Text-Bild-Ansicht Band 303

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Gasmenge darin Platz findet und kein Brennstoff in die Kammer gelangt.

Die in Fig. 4 dargestellte Viertactmaschine von F. Küppermann in Hamburg-Uhlenhorst (D. R. P. Nr. 83123) ist ausser mit dem Auslassventil A und dem Gemischeinlassventil G, welche in bekannter Weise an der Verbrennungskammer R angebaut sind, noch mit einem Ansaugekanal k versehen, welcher im Arbeitscylinder C so angeordnet ist, dass er im ersten Theile des Ansaugehubes h1 vollständig vom Cylinderkolben verdeckt wird.

Dieser Kanal erzielt für den Ansaugehub folgende Wirkungen:

1) Das gesteuerte Gemischventil wird geöffnet, kurz nachdem die Kurbel den inneren Todtpunkt überschritten, und wird geschlossen, sobald der Cylinderkolben in seinem Ausschube den Kanal k freigelegt hat. Nach dem erfolgten Schluss von Ventil G beharrt daher das durch dasselbe angesaugte Gemenge in Ruhe, während der Fehlbetrag des Saugvolumens durch den Kanal k angesaugt wird.

Dieser Kanal kann nun so angeordnet werden, dass am Schluss des Ansaugehubes die Verbrennungskammer R und der heizbare Einlasskanal mit brennbarem Gemenge erfüllt sind, während der Arbeitscylinder selbst den Rest der Rückstände aus dem vorhergegangenen Arbeitsspiel und die durch den Kanal k angesaugte frische Luft enthält. Hierdurch wird erreicht, dass die gekühlten Cylinderwandungen im Ansaugehub möglichst vor der Berührung mit dem Erdöldampf oder Staub geschützt werden, um Niederschläge und die dadurch herbeigeführten Verluste zu vermeiden.

Ferner wird bei der Erdölmaschine dem in dem beheizten Kanal ruhenden Gemenge etwas mehr Zeit zur Verdampfung und guten Zündgemischbildung gegeben, während das in der Kammer R vorhandene Gemenge durch den eindringenden Cylinderinhalt eine Verdünnung erfährt, wodurch die heftig eingeleitete Verbrennung zweckentsprechend verlangsamt wird.

2) Ist das Gemischeinlassventil G ungesteuert, also selbsthätig, so wird durch dasselbe bis zum Freilegen des Ansaugekanals k ein gleichmässig zusammengesetztes Gemenge angesaugt werden; dagegen wird mit dem Beginne des Ansaugens durch k die Saugwirkung auf Ventil G geschwächt oder – je nach der Belastung desselben – ganz aufgehoben werden, so dass annähernd dieselbe Wirkung wie beim gesteuerten Ventil erreicht werden kann. Wird derselbe Kanal k durch Oeffnen des Ventils V (was durch Aufsetzen der Sperrstange s auf den Knaggen n geschehen kann) mit der äusseren Atmosphäre oder mit dem Abgasetopf in Verbindung gebracht, so wird im Beginn des Verdichtungsspieles ein Theil des angesaugten Cylinderinhaltes wieder ausgestossen und die Verdichtung dementsprechend herabgezogen werden, wie dies in ähnlicher Weise für Zweitactgasmaschinen bekannt ist.

Bei der Maschine der Compagnie internationale pour l'exploitation des procédés Ad. Seigle in Lyon (* D. R. P. Nr. 84483) werden schwere Kohlenwasserstoff- und Wasserdämpfe als Triebkraft benutzt; erstere wirken nur durch Expansion, um nach befolgter Condensation durch Wasserdampf wieder vergast zu werden.

(Fortsetzung folgt.)

Ueber Berechnung hydraulischer Hebevorrichtungen.

Von Herm. Fahlenkamp in Hoerde i. W.

Beim Entwerfen hydraulischer Hebevorrichtungen mit wagerechtem Treibkolben kann man sich, ohne einen erheblichen Fehler zu begehen, die Annahme gestatten, dass dieselben mit constanter Druckhöhe arbeiten. Es werden dabei die durch den höheren oder tieferen Stand des Accumulators bewirkten Druckschwankungen vernachlässigt. Diese Voraussetzung ist auch dann noch zulässig, wenn der Treibkolben senkrecht angeordnet, der Hub aber klein ist.

Unter dieser Annahme lassen sich nun sehr übersichtliche Formeln für die Bewegungsverhältnisse herleiten. Es wird zwar jedem mit derartigen Rechnungen vertrauten Constructeur nicht schwer fallen, diese Gleichungen zu entwickeln. In der Praxis ist aber häufig für derartige Arbeiten wenig Zeit übrig und dürfte daher das Nachstehende nicht ganz ohne Interesse sein.

Bezeichnet P die auf den Treibkolben reducirte Belastung inclusive Stopfbüchsen- und Lagerreibung u.s.w., M alle die mit dem Treibkolben sich bewegenden und ebenfalls auf ihn reducirten Massen, F seinen Querschnitt, v seine veränderliche Geschwindigkeit, f den Querschnitt der Rohrleitung, l deren Länge, C die Wassergeschwindigkeit in derselben, so ist

F . v = f . C

oder

Ausserdem bezeichne

den Coëfficienten der Bewegungswiderstände des Wassers in der Rohrleitung, so dass

die hierzu verwandte Druckhöhe ergibt und

den Darcy'schen Reibungscoefficienten.

Nach Eröffnung des Einlasschiebers wird die hier also als constant vorausgesetzte Druckhöhe H wie folgt verwandt:

1) Zur Erzeugung von P, so dass ist:

.

2) Auf die Beschleunigung der Massen, daher

3) Auf die Bewegung des Wassers in der Rohrleitung, oder:

Man hat daher:

oder:

wenn noch

mit h bezeichnet wird.