Text-Bild-Ansicht Band 336

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stimmen die Zahlenwerte infolge des verschiedenen Maßstabes nicht überein und sind daher für „f“ die eingeklammerten Zahlen gültig.

Die Tafeln auf Blatt I und II sind vollständig gleichartig. Auf Blatt I sind mit Rücksicht auf den Maßstab die Federn bis zu 2,5 mm Drahtstärke und 30 mm Radius, auf Blatt II bis 10 mm Drahtstärke und 75 mm Radius berechnet.

Natürlich müßten die Tafeln für Federn, deren Ergebnisse zu nahe an den Schnittpunkt der Koordinatenachsen oder aus dem Bereich der Linien für die Werte von „s,“ „i“ und „h“ fallen, entsprechend umgearbeitet werden. Vorliegende Tafeln bieten jedoch für die Berechnung von Federn ein recht weites Feld und dienen als Schema zur oben erwähnten speziellen Umarbeitung.

Bei der Zusammenstellung der Tafeln sind 4 Koordinatensysteme gewählt, um die Berechnung übersichtlich zu erhalten.

Beispiel I.

Pmax = größte Belastung in kg,
P = Anfangsspannung in kg,
h = Hub in mm,
f = Federung in mm,
r = Radius in mm,
D = Durchmesser in mm,
s = Drahtstärke in mm,
i = Anzahl der arbeitenden Windungen,
kd = Drehbeanspruchung in kg/qcm.
Gegeben: Pmax = 85 kg h = 20 mm
P = 55 kg D = 2 r = 60 mm
r = 30 mm
gesucht: s; f und i.

Aus Tafel I (Blatt II) für Pmax = 85 kg und r = 30 mm erhalten wir s = 7 mm bei kd ≌ 4000 kg/qcm.

Um kd nicht so hoch zu erhalten, wählen wir s = 7,5 mm.

In Tafel II bestimmen wir auf Grund der Werte s = 7,5 mm und r = 30 mm den Punkt der dem Wert

auf der linken Abzissenachse entspricht. Hierbei muß, da s = 7,5 mm in Tafel II interpoliert werden. In Tafel III bestimmen wir auf Grund der Differenzen Pmax-P = 30 kg und h = 20 mm den Punkt, der dem Wert 0,008
auf der unteren Ordinatenachse entspricht [siehe auch Erläuterung zur Tafel III].

Der Wert für die Anzahl der arbeitenden Windungen „i“ bestimmt sich jetzt in Tafel IV auf Grund der oben erwähnten Punkte, die die Werte

und 0,008
darstellen. Wir finden in diesem Falle i = 10.

Die Federung „f“ bestimmt man in Tafel III auf folgende Weise: Vom Punkt auf der Linie für h = 20 mm, der dem Werte Pmax-P = 30 kg entspricht, führt man eine Parallele zur Ordinatenachse bis zum Schnittpunkt mit der Parallelen zur Abzissenachse, die aus dem Punkt für Pmax = 85 kg auf der rechten Ordinatenachse gezogen wird. Dieser Schnittpunkt fällt rechts von der Linie für f = 60 mm und sei somit angenommen zu f ≌ 57 mm.

Beispiel II.

Gegeben: Baulänge L = 170 mm s = 10 mm
h = 20 mm i = 12
Pmax = 140 kg.
Gesucht: Radius r und Anfangsspannung P.

Tafel I auf Blatt II. Für kd = 3000 kg/qcm und s = 10 mm Pmax = 140 kg erhalten wir

r = 42 mm

also D ≌ 85 mm.

Tafel II gibt uns den Wert

für s = 10 mm r = 42,5 mm.

In Tafel IV erhalten wir für

und i = 12 den Punkt auf der unteren Ordinatenachse, der dem Wert 0,008
entspricht.

Aus Tafel III erhalten wir rückwärts gerechnet (siehe Beschreibung der Tafel III)

für h = 20 mm Pmax-P = 25 kg

also P 140 – 25115 kg.

Beispiel III.

Gegeben: D 25 mm Baulänge LR = 50 mm
r 12,5 mm h = 15 mm Pmax = 9 kg
i = 9
Gesucht: Drahtstärke s Anfangsspannung P.

Aus Tafel I [Blatt I] erhalten wir:

für r = 12,5 mm und Pmax = 9 kg
s = 2,5 mm bei kd ≌ 3750 kg/qcm.

Für s = 2,5 mm; r = 12,5 mm; h = 15 und i = 9 erhalten wir aus den Tafeln II, IV und III ähnlich wie in Beispiel II Pmax-P = 5 kg, also P = 9 – 5 = 4 kg.

Polytechnische Schau.

(Nachdruck der Originalberichte – auch im Auszuge – nur mit Quellenangabe gestattet.)

Brennstofftechnik.

Die baltischen Brandschiefer und ihre Verwertung. Die Brandschiefer finden sich längs der baltischen Küste von Baltischport über Reval bis St. Petersburg in der sogen. Kuckersschicht. Obwohl seit langer Zeit bekannt, wurde dieses Vorkommen doch erst im Kriege infolge der Brennstoffnot näher erforscht und auf seine Verwendbarkeit als Brennstoff sowie zur Gewinnung von Gas und Oelen im Auftrag der russischen Regierung untersucht. Hierbei zeigte sich, daß der Schiefer, da er fast überall zu Tage tritt, leicht zu gewinnen ist und daß die Mächtigkeit des Lagers etwa 0,7 m beträgt. Der Aschegehalt des Schiefers weist an den verschiedenen Stellen große Unterschiede auf; während der bei Reval gewonnene Schiefer 80–90 v. H. Ascheenthält, sinkt der Aschegehalt bei Jewe-Wesenberg auf nur 30–40 v. H., so daß der dort gefundene Schiefer einen Heizwert von 5–6000 WE erreicht. Infolgedessen wurde dort auch zuerst mit der Ausbeutung des Lagers begonnen, die aber im Januar 1918, als dieses Gebiet durch die deutschen Truppen besetzt wurde, ihr Ende fand. Die Arbeiten wurden daher bei Jamburg im Gouvernement St. Petersburg wieder aufgenommen.

Die Brandschiefer, auch Kuckersit genannt, verdanken ihre Entstehung gewaltigen Ansammlungen von Meeresalgen (Sapropeliten), die bisweilen eine Mächtigkeit von 8–10 m erreichen. Die Versuche, den Schiefer