Text-Bild-Ansicht Band 4

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129). (Annal. gen. de sciences physiques. Sept. 1820. Giornale di Fisica Seite 467.)

Ueber das Färben der Agathe. Auszug eines Schreibens des Dr. Mac Culloch an Dr. Brewster.

Die Agathe mit abwechselnden Lagen von Weiß und Schwarz kamen bisher durch den Handel aus Indien; seit dem Frieden aber erhalten wir sie in so großer Menge aus Deutschland, daß sie sehr an ihrem Werthe verlieren. Leztere werden künstlich gefärbt, und die Steinschleifer halten dieses Verfahren geheim. Es besteht darin, daß sie den Agath in reiner Schwefelsäure sieden, wodurch einige Lagen sehr bald schwarz werden, während andere ihre natürliche Farbe behalten, und andere sogar in ein helleres Weiß übergehen, wodurch ihr Werth noch mehr erhöht wird. Diese Wirkung hat jedoch nur an jenen Agathen statt, welche am Rade polirt wurden, und scheint von dem Oele abzuhängen, welches der Stein während der Politur verschlang, was dadurch noch wahrscheinlicher wird, daß einige den Stein vorher in Oel kochen, ehe sie denselben in Schwefelsäure sieden, wo sich dann unvollkommene Schwefelsäure entwickelt.

Auch die Indier haben ihre Arcana, um die Oberfläche der Agathe zu bleichen. Wir erhalten von ihnen Carneole mit den bizarrsten weißen Zeichnungen auf der Oberfläche, welche sie auf folgende Weise erzeugen. Sie bedecken den Stein mit kohlensaurer Soda, und bringen denselben dann auf einige Augenblicke in das Feuer. Der weiße Schmelz, welcher dadurch entsteht, ist so hart, als der Stein selbst ursprünglich ist, und dient zuweilen sehr glücklich zu Cameen. Aus den Annal. de Chim. et de Phys. Jan. 1820.

Ueber verschiedene Härte des Gußeisens.

Hr. Parkes bemerkt in den Annales de Chim. T. XII. p. 153. daß einige Walzen aus Gußeisen von demselben Guße so hart wie Stahl, andere so weich wie Eisen ausfallen: diese geben bei dem Abdrehen Späne von 1/8 Zoll Länge, während die Abfälle von jenen so fein wie Nadelspizen sind. Die Ursache dieser auffallend verschiedenen Harte liegt einzig im Guße: die weichen Walzen werden in Formen von Sand gegossen, die harten in Formen von Gußeisen, wo das Eisen sehr schnell erkaltet, und an der Oberfläche erhärtet.

Was eigentlich Rost am Eisen bildet.

Hr. Marschall Hall, M. D., hat in einem Aufsaze (Memoir on the combined Agencies of Oxygen Gas et of Water in the Oxydation of Iron) im Quarterly Journal (auch im Repertory of Arts etc. II. Series. CCXII. Jänner 1820. S. 99.) durch eine Reihe von Versuchen erwiesen:

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auch die Metalloxyde und Erden mit denen der Carmin bei seiner Bereitung niedergeschlagen wird, auflöset, welches das kohlensaure Ammonium nicht thut, so verdient Hr. Grothuß's Verfahren den Carmin aufzulösen den Vorzug. Das Sättigen des Ammonium mit Essigsäure um den Farbstoff wieder niederzuschlagen, ist nicht immer nöthig, da man die Lösung auch vortheilhaft so verwenden kann, indem sich nach dem troknen das Ammonium verflüchtigt und das rothe Pigment rein zurük läßt. Verdiken läßt sich die Ammonikalische Lösung des Carmin mit etwas Tragantschleim. Die Lösung des Carmin in mildem Ammonium gibt die allerschönste rothe Tinte. D.