Text-Bild-Ansicht Band 283

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Fig. 1 und 2 stellen eine Peitschenschlag-Construction vor.

Von der Hauptwelle A des Stuhles, die von der Transmission mittels Riementriebs Bewegung empfängt, wird mit der Uebersetzung 1 : 2 durch Stirnräder die Schlagexcenterwelle B angetrieben. Auf letzterer ist festgekeilt eine Scheibe, die durch Schrauben mit dem Schlagexcenter C verbunden ist.

Die Schlagwelle D ist bei c, c fix gelagert. An der Stelle F ist mit ihr ein Bolzen verschraubt, der an seinem Ende die Schlagrolle J trägt, die am Umfang des Schlagexcenters, veranlasst durch eine Feder, beständig anliegt.

Kommt die Nase des Schlagexcenters an die Schlagrolle heran, so schwingt diese rasch nach abwärts aus, mithin wird auch die Schlagwelle in rasch beschleunigte Bewegung versetzt.

In der Nähe des vorderen Endes der Schlagwelle trägt diese einen Vierkant, über den ein Kupplungsteil x geschoben ist, welcher durch Zähne den Kupplungsteil y mitnimmt, der zwischen sich und einer Deckplatte z den Schlagarm E eingelegt festhält. Schwingt die Schlagwelle rasch aus, so auch der Schlagarm E und dieser bewegt mittels der Peitsche oder des Riemens r1 den Vogel, Treiber oder Picker a längs des Vogelstängelchens u stuhleinwärts. Vor dem Picker liegt im Schützenkasten der Schützen und wird sonach auch dieser stuhleinwärts getrieben.

Der Schützenkasten ist am Ende des Ladenklotzes K angebracht, der mit der Ladenstelze L verschraubt ist, die auf der Ladenachse w sitzt. Diese findet ihre Lagerung beiderseits in den Gestellwänden G, bezieh. in den an letzteren festgeschraubten Supporten. Ladenklotz und Schützenkasten sind daher vor und rückbeweglich, nicht aber ist dies der Schlagarm E; der Riemen r1 stellt sonach das biegsame Verbindungsstück zwischen diesen verschieden beweglichen Theilen vor.

Dieser Schlagmechanismus empfiehlt sich sehr durch seine Einfachheit; er belästigt den Arbeiter durch keinen der hin und herschwingenden Theile, da diese alle unterhalb des Ladenklotzes sich befinden. Sein einziger Nachtheil besteht in der Verwendung eines Führungsstängelchens u für den Picker a; denn dieses muss von Zeit zu Zeit geölt werden, dass der Picker nicht warm laufe. Wenn nun schon in Folge der möglichst tiefen Einbettung dieses Stängelchens die Gefahr einer Beschmutzung des Schützenkastens, damit des Schützens und schliesslich des Seidengewebes beinahe ausgeschlossen ist, so ist doch die Möglichkeit hierzu vorhanden; Grund genug, um bei der Kostbarkeit des verwendeten Materiales den sogen. Schlag à sabre in manchen Fällen vortheilhafter, mindestens beliebter zu machen, bei welchem eine solche Verunreinigung ins Reich der Unmöglichkeiten gehört.

Textabbildung Bd. 283, S. 154
Fig. 3 und 4 geben die Darstellung eines solchen Schlag à sabre. Die Schlagarme g sind hier direct durch die Picker a hindurchgesteckt und unten bei p auf der Ladenachse gelagert. Sie schwingen sonach mit der Lade hl vor und zurück. Auf der Schlagwelle e sitzt nun ein Hebelarm f, der durch Riemen r mit dem Schlagarm g zusammenhängt. Schwingt die Schlagwelle rasch aus, so bewegt sie mittels dieses Riemens auch den Schlagarm rasch stuhleinwärts. Oben im Schützenkasten ist jetzt gar kein Theil, der geschmiert werden muss; nur der Mechanismus ist complicirter geworden.

Der Schlagmechanismus von A. Faure in Voiron vermindert diese grössere Umständlichkeit, ohne des Vortheils des Schlag à sabre verlustig zu gehen. In Fig. 5 und 6 ist eine Skizze dieser Faure'schen Ausführung gegeben.

Bei A ist die Hauptwelle des Stuhles, bei B dessen Schlagexcenter welle gelagert, a ist eines der beiden Schlagexcenter, d ist die bei f und g gelagerte Schlagwelle. An der Stelle c ist diese Schlagwelle von viereckigem Querschnitte und trägt in einem Langloche jenen Bolzen festgeschraubt, an dessen Ende die Schlagrolle drehbar sitzt. Während die Schlagwelle an dem Aussentheile des Gestelles Lagerung empfängt, ist das Schlagexcenter innerhalb der beiden Gestellschilde auf der Schlagexcenterwelle festgekeilt, weshalb der Bolzen mit der Schlagrolle durch einen entsprechend grossen Ausschnitt der Gestellwand stuhleinwärts reicht.

Vor der vorderen Lagerung g trägt die Schlagwelle auf einem Vierkant, analog der Construction in Fig. 1 und 2 den