Text-Bild-Ansicht Band 303

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Hat sich dieselbe angewärmt, so lässt man die Einspritzung zwischen ¼ und ½ erfolgen, bei zu grosser Erhitzung zwischen ½ und ¾ oder ¾ und 1.

Es wird dann, so lange die Maschine noch kalt ist, die ganze eingesaugte Luftsäule gleichmässig von den Erdöldämpfen, deren Entwickelung eine gewisse Zeit beansprucht, durchdrungen sein und ein leicht entflammbares Gemisch entstehen. Ist die Maschine dagegen warmgelaufen und erfolgt die Erdöleinspritzung später, so wird nur das dem Zündrohr zugewendete Ende der eingesaugten Luftsäule Erdöldämpfe aufnehmen, bei denen sich deshalb ein geringeres Luftquantum befindet, so dass, wie erwähnt, unter Beibehaltung der Entzündbarkeit die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Verbrennung sinkt.

Besitzt die Maschine einen durch ein Ventil o. dgl. abgesperrten Vergaser, so hat man nur nöthig, dieses Ventil früher oder später zu öffnen. Es muss sich dann aber das Zündorgan in der Nähe dieses Vergasers befinden.

Textabbildung Bd. 303, S. 270

Für einen ordnungsgemässen Gang von Erdölmaschinen ist die Erzielung eines stets gleichmässigen Ladungsgemisches, für dieses aber die Erhaltung einer nahezu immer gleichbleibenden Temperatur in den Verbrennungs- bezieh. Explosionsräumen Erforderniss. Schon die Verschiedenheit der Temperatur in der Umgebung der Maschine zu verschiedenen Tageszeiten bezieh. der Wechsel in der Witterung arbeitet auf Störung des gleichmässigen Ganges hin. Dies äussert sich an manchen Stellen in dem Anwachsen der Temperatur innerhalb der Maschine über zulässige Grenzen hinaus und an anderen Stellen wieder in dem Sinken derselben so weit, dass die gebildeten Erdöldämpfe sich flüssig niederschlagen.

Fortgesetzte Beobachtungen und in Verbindung damit angestellte Versuche an mit schweren Erdölen arbeitenden Explosionsmaschinen haben G. A. und V. List und J. Kosakoff in Moskau (D. R. P. Nr. 80228) gezeigt, dass durch unmittelbare Kühlung des Lade- bezieh. Explosionsraumes mittels Wassers der Raum selbst zwar in den nöthigen Grenzen gekühlt werden kann, die Wandungen desselben aber wegen unmittelbarer Berührung mit Wasser eine für Dämpfe aus schweren Erdölen zu niedrige Temperatur annehmen, so dass ein sofortiges Niederschlagen solcher Dämpfe nur schwer zu vermeiden ist. Dieser einem zufriedenstellenden Gange der Maschine bedenklich entgegenarbeitende Uebelstand führte zu dem Gedanken, das Wasser in einem gewissen Abstande vom Laderaum vorbeilaufen und nur mittelbar durch Rippen o. dgl. auf denselben einwirken zu lassen, wodurch eine beliebige, durch die Rippen übergeleitete Kühlung des Laderaums zu erzielen ist, welche übrigens so bemessen werden kann, dass sie nahe gleichmässig bleibt und dabei niemals schädlich wird. In den Wänden stellt sich dabei eine so hohe Temperatur ein, dass die Temperaturdifferenz zwischen den heissen Wänden des Laderaums und den kühleren des davon durch eine Luftschicht getrennten Wassergefässes so gross wird, um vermöge des Leitungswiderstandes der Rippen gerade die überschüssige Wärme in das Wasser abzuleiten. Hierbei wird also mit einem grösseren Temperaturgefälle zwischen den Wänden des Laderaums und dem abkühlenden Wasser gearbeitet. Bis zu einem gewissen Grade wirkt auch die die Rippen bestreichende Luft mit kühlend.

So verfahrend, ist eine Regelung der Temperatur im Innern des Explosionsraums solchergestalt zu bewirken, dass die sonst zu heissen Flächen andauernd gekühlt werden, so dass jeder Selbstzündung vorgebeugt ist, und dass gleichwohl eine so weit herabgehende Kühlung der Räume vermieden wird, bei welcher ein Niederschlag von Erdöldämpfen stattfinden würde.

Als Mittel zum Zweck treten die erwähnten Rippen auf, welche, indem sie in freier Luft liegen, gewissermaassen eine geeignete Verbindung von Luft- und Wasserkühlung darstellen, so zwar, dass der erforderliche Wärmeausgleich in der angedeuteten Weise herbeigeführt wird; diese Rippen hängen einerseits mit dem Körper des zu kühlenden Explosionsraums, andererseits mit einem wasserdurchströmten Gefässe (Kasten) zusammen.

Fig. 6 und 7 veranschaulichen ein Ausführungsbeispiel; der zu kühlende Explosionsraum A wird von einer Kanalmulde im Fusse des Maschinengestells gebildet; durch Ventil a treten aus dem Vergaser b die Erdölgase und -dämpfe ein; B und C stellen die Arbeitscylinder einer Zweitacterdölmaschine dar.

Von der Wandung des Raumes A erstrecken sich Rippen cc nach einem kastenartigen Gefässe D hin, welches mit einer oder mehreren Zwischenwänden d ausgestattet ist, die in solcher Weise mit den Gefässwänden zusammenhängen, dass das bei e einströmende frische Kühlwasser zu einem mehr oder weniger langen Kreislaufe innerhalb des Gefasses gezwungen ist, ehe es dasselbe bei f wieder verlässt. Das Rohr f führt (sofern es nicht als Abflussrohr für das Wasser benutzt wird) nach dem Kühlraum der Cylinder BC hin.

Textabbildung Bd. 303, S. 270

Beobachtungen aus der Praxis haben die Richtigkeit des Ausgeführten erwiesen; bald nach dem Anlassen der Maschine stellt sich eine andauernd gleichbleibende Temperatur ein, wie solche den Zwecken des Maschinenbetriebes am dienlichsten ist.

Die in Fig. 8 dargestellte Regelungsvorrichtung von G. Potworowski in Warschau (D. R. P. Nr. 87628) ist für Maschinen bestimmt, bei welchen die Einsaugung des Kohlenwasserstoffes und der Luft nach der Mischkammer zur Bildung des Explosionsgemisches durch den Arbeitskolben der Maschine selbst nach Oeffnung eines die Mischkammer von dem Cylinder trennenden Ventils bewirkt wird. Die Regulirvorrichtung ist so eingerichtet, dass sie die Oeffnung des eben genannten Ventils und damit die Bildung des Explosionsgemisches in der Mischkammer nur