Text-Bild-Ansicht Band 283

Bild:
<< vorherige Seite

und dem Heizen des Ofens, automatisch vor sich. Die Reinigung der Luft und die Anwendung der Pumpen, bei einem nie über ⅔ at steigenden Ueberdruck der Luft, sind wirklich keine theuren Operationen.

Bei dem Calciumplumbatverfahren führt die Anwendung grosser Mengen reiner Kohlensäure, nämlich des doppelten Volumens des zu erzeugenden Sauerstoffes, bedeutende Kosten ein, welche die Herstellung billigen Sauerstoffes selbst bei niedrigstem Kohlensäurepreise unmöglich machen würden. Allerdings soll die Kohlensäure regenerirt und wieder benutzt werden können. Aber diese Vortheile werden mehr als aufgewogen durch die Kosten, welche häufiger Temperaturwechsel, überhitzter Dampf, vermehrte Arbeit und Beaufsichtigung, erhöhte Abnutzung der Apparate, vergrösserter Verbrauch an Brennmaterial u.s.w. verursachen. Ein solcher Temperatur Wechsel hat grosse Nachtheile gegenüber der Arbeit bei constanter Temperatur.

Gegenwärtig sind 12 Oefen nach dem Patente der Brin's Company im Betriebe, deren Leistung zwischen 112 und 336 cbm für den Tag und Ofen sich bewegt. Ein at in einer Leuchtgasfabrik wurde nach einjähriger Arbeit verdoppelt, und eine deutsche Fabrik, welche einen Ofen mit 196 cbm täglicher Production besitzt, hat sich entschlossen, ihren Apparat zu verdreifachen.

Nach einer Stelle der Rede des Präsidenten der Jahresversammlung des Incorporated Gas Institute zu Carlisle 1890, Mr. Hepworth, sind die Resultate der Anlagen in Shrewsbury (Mr. Belton) sehr gute. Zur Reinigung des Gases werden denselben auf 28 cbm – 0,224 cbm Sauerstoff zugesetzt, wobei 28 cbm Sauerstoff etwas weniger als 3 M. kosten. Kohlensäure und Schwefelwasserstoff wurden durch den Kalk vollständig entfernt, die Schwefelverbindungen im reinen Gase auf etwa 23 g in 100 cbm herabgesetzt. Der Kalk war geruchlos, der Verbrauch an diesem Material wurde um 20 Proc. erniedrigt. Der Zusatz an Cannelkohlen konnte um 10 Proc. vermindert werden.

Mr. Valon in Ramsgate gibt die Kosten des Sauerstoffes zu 2,75 M. für 28 cbm an. (Journal für Gasbeleuchtung, 1891 Bd. 34 S. 558.)

(Schluss folgt.)

Verfahren und Apparat zur Darstellung von Ammoniaksalzen.

Von Dr. Otto Mühlhäuser.

Mit Abbildungen.

Bei Gelegenheit der Besprechung der Fabrikation der Eosine1) habe ich mitgetheilt, dass man die Halogenfluoresceine durch Ueberleiten von trockenem Ammoniakgas in Ammonsalze überführen kann. Da auch viele andere Säuren mittels dieser einfachen Arbeitsweise bequem in Ammonsalze umgewandelt werden können, so lasse ich die Beschreibung eines Apparates folgen, welcher mit Vortheil zur Ausführung jener Operation in verschiedenen Fabriken in Betrieb steht.

Textabbildung Bd. 283, S. 234
Bedingung ist, dass die zur Verwendung kommenden Säuren vollständig trocken und fein pulverig in Reaction gebracht werden, dass sie bei der Einwirkungstemperatur nicht schmelzen bezieh. zusammenbacken, also ihre pulverige Beschaffenheit nicht ändern und vor allem eine starke Affinität zu Ammoniak besitzen.

Der Apparat besteht aus drei Theilen:

1) Aus dem Ammoniakentwickler A mit Mannloch a

1)

Otto Mühlhäuser, D. p. J. 1887 263 49 ff.