Text-Bild-Ansicht Band 4

Bild:
<< vorherige Seite

und das Pflegma aus dem Kessel p in die Blase a gelassen wird.

Bei diesem Apparat muß bemerkt werden, daß die Bewegung des Kolbens mit Menschenhänden nicht leicht möglich ist. Es ist dazu eine Wassermühle, eine Pferdemühle oder eine Dampfmaschine nöthig; und bei größeren Vorrichtungen sind sogar 2 Pumpen erforderlich.

Man verfährt damit folgendermaßen. Die durchlöcherte Scheibe ee wird zwischen ihre Stüzen auf den Boden der Blase a gebracht. Die Röhre d wird in den Ansaz der Scheibe ee eingeschroben, und bei bb luftdicht befestigt. Nun wird die Blase beinahe bis zum Rande der oberen Wölbung gefüllt, das Helmrohr aufgesezt und verkittet. Sobald die Flüssigkeit den Siedpunkt erreicht hat, wird die Pumpe in Bewegung gesezt. Die Verdunstung in a wird beschleunigt, so lange noch Luft in der Maische befindlich ist. Jezt, um zu verhindern daß die ganze Masse nicht augenblicklich in Dampf übersteiget, muß der Hahn am Rohre d geöffnet werden. Die Luft dringt alsdann mit Gewalt durch die Scheibe ee in die Flüssigkeit, und erhält sie im starken Aufwallen. Die fortwährende Abkühlung läßt die Flüssigkeit den Siedepunkt nicht übersteigen, und da alles vom Grunde aus in heftiger Bewegung erhalten wird, kann kein Anbrennen Statt finden. Die Dämpfe vermittelst der Pumpe in die Blase p getrieben, gehn dann ihren gewöhnlichen Gang, und erwärmen bei ihrem Durchzuge die Maische in zz.

Da aber in dem Rückstande in p noch einige geistige Theile vorhanden sind, so kann man nach vollendeter Destillation, und ehe die erwärmte Maische in den Kessel a gelassen wird, das in p gesammelte Pflegma in den Kessel ablaufen lassen, den Hahn an der Ableitungs-Röhre schließen, und einige Augenblicke noch Feuer geben.