Text-Bild-Ansicht Band 129

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Wallonenschmiede, in Verbindung mit Gasschweißöfen und schweren Hämmern heraus; oder für das mehr rohschmelzende Roheisen die sogenannte Lancashire-Methode, ebenfalls eine Abänderung der Wallonenschmiede, wie sie in neuerer Zeit in Schweden üblich ist. Indessen ist auch das Eisen von den in Oesterreich üblichen Methoden, der Schwall- und der Löschfeuer-Arbeit, bei gehöriger Auswahl und bei gutem Ausheizen, sehr anwendbar. Je nach der Qualität des Cementstahls muß ein besseres und theureres, oder ein geringeres und wohlfeileres Stabeisen angewendet werden.

Außer dem Stabeisen hat aber auch die Beschaffenheit des Cementpulvers Einfluß auf die Qualität des Cementstahls. Man rechnet auf einen Centner desselben 1/3 Kubikfuß Holzkohlen, am besten von Birken-, Buchen- und Eichenholz, und Hr. Tunner fand einen Zuschlag von nur 1/2 Procent des Kohlengewichts an Potasche und Kochsalz in Wasser aufgelöst und damit das Kohlenpulver befeuchtet, entschieden sehr förderlich. Es wird nämlich durch einen solchen die Cyanbildung befördernden Zuschlag die Cementation beschleunigt. Bei ordinärem, weicherem Cementstahl sind diese und andere Zuschläge ganz wohl zu entbehren, für höhere Cementationsgrade gewähren dieselben aber jedenfalls einen wesentlichen Nutzen.

Verwendet man ein reines, ganzes, und gleichartiges Stabeisen zur Cementation, so fällt bei einem richtigen Verfahren auch der Cementstahl rein, ganz und gleichartig aus, und zwar in einem weit höheren Grade als beim Rohstahl. Eisenartige Stellen lassen sich beim Cementstahl vollkommen vermeiden. Die ungleich harten Stellen können nach dem ganzen Verlauf des Cementationsprocesses nicht sowohl der Länge, sondern mehr dem Querschnitt nach vorkommen, allein bei einem gehörig geleiteten Betriebe lassen sie sich auch vermeiden. Da es aber auch solche Stahlartikel gibt, bei denen eine der Länge nach gleichmäßig vertheilte, größere Härte der äußern Theile durchaus nicht nachtheilig, sondern im Gegentheil erwünscht ist, wie z.B. beim Feder- und Sägenblätterstahl, so begreift man, daß das Raffiniren beim Cementstahl weit eher als beim Schmelzstahl unterbleiben kann. Endlich muß auch noch bemerkt werden, daß im Querbruche des Cementstahls, nachdem er erkaltet und bevor er einer mechanischen Bearbeitung unterworfen worden, jede Ungleichheit scharf hervortritt und mithin leicht zu erkennen ist. Nach der Ueberschmiedung, wobei die grobe, blätterige Textur des Cementstahls mehr in eine feinkörnige übergeht und ein dem Schmelzstahl ähnliches Ansehen erlangt, werden dagegen alle feineren Unterschiede verwischt. Dieser