Text-Bild-Ansicht Band 283

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der gewöhnlichen Maschinen durch metallische Platten oder Streifen, welche in veränderlichem Verhältniss aus Kupfer und Eisen gebildet sind, wodurch der Zwischenraum zwischen den eisernen Polstücken und dem magnetischen Ankerkern möglichst verringert und die Menge des wirksamen Metalles vermehrt wird, ohne das magnetische Feld zu verkleinern. Diese Veränderung soll an jeder Art Anker ausführbar sein.

Textabbildung Bd. 283, S. 191
Beispielsweise sei ein aus Eisenplatten in gewöhnlicher Weise zusammengestellter Ringanker angenommen (Fig. 9). Auf dem äusseren Umfange desselben werden zur Leitung des inducirten Stromes radial gestellte Streifen angebracht, welche aus je zwei einen Stab von Kupfer einschliessenden Eisenstäben bestehen und jeder eine gewöhnliche Drahtwickelung ersetzen. Jede dieser aus drei Stäben bestehenden Gruppen ist gegen ihre Nachbarinnen isolirt. – An dem inneren Umfang sind Streifen angebracht, welche nicht magnetisirt zu werden brauchen und daher entweder ganz aus Kupfer oder einem isolirenden Material bestehen. Der Verlust an Leitungsmaterial in dem Raume zwischen dem äusseren und inneren Umfange wird durch die grössere Leitungsfähigkeit des Met alles ersetzt.

Textabbildung Bd. 283, S. 191
Die Verbindungen zwischen den gegenüberstehenden Streifen werden durch an den Enden angebrachte Kupferplatten hergestellt, wobei ein sicherer Contact nur durch einen starken, auf die vorher sorgfältig gereinigten Enden ausgeübten Druck erzielt wird. – Durch derartige Anordnungen wollen die Erfinder eine Leistung von 40 Watt auf 1 k Gewicht der Maschine erzielen, bei einer Umfangsgeschwindigkeit von 10 m in der Secunde, welche als die geringste bei anderen Dynamo vorkommende anzusehen ist. – Die nachfolgende Zusammenstellung der Leistungen anderer Maschinen zeigt, dass dieselben wesentlich geringer sind und dabei muss noch berücksichtigt werden, dass die Maschinen mit hoher Leistung auch grosse Geschwindigkeiten haben; zu richtiger Vergleichung müsste man bei der neuen Maschine die Geschwindigkeit auf 16 m erhöhen und erhielte dann 64 Watt auf 1 k.

Es beträgt die Leistung in Watt für 1 k der Maschine der Dynamo von

Edison (1885) 6,7 bis 11,6
Edison (1889) 9,5 12,2
Thury (1886) 11,8 15,2
Dulait 8,3 13,0
Ganz 6,1 11,0
Rechniewsky 19,0 26,4
Bréguet (1886) 10,2 24,0

Das Verhältniss stellt sich bei Maschinen von gleicher Kraft wie folgt:



Maschine
Watt auf 1 k

des Gesammt
gewichts

Kupfer des
Ankers
des gesammten
Kupfers der
Maschine
Rechntensky 21,5 800 270
Deroziers 21,0 ? 250
Edison 9,0 500 92
Reignier-Bary 40,0 1800 445

Textabbildung Bd. 283, S. 191
7) Die Gleichstromdynamo von Statter und Brunton (vgl. 1890 275 505) in London und West-Drayton findet in der in Fig. 10 abgebildeten Form Verwendung bei der elektrischen Strassenbahn der Via Flaminia in Rom. Sie ist nach dem Londoner Electrical Engineer, 1890 Bd. 6 * S. 158 mit dem patentirten automatischen Regulator der Firma versehen und gibt einen Strom von 60 Amp. mit 750 Volt bei 750 Umdrehungen in der Minute. Die Maschine hat Feldmagnete mit doppeltem Stromkreis, deren Kerne aus geschmiedetem „Magneteisen“ bestehen und von allen Seiten bearbeitet sind.

Die Polstücke bestehen aus Gusseisen und haben grosse Querschnitte; sie sind auf das Sorgfältigste mit den Kernen verbunden. Der Isolationswiderstand der Maschine ist sehr hoch, beträgt gewöhnlich 10 Megohm für die ganze Maschine und wird durch die ausschliessliche Anwendung von Glimmer erreicht, der gegenüber von mit Schellack getränktem Papier den grossen Vorzug besitzt, dass er vollständig unempfindlich gegen Feuchtigkeit ist, während Papier durch diese an Isolirfähigkeit verliert.

Der Anker besteht aus Scheiben von schwedischem Holzkohlenblech und hat guten Luftzug. Sowohl bei den Stromerzeugern, als auch bei den Motoren ist der selbstthätige