Text-Bild-Ansicht Band 4

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Diese theoretische Ansicht stimmt mit der Erfahrung am Adamschen Apparate überein, nach welcher das erste Ey nur z.B. einen Branntwein von 16 Grad liefert, wenn die Blase ohne Verbindung mit demselben einen Branntwein von 18 Grad gegeben hätte.

Der zweite Kessel kann also nicht zu einem Rectificator dienen, und schadet als solcher mehr als er nüzet.

Vielleicht könnte man ihn von einer andern Seite betrachten, und die Frage aufwerfen, ob man durch die hier bestehende Verbindung an Zeit gewinnt. Denn auch dieses kann für eine Fabrick, die keine starke Brandweine braucht, ein großer Vortheil seyn.

Ich gestehe, daß mir zur theoretischen Entscheidung dieser Frage einige Data fehlen. Man müßte wenigstens wissen, wie viel Zeit nöthig ist, ehe jeder Kessel zu sieden anfängt. Es ist nicht zu leugnen, daß die ganze Zeit, wo die Dämpfe des ersten Kessels in der Maische des andern condensirt werden, für die Destillation verlohren geht; daß diese Dämpfe, die sich bloß an der Oberfläche der Flüssigkeit verdichten, zur Erwärmung der ganzen Masse nicht viel beitragen, da die meiste Hize von dem Heerde kommt; und sehr wahrscheinlich, daß wenn die beiden Kessel nicht in einander wirkten, die erste Blase eben so schnell ablaufen, und die Destillation der zweiten nicht langsamer vor sich gehn würde. Sie könnte sich alsdann in die zweite öffnen, damit die Dämpfe beider gemeinschaftlich zu dem Rectificator gelangten.

c. Röhre, durch welche die siedende Maische aus dem zweiten Kessel in den ersten gelassen wird. Die Oeffnung, durch welche frische Maische eingelassen wird, wird mit einem hölzernen Stöpsel verstopft. Man sieht sie auf der Zeichnung nicht.

d. Rührer, der in Bewegung gesezt wird, wenn die Maische aus dem Kessel b in den Kessel a fließt.