Text-Bild-Ansicht Band 283

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wenn sie auf glattes Holz, welches auch weich sein kann, aufgeklebt wird.

Da das Papier in verschiedenster Qualität sehr leicht zu beschaffen und man in der Lage ist, sich so einfach Streichflächen von wenig und mehr differirender Härte herzustellen, in solchen Grenzen, dass die Zündhölzer auf den weichsten Sorten sich nur selten, auf den härtesten fast stets beim Streichen entzünden, so wurde das Verhalten der auf ihre relative Entzündlichkeit zu untersuchenden Streichhölzer beim Streichen auf einer Papierscala, bestehend aus sechs verschiedenen Papieren von etwa 20 cm Länge festgestellt, und ergab hier, wie zu erwarten, Resultate, welche einen wohl begründeten Schluss auf die grössere und geringere Entzündlichkeit der einzelnen Sorten zulassen, indem von den leichter entzündlichen Hölzern alle oder fast alle auf allen sechs Papiersorten durch Streichen sich entzündeten, während bei den schwerer entzündlichen die Entzündlichkeit auf den weicheren Papiersorten um so mehr abnahm, je schwerer die Hölzer entzündlich sind.

Eine Prüfung auf den ebenen, ganz schwach rauhen, etwa 9 cm langen Flächen einer Stein-Glasscala, hergestellt aus:

  • 1) einem grösseren Stück Gypsspath (vom Härtegrad 2 der Mohs'schen Scala),
  • 2) einem eben geschliffenen Stück feinkörnigen Marmors (vom Härtegrad 3 der Mohs'schen Scala),
  • 3) einem Stück gerauhten Fensterglases (vom Härtegrad 5–6 der Mohs'schen Scala)

zeigte, dass auf dem weichen Gyps kein einziges der Hölzchen zur Entzündung gebracht werden konnte. – Auf dem härteren Marmor entzünden sich nur die Hölzer einiger Sorten, und in der Sorte selbst stets nur ein kleinerer oder grösserer Theil. Auf dem noch härteren Glas dagegen hat die Entzündlichkeit so zugenommen, dass bei den 18 geprüften Sorten

von 14 Sorten die sämmtlichen Hölzer leicht und sehr
leicht sich entzündeten,
2 fast alle Hölzer leicht sich entzündeten,
1 viele Hölzer etwas schwieriger sich ent-
zündeten und nur
1 nur wenige Hölzer schwer sich entzündeten.

Die Entzündlichkeit der einzelnen Sorten entspricht derjenigen auf der Papierscala, sowohl die schwerer und schwerst wie die leichtest entzündlichen Hölzer sind hier und dort die gleichen.

Es entzünden sich nämlich von den untersuchten Sorten Sicherheitszündhölzern nach den Ergebnissen beim Streichen
auf der Papierscala auf der Steinscala
laufende Nummer der
Holzchen
Anzahl der
Sorten

laufende Nummer der Holzchen
Anzahl der
Sorten
Am leichtesten (und gewöhnlich stets)
Sehr leicht ( „ „ fast stets)
Leicht ( „ „ oft)
Schwierig ( „ „ seltener)
Am schwierigsten (und „ sehr selten)
6, 8, 17
7, 13, 16, 18
2, 3, 4, 5, 9, 10
12, 15, 14, 11
1
3
4
6
4
1
17, 13, 18
2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 14, 16
11, 12
15
1
3
11
2
1
1
Summa 18 Summa 18

Die Zusammenstellung lässt erkennen, dass die Sorten 1, 15, 11, 12 und 14 die schwerst entzündlichen, die Sorten 17, 13, 18, 6, 8 die leichtest entzündlichen beim Reiben auf phosphorfreien Reibflächen sind. Man darf aber nicht ohne weiteres schliessen, dass die Entzündlichkeit der Zündmassen der verschiedenen Sorten in gleicher Reihenfolge zu- und abnehme. Denn die Entzündlichkeit der Zündhölzer hängt bei der Reibung ausser von der leichteren oder schwierigeren Entzündlichkeit ihrer Zündmassen wesentlich auch von der grösseren oder geringeren Haftbarkeit dieser an den Hölzchen ab, indem das geringe Festhaften leicht zur Ursache wird, dass die Zündmassen vom Kopfe der Hölzchen losbröckeln und dem Drucke und der Einwirkung des Streichens schon früher sich entziehen, als in Folge der Reibung einer ihrer Theile bis zur Entzündungstemperatur sich hat erwärmen können. Solche Zündhölzer, deren Kuppen aus relativ sehr leicht entzündlicher, aber schlecht haftender Zündmasse bestehen, können daher auf phosphorfreien Reibflächen weit schwerer entzündlich sein, als solche, deren Köpfe von relativ schwer entzündlicher, aber besser haftender Zündmasse gebildet werden; und zweifellos möchten solche Zündmassen, die fest an den Hölzchen haften und doch bei Reibung auf geeigneten Flächen nur selten und schwierig sich entzünden, um so geringer entzündlich sein, je seltener und schwieriger die Entzündung von statten geht, während Zündmassen von geringer Haftbarkeit, deren Hölzer leicht und häufig sich entzünden, zu den leichtest entzündlichen gehören werden. Da für die Beurtheilung der Feuergefährlichkeit nicht allein die leichtere oder schwierigere Entzündung der Zündhölzer als solche Ausschlag gebend sein kann, sondern auch in Betracht gezogen werden muss, wie die Zündmassen an und für sich beschaffen sind, so schien es angebracht, zu prüfen, wie gross die Haftbarkeit der Zündmassen an den Hölzchen der verschiedenen Sorten war. Freilich konnte nur eine sehr rohe Prüfungsmethode gewählt werden; sie bestand darin, dass mit dem Daumennagel die Zündmassen von den Hölzchen abgedrückt und abgekratzt und dann nach dem benöthigten Kraftaufwande die Grössen der Haftbarkeit abgeschätzt wurden. Die Zündmassen zeigten sich dabei

am festesten haftend bei den Sorten 2, 3, 9, 13, 14, 17, 18,
ziemlich fest 4, 6, 7, 8, 15, 16,
am wenigsten fest haftend b. d. 1, 5, 10, 11, 12.

Bei der geringen Haftbarkeit der Sorten 1, 11, 12 muss trotz der schwierigen Entzündlichkeit ihrer Hölzchen es fraglich bleiben, ob ihre Zündmassen zu den schwerer oder leichter entzündlichen gehören. Ein Gleiches ist der Fall bei den relativ leichtest entzündlichen Hölzern mit festest und ziemlich fest haftenden Zündmassen 17, 13, 18 und auch 6, 8, 16, 7. Dagegen werden die Zündmassen der wenigst haftenden Sorten 5 und 10 sicher relativ leicht