Text-Bild-Ansicht Band 143

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und zwar so, daß, wenn sie auch im Biere genossen, eine schädliche Wirkung hätte, die sie nicht besitzt, diese Wirkung der kleinen Menge wegen dennoch nicht wahrnehmbar wäre, wie denn in der That vom Bier, welches mit geschwefeltem Hopfen bereitet worden ist, wie bei den englischen Bieren, noch niemals eine nachtheilige Wirkung beobachtet worden ist, die man der schwefligen Säure zuschreiben könnte, oder die zu irgend einer Zeit von irgend einem Arzte der schwefligen Säure zugeschrieben worden wäre.“

„Ganz im Gegensatze hierzu zeigt die gewöhnlichste Beobachtung, daß in dem Weine, zu dessen Conservation das Schwefeln bekanntlich ganz unentbehrlich ist, der Weintrinker in einer Maaß eine vielmal größere Menge schwefliger Säure genießt, als der Biertrinker jemals in dem gleichen Volumen Bier durch den Hopfen empfangen kann. – Ich glaube wohl, daß diese Erfahrung auch den Befangensten überzeugen dürfte, daß das Schwefeln des Hopfens auf die gute Beschaffenheit des damit bereiteten Bieres ohne allen Einfluß ist, und daß das Bier dadurch keine schädlichen Eigenschaften empfängt.“

„Der Nutzen des Schwefelns des Hopfens für die Bewahrung der guten Qualitäten desselben ist so außerordentlich groß, daß, wenn dasselbe noch nicht im Gebrauch und durch die Erfahrung bewährt wäre, die Entdeckung des Schwefelns als eine der größten und wichtigsten Erwerbungen für die Bierfabrication angesehen werden müßte. Das Verbot, den Hopfen zu schwefeln, sollte folgerichtig ein ähnliches Verbot des Weinschwefelns in sich schließen; welche Folgen aber hieraus für den Weinhandel hervorgingen, darüber bedarf es keiner Auseinandersetzung.“

LVI. Bemerkungen über Wiesenbewässerung; von J. G. Gentele.

Ueber die Wiesenbewässerung haben in der letzten Zeit Eug. Chevandier und Salvetat eine Abhandlung veröffentlicht, welche nach dem in den Comptes rendus enthaltenen Auszuge in diesem Journal Bd. CXXIV S. 306 mitgetheilt worden ist. Sie theilen darin das Ergebniß ihrer chemischen Untersuchung des Berieselungswassers und der mit demselben erhaltenen landwirthschaftlichen Resultate mit und stellen dann die Schlüsse zusammen, welche sich aus ihrer Untersuchung ergeben. Diese schöne und mühevolle Arbeit ist insofern mangelhaft, als zwar berechnet