Text-Bild-Ansicht Band 129

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in den beiden äußeren Scheiben concentrirt. Wendet man nun einen Schraubendraht an, so verbreitet sich die magnetische Flüssigkeit zugleich auf den drei Scheiben; aber einem Anker gegenüber kann die magnetische Wirkung nur zwischen den beiden äußern Scheiben, oder denen welche die Drahtspulen enthalten, hervortreten.85) Bei diesem Elektromagnet kann man also mittelst eines Commutators die magnetische Kraft auf einer Scheibe concentriren, oder sie auf zwei oder drei (?) vertheilen.“

Nach dieser Beschreibung gibt Hr. Nickles eine Reihe von Versuchen über die Tragkräfte solcher Elektromagnete, unter Anwendung verschiedener Anker, welche er bald mit einer, bald mit zwei, bald mit drei Scheiben in Berührung setzt, woraus indessen nur hervorgeht, daß die anziehende Wirkung die stärkste ist, wenn der Anker die drei Scheiben verbindet, und daß es ziemlich gleichgültig ist, ob der Strom in den Drahtspulen nach einer oder nach entgegengesetzten Richtungen geht. Eine weitere Reihe von Versuchen bezieht sich auf das Verhalten des Elektromagneten gegen einen Anker und gegen mehrere, welche gleichzeitig an verschiedenen Punkten des Umfangs angelegt werden; es scheint daraus hervorzugehen, daß die Summe der Attractionen mit der Zahl der Anker wächst, daß aber gleichzeitig für jeden einzelnen Anker die anziehende Kraft abnimmt. Auch glaubt Hr. Nickles daraus den Schluß ziehen zu müssen, daß für diese anziehende Wirkung nicht nur die auf dem Umfang der Scheiben verbreitete magnetische Flüssigkeit thätig sey, sondern daß die ganze Masse des Elektromagneten daran Theil nehme.

Eine dritte Reihe von Versuchen betrifft die Gleichmäßigkeit der anziehenden Wirkung der spulenförmigen Elektromagnete, wenn sie in drehende Bewegung versetzt werden. So unvollkommen der dazu angewendete Apparat und so wenig genügend diese Versuche vom wissenschaftlichen Standpunkte aus betrachtet waren, so wird man gerne dem von Hrn. Nickles daraus gezogenen Schlusse beistimmen, daß bei diesen Elektromagneten die Größe der Umdrehungsgeschwindigkeit nur einen sehr geringen Einfluß auf die Attraction derselben ausübe. Derselbe meint zwar, die Theorie fordere eine Verminderung derselben bei zunehmender Geschwindigkeit, „weil, unabhängig von dem Magnetismus des Berührungspunktes, das Fluidum, welches zur Adhärenz mitwirkt, sich in der ganzen Ausdehnung des Elektromagneten

85)

Welcher Unterschied hier stattfinden soll zwischen zwei Drahtspulen, in denen der Strom nach einer Richtung geht, und einer einzigen Drahtspule, welche doch auch durch die mittlere Scheibe in zwei getrennt wird, ist nicht wohl einzusehen.

D.