Text-Bild-Ansicht Band 4

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Naphtha in Steinkohlen. Von Hrn. Joh. Murray.

Sie haben in Ihren sehr interessanten Versuchen über Steinkohlen und die Abarten derselben sich geäußert, daß Sie glaubten, Naphtha sei zunächst ein Kohlenprodukt, und im Kohlengase vorhanden. Hr. Intow von Intow-Hall gab mir ein Stück quarzigen Sandsteines, welches in bedeutender Tiefe in einer der Whitehaven-Gruben gefunden wurde, und auf welchem die Steinkohlen auflagen. Dieser Sandstein, wenn er gebrochen oder geschabt wurde, roch ganz nach Naphtha, und gab auch Naphtha durch Destillation. (Thomsons Annales of philosophy. Decemb. 1820. Nr. 96. S. 466.)

Einfache Methode das Schießpulver zu untersuchen. Vom Geheimen-Rath Hermbstädt.

Zur Zergliederung des Schießpulvers habe ich eine sehr einfache Methode ausgemittelt, die in Folgendem besteht. Ich bestimme das quantitative Verhältniß des Salpeters, indem ich das Pulver auslauge, und die Lauge zur Trockne abdunste. Um die Masse des Schwefels zu erforschen, menge ich einen Theil des zart zerriebenen Pulvers, mit seinem gleichen Gewicht sehr reinen Salpeter, bringe hierauf sein doppeltes Gewicht von Salpeter in einem Platintiegel zum Schmelzen, und wenn die Masse ins Glühen kommt, trage ich das erstere Gemenge von Salpeter und Schießpulver bei kleinen Portionen hinzu. Es erfolgt eine kaum merkbare Verpuffung, ohne irgend eine Zerstörung der verpuffenden Materie. Nach vollendeter Detonation, wird der Rückstand in Wasser gelöst, und die gebildete Schwefelsaure, durch salpetersauren Baryt ausgesondert, nachdem vorher die Flüssigkeit durch Salpetersäure neutralisirt worden war. Aus der Masse der Schwefelsaure die sich im ausgeglüheten schwefelsauren Baryt befindet, berechne ich nun die Masse des Schwefels der im Schießpulver enthalten war. Die so gefundenen quantitativen Verhältnisse des Schwefels und des Salpeters stimmen mit denjenigen ganz genau überein, deren sich die hiesige königl. Pulvermanufaktur bedient; ich kann daher keinen Irrthum begehen, wenn ich das Deficit bei der Analyse auf Rechnung der Kohle seze, die im Pulver enthalten war. Eine viermalige Wiederholung der Arbeit, gab gleichförmige Resultate; daher schließe ich, daß diese Zergliederungsart sehr zuverläßig ist. (Schweiggers Journal für Chemie und Physik. I. Bd. 1821.)

Herrn Grothuß's Bereitung einer rothen Farbe, die den Carmin an Feuer übertrifft.

Wenn man Carmin bei 12° R. mit flüssigem Ammonium digerirt, so nimmt derselbe den Farbestoff, den er anflößet, in sich auf, und läßt einen blaßrothen erdig scheinenden Rükstand zurük. Concentrirte Essigsäure bis zur Sättigung nach und nach in die kalische Auflösung eingetröpfelt, schlägt den Färbestoff nieder, welcher dem Ammonium die prächtigste Farbe mittheilte, und bildet einen brennend rothen Niederschlag. Da er außerordentlich zart ist, so muß man Alkohol zusezen, um denselben sich weniger verdichten zu lassen. Man gießt die Farbenloß gewordene Flüssigkeit ab, wascht den Niederschlag mit Alkohol, und troknet ihn ab. Diese herrliche Farbe dient vorzüglich zur Miniatur-Mahlerei, bei welcher man den Carmin seiner Dichtigkeit wegen nicht immer gebrauchen kann129)

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Die Mahler und Deßinateurs lößten den Carmin zum Coloriren bisher mit Vortheil in Aez-Ammonium auf. Da aber das Aez-Ammonium