Text-Bild-Ansicht Band 303

Bild:
<< vorherige Seite

aus den Ventilkegeln a, b und c zusammen, welche sämmtlich auf einer Ventilstange fest oder mit todtem Gang lose sitzen. Das Ventil a lässt, sofern das Ventil d geöffnet ist, bei geringem Hub nur Luft in den Arbeitscylinder einströmen, das Ventil b Luft und Erdöl, welch letzteres auf dem ganzen Umfang des Ventilsitzes durch eine grössere Anzahl kleiner Löcher austritt und sich leicht mit der durchströmenden Luft mischt. Das Kugelveritil c mit einem Ledersitz dient als Schalldämpfer für den metallischen Klang der beiden anderen Ventilkegel. Das von einem Regler beeinflusste Spitzventil d führt dem Ventil a viel oder wenig Luft zu, wodurch eine Veränderung des Gemisches bewirkt wird und die Maschine je nach Bedarf langsam oder schneller läuft.

Textabbildung Bd. 303, S. 272

Wird die Maschine langsam von Hand angedreht, so hält der Regler das Spitzventil d geschlossen, das Ventil a wird gezwungen, weit zu öffnen und das Ventil b mitzunehmen, wodurch zündfähiges Gemisch in die Maschine gelangt. Das Kugelventil c öffnet sich dabei selbsthätig oder kann auch durch einen Anschlagstift vom Ventil a mitgenommen werden. Sobald die Maschine eine gewisse Geschwindigkeit erlangt hat, öffnet der Regler das Spitzventil d, und strömt nun am Anfang und Ende der Ansaugeperiode, bei welcher die Kolbengeschwindigkeit geringer ist in Folge des todten Gangs zwischen Ventil a und b, nur reine Luft in die Maschine, während in der Mitte verdünntes, doch noch stets zündfähiges Gemisch angesaugt wird. Es wird hierdurch erstens erreicht, dass eine vollkommenere Expansion, also eine bessere Ausnutzung des Brennstoffes stattfindet, zweitens sogen. Vorzündungen bei starker Erwärmung der Maschine nicht eintreten können, und drittens die Geschwindigkeit durch mehr oder minder starke Verdünnung des Gemisches geregelt wird. Der todte Gang zwischen Ventil a und b bestimmt die Mächtigkeit der reinen Luftschichten am Anfang und Ende des Saughubes, also im Cylinder, zwischen welchen unbrennbaren Luftschichten das explosive Gemisch gebettet ist. Die Scheibe e dient dazu, das durch b angesaugte Gemisch mit der durch d eintretenden reinen Luft während der mittleren Saugeperiode in innige Berührung zu bringen. Bei f wird der Erdölzufluss angeschlossen.

Alle Erdöl- und ähnliche Kohlenwasserstoffmaschinen, denen der Brennstoff flüssig unmittelbar zur Vergasung und Explosion zugeführt wird, leiden an den Uebelständen, dass die Auspuffgase beim Verlassen der Ausmündung des Auspuffkanals in die freie Luft sehr lästige üble Gerüche und Kohlenrussmengen verbreiten. Im unmittelbaren Zusammenhange stehen hiermit alle die schädlichen Begleiterscheinungen, dass die Zündungen im Cylinder der Maschine dann und wann versagen oder zu früh erfolgen und in Folge dessen das Ingangsetzen der Maschine manchmal mit den grössten Schwierigkeiten zu kämpfen hat, was man mit „Nichtanspringen der Maschine“ bezeichnet, dass ferner vergastes Erdöl als dichter blauer Dampf oder als schwärzlicher Rauch aus der Ausmündung des Auspuffkanals in den freien Raum tritt, und dass endlich eine Brennstoffvergeudung stattfindet, die in nahezu umgekehrtem Verhältniss zu der dann geringen Arbeitskraft der Maschine steht.

Die Ursachen dieser Uebelstände beruhen in der Unsicherheit, mit welcher bisher die Zufuhr des flüssigen Brennstoffs zur Vergasung, die Vergasung selbst und die Luftzufuhr behufs Herstellung eines guten Explosionsgases geschieht, die es also behindert, dass die Entzündung des Explosionsgases nur und stets dann erfolgt, wenn dasselbe im kleinsten Raum die grösste Dichtigkeit erlangt hat, das ist, wenn der Kolbenrückgang am todten Punkt anlangt, und dass die Verbrennung desselben alsdann eine vollständige ist.

F. Dopp in Berlin (D. R. P. Nr. 89641) bezweckt, die Ursachen der Uebelstände durch unmittelbare augenscheinliche Untersuchungen der Auspuffgase möglichst nahe hinter dem Auspuffventil zu erforschen und nach dem Befunde die Brennstoff- und Luftzufuhr, wie auch die Vergasung selbst zu regeln. Schon das Anbohren des Auspuffkanalkrümmers nahe hinter dem Auspuffventil schafft eine Beobachtungs- und Auslassaussparung für die Auspuffgase in der sonst geschlossenen Kanalwandung, welche dem Beobachtenden ein sicheres Mittel gibt, schnell zu erkennen, ob zu viel oder zu wenig flüssiger Brennstoff in den Vergaser geführt wird, ob letzterer richtig oder mangelhaft arbeitet und ob zu viel oder zu wenig Luft in den Cylinder zur Mischung mit dem Erdölgas eintritt, um von seinem Standpunkt an der Maschine aus, wo die Brennstoff- und Luftzuführungsapparate unter der Herrschaft seiner Hände stehen, während seine Augen jeden Auspuff beobachten, sofort durch entsprechende Verstellungen an den Apparaten die Zufuhren beider Stoffe nach Bedarf und dem Ergebnisse der schnell sich abspielenden augenscheinlichen Prüfungen jeder folgenden Auspuffung zu erreichen, dass die Auspuffgase weder durch Geruch, noch durch das Auge wahrgenommen, also geruchlos und unsichtbar werden. Ist dies erreicht, dann wird mit einer schnellen Bewegung die Kanalaussparung, durch welche jeder Auspuff einen Theil der Auspuffgase dem Beobachtenden vor die Augen führte, geschlossen.

Excentersteuerung für Viertactmaschinen von H. Kramer in Potsdam (D. R. P. Nr. 88698), Fig. 11 und 12. Das Auspuffventil darf bei jeder Umdrehung der Steuerwelle, welche mit der halben Umdrehungszahl der Arbeitswelle läuft, nur während 5/16 jeder Umdrehung offen sein. Der übrige Weg der Steuerwelle bezieh. des auf dieser sitzenden Steuerungstheiles kann nicht nutzbar gemacht werden. Aus diesem Grunde werden meist Nocken- oder Daumensteuerungen angewendet, weil man kein Mittel hatte, ein Excenter mit dem Steuerhebel bezieh. mit den Ventilen zwangläufig so zu verbinden, dass nur während eines kleinen Theiles der Excenterbewegung eine Bewegung der Ventile eintritt. Trennt man aber das Excenter von dem Steuerhebel, so tritt die Gefahr bei schnell laufenden Maschinen ein, dass ein Abheben der Druckflächen der kraftschlüssigen Verbindung von einander und hammerartiges Aufschlagen dieser Flächen aufeinander stattfinden kann und stattfindet.

Dieser Uebelstand ist hier vermieden; der Excenterbügel ist durch ein Zwischenglied mit dem Steuerhebel