Text-Bild-Ansicht Band 129

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„Bei dieser Gelegenheit wurde von der Commission noch ein weiterer Versuch angestellt, welcher Aufschluß gibt über die Abnahme des Magnetismus. Während die Schiene mit ihrem freien Ende auf einem hölzernen Bocke ruhte und 0,017 Met. von dem Radkranz entfernt war, wurde eine kleine Declinations-Boussole in einer Entfernung von 0,75 Met. längs der Schiene hingeführt, um den Ort zu bestimmen, wo ihre Richtung senkrecht würde zur Ebene des Rades. So lange das Rad in Ruhe war, nahm die Nadel nur dann die normale Richtung an, wenn sie sich in der durch die Achse des Rades, also auch durch den Berührungspunkt des Rades und der Schiene gelegten Ebene befand. Wurde dagegen das Rad in Bewegung gesetzt, so mußte man die Nadel weiter zurück aufstellen (in Bezug auf den Sinn der Bewegung des Rades), um die normale Richtung der Nadel gegen die Schiene zu erhalten. Diese Versetzung betrug 0,33 Met. und 0,36 Met. für die Geschwindigkeiten von 9 und 18 Kilometer per Stunde.“

Wir übergehen die Schlüsse, welche Hr. Nickles aus diesem Versuche für die Erklärung der Abnahme der anziehenden Kraft des Rades bei zunehmender Rotationsgeschwindigkeit zieht, da dieselbe eben so unklar und ungenügend ist, wie die Art und Weise, in welcher alle diese Versuche angestellt wurden, bei welchen es die Commission nicht für nöthig gefunden zu haben scheint, Instrumente anzuwenden, durch welche die relative Stärke des angewendeten Stromes unter den verschiedenen Verhältnissen angegeben würde. Hr. Nickles fand durch diese Versuche seine Erwartungen nicht befriedigt und hinreichende Gründe dafür, diese Art der Magnetisirung aufzugeben; die weitere Verfolgung dieses Gegenstandes führte ihn dann auf seine électro-aimants circulaires, welche wir spulenförmige Elektromagnete nennen wollen, weil der Eisenkern darin die Gestalt einer einfachen oder doppelten Spule besitzt. Durch diese glaubt derselbe Alles, was bei der frühern Construction noch zu wünschen übrig blieb, erreichen zu können, und beschreibt sie wie folgt.

„Es sey ein cylindrischer Stab von weichem Eisen in einen elektrodynamischen Schraubendraht eingeschoben, dieser Cylinder wird zwei Pole erhalten, den einen zur Rechten, den andern zur Linken; befestigen wir dann eiserne Scheiben an diesen Polen, so werden auch diese an ihrem Umfang magnetisch werden, gemäß der wohlbekannten, zum erstenmal von Haldat 84) begründeten Erscheinung, daß bei der Magnetisirung des Eisens

84)

Mémoires de l'Académie de Nancy, 1828.