Text-Bild-Ansicht Band 129

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Wasser dem Volum nach auf eine leichte Weise angeben konnte. Ich fing damit an, den Satz selbst in seiner Reinheit zu versuchen, wobei sich herausstellte, daß das Anfüllen eines weiten Glases bis zu einer außen gemachten Marke nicht die gehörige Schärfe zuließ. Dagegen erreichte ich in der folgenden Art eine ausnehmende Schärfe.

Textabbildung Bd. 129, S. 448

Ueber den Rand des Glases legte ich ein flaches Brettchen, welches nach unten einen stumpfgespitzten Stift trug. Da man sich bei Bewegung des Glases nicht versichert halten kann, daß alle räumlichen Verhältnisse wie das erstemal wieder eintreten, so ist es zweckmäßig, das cylindrische Glas auf einem sehr starken unbeweglichen Tische mit etwas Klebwachs zu befestigen. Ebenso befestigt man das Brettchen mit der Mire auf den Rand des Glases mit Klebwachs. Die nach unten ragende Spitze von Holz oder Metall wird dünn mit Talg bestrichen, damit sie keinen Tropfen festhalte. Ich füllte nun zuerst das Glas mit Wasser bis zur Berührung des Stäbchens an. Dieß muß ohne alle Wellenbewegung geschehen, und führt sich am besten mit einer oben eintauchenden Pipette aus, aus welcher man den Ausfluß mit dem Zeigefinger der rechten Hand regulirt. Man sieht den dunkeln Stift und sein in der gegen das Tageslicht hell spiegelnden Wasserfläche erscheinendes schwarzes Bild sich durch den Wasserzufluß beständig nähern, und bei der ersten Berührung springt die Wasserfläche in die Höhe an den Stift. Dieses Zeichen ist außerordentlich scharf. Wenn die Fläche ganz ruhig war, so zeigte sich, indem ich das Wasser wieder in die Pipette zurücksaugte und von neuem einlaufen ließ, nur eine Differenz der Beobachtung von 1/20 Kubikcentimeter auf einen Durchmesser des Gefäßes von 80 Millimeter; 1/20 Kubikcentimeter = 50 Kubikmillimeter nehmen aber auf einer Fläche von 5026,5 Quadratmillimeter eine Höhe von 50/5026,5, also weniger als 1/100 Millimeter ein, so daß durch dieses Verfahren die Höhe der Flüssigkeit bis auf 1/100 Millimeter gesichert ist.

Es wurde nun eine mit Glasstopfen verschlossene noch eben schwimmende Glasflasche gewogen und zu 89,34 Gram. bestimmt. Sie wurde jetzt in das Wasser versenkt und das überstehende Wasser mit genau graduirten Pipetten herausgezogen. Es wurden herausgezogen

50 Kubikcentimeter
25
10
4,1
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89,1 Kubikcentimeter