Text-Bild-Ansicht Band 4

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ein Maß Wasser verdunstet. Zweimal hintereinander wiederhohlte ich unter den möglichst gleichen Umständen denselben Versuch, mit dem Unterschiede, daß ich vom Augenblicke des Siedens an, vermittelst eines schräg liegenden Blasenbalges, frische Luft langsam auf den Boden der Pfanne hinströmen ließ, und nach Verlauf von 16 Minuten fand ich jedesmal nicht mehr nicht weniger Wasser verdunstet, obgleich das Wasser nicht zu sieden aufhörte, obgleich die hineingebrachte Luft sich in unzähligen kleinen Blasen vertheilte, und das Wallen beträchtlich vermehrte, obgleich endlich ein weit dickerer Dunst sich von der Oberfläche des Wassers erhob.

Dieser entscheidende Versuch bestätigte meine Vermuthung, daß hier eine Kompensation nothwendig Statt finden mußte. Alle Wärme nämlich, die auf die Expansion der Luft verwendet wird, geht hier für die Dampfbildung verlohren, und was an Dunst gewonnen wird, wird an Dampf eingebüßt, um mich hier der Sprache des Verfassers zu bedienen, die mir jeder Physiker nicht gerade zu gut heißen wird, da viele zwischen Dunst und Dampf keinen Unterschied gestatten wollen.

Der neue Apparat verschafft also keinen Vortheil in Bezug auf die Geschwindigkeit der Destillation.

Die Hoffnung, daß auf diesem Wege das Anbrennen verhütet werden kann, könnte eher gegründet seyn, weil die Luft, die in die Flüssigkeit dringt, eine große Wallung derselben, und folglich eine immerwährende Bewegung der schweren Stoffe unterhält. Allein die Rührer thun dasselbe, und der Graf Subow erreicht mit geringeren Kosten denselben Zweck vermittelst seiner Dampfdestillation.

Die Meinung, daß Fusel und brandiges Wesen eben und dasselbe sind, ist ungegründet. Das brandige Wesen, welches die gemeinen Korn und Kartoffelbranntweine gar zu oft an sich haben; ist eine Wirkung des zu starken Feuers,