend könnte etwa noch eine Vorrichtung – wenngleich dieselbe für eigentliche Eisenbahnzwecke selten verwendbar sein dürfte – Erwähnung finden, welche von Czeija und Nissl (Wien) in der Halle für Telegraphie ausgestellt war. Es hat dieser Apparat die Aufgabe, einen vom Amtslocale entfernten Umschalter, so z.B. die in Thürmen untergebrachten Umschalter der Blitzschutzvorrichtungen von Telephoncentralen, auf elektrisch-automatischem Wege umzustellen.

Diese Umstellung verrichtet ein von einer Feder oder einem Gewichte getriebenes Laufwerk mit mechanischer Selbsteinlösung und elektrischer Auslösung. Letztere steht mit einer im Centralbureau aufgestellten Batterie und einem Taster in Verbindung; wird mittels des letzteren ein kurzer Strom in den Elektromagneten M, Fig. 8, entsendet, so erfolgt eine Anziehung des Ankers A und nach Aufhören des Stromes wieder ein Abreissen desselben. In Folge dieser zwei Ankerbewegungen fällt der Arretirungsarm H nach abwärts und löst dadurch die Hemmung; das Triebwerk beginnt seinen Lauf, bis das Rad R eine halbe Umdrehung gemacht hat, worauf selbsthätig wieder eine Arretirung stattfindet. Die Anordnung der einzelnen die Aus- und Einlösung besorgenden Theile wird später bei Besprechung der Läutewerke noch näher geschildert werden. Ein auf der Achse des Rades R sitzender Krummzapfen K überträgt seine Bewegung durch Vermittelung der Gelenksstange G auf einen zweiten Krummzapfen K, der auf der Achse x der Umschalterwalze W sitzt, so dass diese bei den Auslösungen des Laufwerkes immer um 90° vor- oder zurückgedreht wird. Bei dem ausgestellt gewesenen Apparate waren während der einen Walzenstellung im Blitzableiter P sämmtliche Linien L mit den zugehörigen Centralapparatanschlüssen i verbunden, bei der zweiten Lage die in der Zeichnung angedeutete Gewitterstellung hingegen direct zur Erde E angeschlossen (vgl. Offizielle Ausstellungs-Ztg. Heft 28 S. 946).

Textabbildung Bd. 283, S. 53

II. Die Eisenbahnbetriebstelegraphen und -Telephone.

Bei allen früheren Ausstellungen sind ältere, aussei Gebrauch gekommene elektrische Eisenbahntelegraphen nur insoweit vertreten gewesen, als einzelne Apparate in den geschichtlichen Sammlungen der Staatstelegraphenverwaltungen zur Anschauung gebracht wurden; in Frankfurt jedoch konnte man die wichtigsten der bei den deutschen Eisenbahnen in Anwendung gestandenen Apparatsysteme in der Originalschaltung und völlig betriebsfähig wiederfinden. Dieselben waren von der preuss. Staatseisenbahnverwaltung ausgestellt und umfassten den im Jahre 1846 auf der Bahnline Berlin-Potsdam und auf der Thüringischen Eisenbahn eingeführten Zeigertelegraphen