Text-Bild-Ansicht Band 303

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dessen Länge so gewählt ist, dass er in der einen Todtpunktlage die Oeffnung a, bei der entgegengesetzten die Oeffnungen b und c freigibt. Bei der linken Endstellung tritt durch die Oeffnung a Luft in die Kammer V ein, welche beim Vorgehen des Kolbens zunächst verdichtet wird und, sobald der Kolben seine rechte Endstellung erreicht hat, durch den Kanal b nach dem Cylinder übergeleitet wird. Hier verdrängt dieselbe die verbrannten Gase aus dem Cylinder. Bevor der Kolben die Oeffnung b öffnet, gibt er schon die Oeffnung c frei, und zwar um die Strecke c-b früher als b. Während dieser Zeit strömen daher die Verbrennungsgase ins Freie. Da hierbei in Folge des grossen Querschnittes der Oeffnung c die austretenden Verbrennungsgase einerseits ihre Spannung schneller verlieren, als der Kolben den Weg über die Oeffnung c zurücklegt, so folgt jenem raschen Spannungsabfall unmittelbar eine Depression, durch welche ein Vacuum im Cylinder entsteht. Der Kolben wirkt in Verbindung mit diesem Vacuum auf dem Rest seines Weges über die Oeffnung c saugend auf den Cylinderinhalt und folglich auf das Ventil ein, welches sich dadurch öffnet, so dass durch dasselbe die Brennstoffe eingesaugt werden können, wobei flüssige Brennstoffe an den erwärmten Wandungen der Kammer k vergasen.

Textabbildung Bd. 303, S. 250

Beim Rückgang des Kolbens wird die im Cylinder befindliche Luft mit den durch Ventil v eingesaugten Brennstoffen gemischt, diese Mischung zusammengepresst und durch Zündrohr z entflammt. Ventil v wird und bleibt durch den von dem zurückgehenden Kolben verursachten Druck geschlossen.

Unter Benutzung des oben geschilderten Erfindungsgedankens hat Söhnlein (D. R. P. Nr. 85944) auch eine Maschine mit pendelnder Bewegung der Kolbenkurbel angegeben.

Der Compressionsraum der Maschine soll so klein, d.h. der Druck in der Compressionsperiode so gross und im Verhältniss zu diesem Druck die Schwungmassen so klein werden, dass ihre lebendige Kraft nicht ausreicht, den Kolben über den hinteren todten Punkt zu bringen. In Folge dessen kehrt der Kolben vor der hinteren todten Punktlage um und erhält in demselben Augenblick einen Antrieb durch die Explosion im Verbrennungsraum, welche ganz selbsthätig in demselben Augenblick erfolgt, in welchem der Kolben umkehrt, weil das Gemisch in diesem Augenblick ruht. Wird die Kurbelwelle in Folge dieses Antriebes herumgeschleudert, so befindet sich der Kolben am Ende der Schwingung wieder in der oben beschriebenen Stellung und die Verhältnisse sind die gleichen. Es erfolgt wieder eine Explosion, welche jetzt die Welle im entgegengesetzten Sinne antreibt, so dass dieselbe dauernd eine hin und her gehende Bewegung erhält. Je nach Wahl der Schwungmassen und Begrenzung des hinteren Cylinderraumes kann der Ausschlagwinkel der Pendelung beliebig verändert werden.

Gegenüber der durch das Patent Nr. 83210 geschützten Maschine erscheint es in Fällen, in welchen die Abgase durch eine lange Rohrleitung strömen müssen, erwünscht, die Verzögerung des Ganges der Maschine, welche dadurch eintritt, dass durch die elastische Rückwirkung der in dem Abgangsrohr befindlichen Gasmengen die Saugwirkung des Vacuums im Cylinder verlangsamt wird, auszuschliessen.

Zu dem Zwecke ist diese Erdölmaschine unter Beibehaltung der übrigen Anordnung dahin abgeändert (D. R. P. Nr. 83342), dass von dem Ansaugen der Brennstoffe mittels des durch Ueberexpansion der Abgase sich bildenden Vacuums abgesehen und statt dessen die Kammer, in welcher abwechselnd ein schwaches Vacuum und eine schwache Compression erzeugt wird, mit dem Oeltopf und dem Einlassventil durch ein Rohr verbunden, so dass die Brennstoffe über dem Einlassventil pumpenartig eingesaugt und in den Cylinder gepresst werden.

Textabbildung Bd. 303, S. 250

Um die Bildung zündfähigen Gemisches in der Kammer zu verhindern, wird das Rohr so weit gewählt bezieh. zu einer Kammer erweitert, dass die ganze jedesmal aufgesaugte