Text-Bild-Ansicht Band 283

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umwickelten Draht hängend auf die Härtungstemperatur erhitzt und zum Zweck der Abkühlung durch eine Oeffnung des Ofenbodens herabgelassen und im Freien von allen Seiten durch brausenartige Wasserstrahlen gekühlt.

Die Härtungstemperatur wurde durch einen Calorimeter Weinhold'scher Construction dadurch bestimmt, dass ein durchbohrter 80 g schwerer Cylinder aus weichem Eisen, welcher neben dem Stahlcylinder im Glührohr hing, möglichst rasch nachher in ein Messinggefäss von 1050 g Wasserinhalt hineingelassen wurde.

Die Härte der Stäbe ist durch Ermittelung des specifischen elektrischen Widerstandes beurtheilt worden, wozu die auf Stahlschneiden (79,5 mm Entfernung) unterstützten Stahlstäbe in einen Stromkreis von 0,001 Ohm eingeschaltet wurden, während der Magnetismus nach der Ablenkungsmethode mit einem Kohlrausch'schen Magnetometer in C.-G.-S.-Einheiten bestimmt ward.

In der folgenden Tafel bezeichnet:

  • t die Härtungstemperatur,
  • w den specifischen elektrischen Widerstand,
  • R den permanenten,
  • J den bei 167 Einheiten Feldstärke inducirten,
  • J1 den bei 130 Einheiten inducirten Magnetismus.
Stahl t w R J J1
Steyrischer Wolframstahl
von Böhler.
745°
850°
1050°
31,3
41,2
43,1
1332
1734
1111
4980
4500
3920


Englischer Wolframstahl
von Sebohm und Dickstahl.
745°
850°
1050°
24,2
40,3
43,7
657
1731
1081
5350
4790
3750


Westfälischer Wolfram-
stahl von Remy (Hagen).
765°
920°
1050°
31,7
31,1
34,0
1505
1484
1292


5480
5450
5210
Werkzeugstahl von Söl-
ding und Halbach.
Cylinderstab von 10 mm
Durchmesser und 103 mm
Länge.

855°
910°
1090°

31,7
32,3
30,6

1491
1461
1417




5160
5080
5050
Werkzeugstahl von Jonas
und Colver
855°
910°
1090°
35,7
36,5
34,5
1410
1384
1243


4580
4500
4500
Silberstahl unbekannten
Ursprungs.
850°
945°
35,6
39,8
1275
1068

4300
3580

J. Perry's Dampfmaschinenindicator.

Mit Abbildung.

In The Engineering Review vom 6. Juli 1891, * S. 114, ist der in der Figur abgebildete Spiegelindicator beschrieben.

Eine schwache, federnde Metallscheibe D ist vermöge eines Ringdeckels C in das dosenförmige Gefäss A eingespannt.

Auf diese Membran D ist einseitig ein kleiner Kreisspiegel B befestigt, welcher einen Lichtschein auf eine feststehende Wandfläche oder einen Schirm wirft. Da diese Membran D unter der Einwirkung einer im inneren Dosenraum veränderlichen Spannung federt und mit derselben der Spiegel schwingt, so entsteht auf der Wandfläche ein gerade gerichteter Lichtstrahl von entsprechender Länge. Wenn aber dem ganzen Dosengefäss A eine hierzu rechtwinkelige Schwingung um seine Zapfenachse ertheilt wird, so wird bei ruhender Membran D bezieh. constanter Spannung in A ein zweiter gerader Lichtstrahl auf die Wandfläche geworfen, welcher den ersten rechtwinkelig kreuzt und dessen Länge von der Schwingungsweite des Dosengefässes abhängt.

Wird nun das innere Dosengefäss A durch einen Rohrstutzen E mit dem Dampfcylinder in Verbindung gebracht und das Gefäss A durch eine Schiene F, welche mit dem Kreuzkopf der Dampfmaschine in geeigneter Beziehung steht, in Schwingung um ihre Zapfenachse versetzt, so entsteht in der gleichzeitigen Vereinigung beider durch Dampfspannung und Kolbenweg hervorgerufenen Spiegelschwingungen ein scheinwerfendes Indicatordiagramm am festen Lichtschirm.

Textabbildung Bd. 283, S. 199
Obwohl dieser Diagrammbildung die bleibende und dauernde Form abgeht, so kann dennoch eine blosse Beobachtung des durch den Lichtstrahl erzeugten Bildes genügen, um ein Urtheil über die Wirkungsweise des Dampfes sich zu bilden. Als ein Vorzug dieses Instrumentes verdient die grosse Einfachheit und das Fehlen aller Glieder, die unter der Einwirkung veränderlicher Reibungszustände und dem Einflüsse ebenfalls wechselnder Wärmeverhältnisse stehen, hervorgehoben zu werden.

Ausserdem sind die durch die Dampfspannungen bedingten Spiegelschwingungen durch Vermittelung von Druckmessern u. dgl. unschwer auf ihre Proportionalität zu prüfen und zu regeln, damit das Lichtbild den richtigen Verhältnissen möglichst entsprechend sei.

Aufziehvorrichtung für Krempelbeschlag.

Dronsfield Bros. Atlas Works, Oldham.

Mit Abbildungen.

Das Beschlagen der einzelnen Theile einer Krempel mit Kratzenband ist bekanntlich eine Arbeit von hervorragender Wichtigkeit, indem einerseits das Ergebniss einer Krempel in hohem Grade davon abhängt und andererseits auch die Kosten ziemlich hoch sind. Man hat deshalb schon seit längerer Zeit zur Herbeiführung einer möglichst grossen Genauigkeit und Regelmässigkeit im Beziehen mechanische Vorrichtungen verwendet, bezüglich deren Bau sich besonders die bekannte Firma Dronsfield Brothers in Oldham ausgezeichnet hat. Besonders dürfte deren Aufziehvorrichtung für Kratzenband einen grossen Absatz gefunden haben, welche Vorrichtung neuerdings wieder in mehrfacher Hinsicht vervollkommnet worden ist. Diese neue Bauart zeigen die umstehenden Figuren, von denen Fig. 2 den eigentlichen Aufziehapparat im grösseren Maasstabe zeigt.

Das Kratzenband wird zum Beziehen eines Cylinders wie bisher zunächst in einen Trog D geleitet, in dem es durch eine darüber liegende Platte eine erste Bremsung und Spannung dadurch erfährt, dass die Platte belastet