Text-Bild-Ansicht Band 129

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der Magnetismus besonders an der Oberfläche desselben hervortritt. Wenn man diesem Elekromagnet eine drehende Bewegung um seine Achse ertheilt und durch eine entsprechende Einrichtung dem Schraubendraht den nothwendigen Strom zuführt, so ist kein Grund dafür vorhanden, daß der Magnetismus sich zu äußern aufhören sollte, weil der Strom des Schraubendrahtes nicht zu wirken aufhört.“

„Ich befestige nun diesen Schraubendraht (die Drahtspule) auf der Unterlage, welche die magnetisirte Eisenspule trägt, lasse zwischen beiden einen hinlänglichen Spielraum, um die Reibung zu vermeiden, und erhalte so einen Elektromagneten, welcher sich in der festen Drahtspule drehen und mit seinen beiden Polen gleichzeitig wirken kann. Nimmt man statt einer einfachgewundenen Drahtspule, durch welche der Strom immer nach einer Richtung geht, eine solche welche zur Hälfte rechts- und zur Hälfte links-gewunden ist, so wird der Theil des Elektromagneten, welcher dem Vereinigungspunkt der beiden Schrauben entspricht, ein Folgepunkt werden. Befestigen wir also eine dritte Scheibe auf diesen Punkt, so wird sich der Magnetismus dieses Folgepunktes wieder an die Oberfläche derselben begeben, und man demnach einen Elektromagneten mit drei Polen erhalten, von denen die beiden gleichnamigen sich an den Enden, der entgegengesetzte in der Mitte befindet.“

„Dieß sind in ihrer ganzen Einfachheit die Grundsätze, auf welche diese Apparate gegründet sind, deren Namen: spulenförmige Elektromagnete, sich von selbst rechtfertigt. Ein Blick auf die Figuren 24, 25, 26 und 27 genügt, um sie zu verstehen.“

Fig. 27 ist eine einfache Spule; die beiden Scheiben sind auf einem Kern m befestigt, welchen ich als den eigentlichen Träger des Magnetismus betrachte, und dessen Durchmesser ungefähr ein Drittheil von dem der Scheibe ist. Man begreift, daß wenn die Spule dem Einflusse des Stromes ausgesetzt ist, der Magnetismus darin sich vertheilt wie in einem Cylinder; er begibt sich an die beiden Enden. Wird daher diese so magnetisirte Spule auf eine eiserne Achse aufgesteckt, so nimmt diese Achse selbst Theil an der magnetischen Induction des Stromes und absorbirt als reinen Verlust einen Theil des entwickelten Magnetismus (?). Dieser Verlust kann zum Theil durch die in Fig. 24 getroffene Anordnung eines Folgepunktes vermieden werden. Die mittlere Scheibe L besitzt in diesem Falle die größte magnetische Kraft; ich habe sie deßhalb in der Zeichnung dicker gemacht. Die beiden äußeren Scheiben N und N' sind kaum magnetisch, wenn man sie einzeln untersucht; die ganze Kraft scheint in der mittleren concentrirt. Das Gegentheil findet statt, wenn der Strom in beiden Drahtspulen dieselbe Richtung hat; dann findet sich die größte Kraft