Text-Bild-Ansicht Band 283

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Stromregulator in einem gusseisernen Oelbehälter untergebracht, welcher an das auf der Stromsammlerseite befindliche Lager angesetzt ist. Weder das Solenoid des Stromerzeugers, noch der Centrifugalregulator des Motors haben einen erheblichen Kraftaufwand zu leisten, da sie nur den Eingriff des einen oder eines anderen Sperrkegels zu vermitteln haben. Durch Anordnung dieser Theile in einem Oelbehälter ist die Abnutzung derselben auf das geringste Maass beschränkt.

Die genannte Firma baut diese Dynamo in neun Normalgrössen von 5 bis 80 Kilo-Watt und dementsprechend Motoren von 4,5 bis 110 Die Gleichstromdynamo wird auch für Bogenlichtbeleuchtung angewendet und in Grossen für 6 bis 120 Bogenlampen von je 2000 Normalkerzen gebaut.

Auf der Edinburger Ausstellung von 1890 wurde auch ein Aufzug mit einem solchen Gleichstrommotor betrieben, welcher für 20 Centner Belastung und 30,5 m Fördergeschwindigkeit in der Minute bestimmt war.

Die Regulirung des Motors erfolgt von Hand; Anlassen, Anhalten und Umkehren werden mittels eines einzigen Hebels leicht bewirkt; während der Arbeit wird der Strom niemals von der Maschine ausgeschaltet, aber wenn das Heben der Last beendet ist, werden die Bürsten auf 90° von dem neutralen Punkt eingestellt, wodurch der Motor zur Ruhe kommt und nur die zur Ueberwindung seiner eigenen Widerstände erforderliche Voltzahl verbraucht; dann wird derselbe aus dem Stromkreis ausgeschaltet. Die Wickelung des Motors ist für einen Gleichstrom von 50 Ampère und etwa 250 Volt bei voller Ladung ausgeführt.

(Fortsetzung folgt.)

Garbenbindemaschinen.

Von Prof. V. Thallmayer in Ungarisch-Altnburg.

Mit Abbildungen.

Von dieser Gattung landwirthschaftlicher Maschinen sind gegenwärtig in alleiniger Verwendung die Schnurbinder. Von Draht als Bindematerial ist man wegen des Kostenpunktes und den Unzukömmlichkeiten, die er im Stalle, wohin er mit dem Stroh, und in der Mühle, wohin er mit den Körnern gelangt, verursacht, gänzlich abgegangen.

Textabbildung Bd. 283, S. 192

Die Garbenbindemaschinen lassen sich eintheilen in garbenbindende Mähemaschinen (reaper and binder) und in einfache Garbenbinder, d. i. solche ohne Mähevorrichtung (gleaner and binder, auch independent binder). Die mit Mähevorrichtung versehenen sind entweder Elevatorbinder (elevatorbinder) oder Plattformbinder (platform oder low down binder). Bei den Elevatorbindern fällt das von den Messern der Mähevorrichtung geschnittene Getreide zunächst auf eine wagerecht geführte endlose Leinwand (transporteur), von welcher weg es mehr oder weniger hoch gehoben und dem Bindeapparat zugeführt wird.

Textabbildung Bd. 283, S. 192
Textabbildung Bd. 283, S. 192
Typische Formen dieser Gattung Binder sind die in den Fig. 1 und 2 dargestellten. Bei den Plattformbindern fällt das Getreide auf einen Tisch oder auf einen Transporteur und findet das Binden im Niveau dieser statt. Typische Formen dieser Gattung Bindemaschinen sind die in Fig. 3, 4 und 5 dargestellten. Fig. 6 ist die Abbildung eines einfachen Binders ohne Mähevorrichtung, welcher die von einer gewöhnlichen Mähemaschine auf die Stoppel gelegten Gelege auffasst und zu Garben bindet. Gegenwärtig sind am verbreitetsten die Elevatorbinder, in der Ausbildung begriffen die Plattformbinder, welche einmal schon fallen gelassen wurden. Vom Schauplatze gänzlich verschwunden sind die einfachen Binder. Ausgebildet und entwickelt zu dem, was sie gegenwärtig sind, wurden die Garbenbindemaschinen in den Vereinigten Staaten, und zwar durch die Bemühungen und die Ausdauer von einfachen und bescheidenen Männern ohne jegliche technische Vorbildung in dem Sinne, wie selbe unsere technischen Lehranstalten bieten. Die Erfolge der Amerikaner auf diesem und vielen anderen Gebieten der Technik beweisen zur Genüge, dass auch ohne das zunftmässig erworbene Maschineningenieurdiplom, auf welches bei uns mancher nicht wenig stolz ist, viel geleistet werden kann. Nach amerikanischen Vorbildern baut man gegenwärtig auch in England, Frankreich und Deutschland Garbenbindemaschinen, mit durchschlagendem Erfolge jedoch bisher nur in England. Auf unserem Continente zahlt sich übrigens die Herstellung