Text-Bild-Ansicht Band 303

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zwangläufig verbunden und kann sich bei seiner Bewegung nicht aus dieser Verbindung lösen. Dabei legt sich der Excenterbügel mit dem Zwischenstück bei der Abwärtsbewegung so zusammen, dass sie wie ein Stück arbeiten, während sich die in der Anlage befindlichen Flächen beim Abwärtsgehen von einander abheben. Durch dieses Stützen gegen einander und Entfernen von einander wird nicht etwa ein Stoss hervorgerufen, sondern die Flächen klappen wie die Backen einer Zange zusammen und ihre Berührung findet auf einem Theil des Excenterhubes statt, dessen lineare Geschwindigkeit äusserst gering ist.

Textabbildung Bd. 303, S. 273

In Fig. 11 ist A der Arbeitscylinder, B der Kolben, C die Arbeitswelle, f die Steuerwelle, D das Auspuffventil, p das Erdölventil, a der Steuerhebel mit seinem festen Drehpunkt b. Daraus geht hervor, dass in Folge der Räderübersetzung die Steuerwelle nur eine Umdrehung während zweier Umdrehungen der Arbeitswelle macht. Der doppelarmige Steuerhebel a, welcher um die Achse b schwingt und in der gezeichneten Ausführung zur Verhinderung von seitlichen Kippbewegungen doppelt gestaltet ist, ist an einem Ende mit der Stange c des Auspuffventils, am anderen durch die Stange d und den Daumenhebel e mit dem Erdölzuflussregulirventil p verbunden. Beide Ventile werden durch Federkraft geschlossen. Die Bewegung erhält der Steuerhebel von der Welle f aus, auf welcher der Excenterstein festsitzt. Der Bügel h ist mit einem Auge i und einer Druckfläche k versehen, an welches Auge das gleichfalls mit einer Druckfläche l ausgestattete, an dem Steuerhebel bei m angelenkte Verbindungsstück n angreift. Die Druckflächen k und l berühren sich, wenn das Excenter die Stellung der Fig. 12 einnimmt; bei weiterer Drehung der Steuerwelle f findet Bewegung und somit Oeffnen des Auspuffventils, dagegen Schluss des Erdölventils statt. Steht der Excenterstein in tieferer Stellung, so entfernen sich die Druckflächen von einander und der Steuerhebel bleibt in Ruhe, d.h. das Auspuffventil geschlossen und das Erdölventil geöffnet. Die Feder des Auspuffventils bewirkt gleichzeitig die Rückbewegung des Steuerhebels, da das Excenter nur in einer Richtung mittels der Druckflächen eine Bewegung ausüben kann.

Bei zu schnellem Gange der Maschine wird der Steuerhebel in bekannter Weise durch eine vom Regulator bewegte Klinke beinahe in seiner höchsten Lage abgefangen, so dass derselbe bei der Drehung der Steuerwelle immer noch ein wenig gehoben wird, damit der Regulator während dieser Zeit die Klinke ohne Arbeitsleistung wieder zurückziehen kann. Die Klinke hält den Kopf des Hebels in der oberen Lage fest und das Excenter bewegt sich, ohne dass sich auf dem allergrössten Wege seiner Umdrehung die Druckflächen berühren.

Erdölzuführung und -abmessung.

Eine Erdölzuführungspumpe von W. v. Neudeck in Coswig bei Dresden (D. R. P. Nr. 84407) ist in Fig. 13 und 14 dargestellt. Die Steuerung liegt im Inneren des Cylinders.

Die Pumpe besteht aus dem Pumpencylinder a, in welchem ein durch die Stopfbüchse b abgedichteter Kolben c von d aus bewegt wird. Den Abschluss des Cylinders a auf der der Stopfbüchse entgegengesetzten Seite bildet ein Verschlusstück f, welches mit dem Cylinder mittels Flansches und Schrauben dicht verbunden ist. Dieses Verschlusstück f ist mit den Bohrungen g und h versehen. Die im Inneren des Cylinders liegenden Mündungen dieser Bohrungen g und h werden durch einen „Rundschieber i“, welcher durch eine Feder angepresst wird, überdeckt und wird je nach der Stellung dieses Schiebers, der zwei Bohrungen g und h1 trägt, der Kanal g oder der Kanal h mit dem Cylinder verbunden. Damit der Rundschieber i sich mit dem Kolben c dreht, ist derselbe mit einem viereckigen Schafte k versehen, welcher in eine entsprechende viereckige Bohrung des Kolbens c greift, so dass der Rundschieber i jede drehende Bewegung des Kolbens mitmachen muss, ohne an einer Längsbewegung desselben theilzunehmen.

Textabbildung Bd. 303, S. 273

Von der gezeichneten Stellung aus wird der Kolben c aus dem Cylinder a entsprechend seinem Hube herausgezogen und saugt hierbei durch den Kanal g. Ist alsdann der Kolben in seiner äussersten Stellung angekommen, so wird derselbe durch eine entsprechende Vorrichtung um so viel gedreht, dass die Bohrung h1 sich mit h (Fig. 13) deckt. Alsdann wird der Kolben wieder zurückbewegt und drückt hierbei die angesaugte Flüssigkeit durch den Kanal h. Ist der Kolben dann in seiner inneren Endstellung,