Text-Bild-Ansicht Band 4

Bild:
<< vorherige Seite

den Druck und die Hize der elastischen Dämpfe herausgetrieben, oder äußerst verdünnt worden wäre. Ueberdieses ist die Schlange voll kohlensaurem Gase, welches sich aus der Maische in großer Menge entwickelt, und auf beide in dem Apparate befindlichen Luftarten drückt nun vermittelst des Gefäßes t und der Röhre s die atmospärische Luft; und dieser Druck wird noch durch den Druck einer wenigstens zwei Zoll hohen Wassersäule vermehrt, die dem Druck einer 1600 zölligen Luftsäule gleichkommt.

Dieses heißt nicht in einem luftleeren, oder luftverdünnten Raume destilliren, und wenn der Pistoriusche Apparat in dieser Hinsicht eine Nachahmung des Lenormandischen seyn sollte, so würde es nicht der Mühe werth seyn, sich weiter nach diesem lezten umzusehn.

Unter Destillation im luftleeren Raume versteht man aber eine solche, bei welcher kein andrer elastischer oder expansiver Stoff auf die Oberfläche der siedenden Flüssigkeit drückt, ausser den Dämpfen selbst, die sich aus derselben erheben, und die nur sehr wenig drücken, weil sie in der kühlen luftleeren Schlange wenigstens gegen die Mitte derselben ihre expansive Form verlieren.

Der Vortheil, den man durch die Destillation im luftleeren Raume zu bewirken sucht, ist ein schnelleres Sieden der Maische bei geringerer Feuerung. Es ist bekannt, daß im luftleeren Raume das Wasser schon bei 45 Grad siedet, das heißt in Dampf aufgeht. Es würde also an Feuermaterial gewonnen werden, wenn man ein leichtes, in großen Brennereien anwendbares Mittel hätte, die Luftleere in den Apparaten zu erzeugen und zu erhalten. Bei dieser niedrigeren Feuerung, gesezt auch sie müßte etwas höher seyn, würden die Pflanzenstoffe in der Maische nie Gefahr laufen einen brandigen Geschmack zu bekommen, was in unseren Brennereien um so wichtiger ist, weil unsere Maischen an solchen