Text-Bild-Ansicht Band 303

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so wird derselbe und damit der Rundschieber i wieder in die Anfangsstellung zurückgedreht und das Kolbenspiel kann von Neuem beginnen.

Um die beschriebene Kolbenbewegung zu bewirken, kann die Pumpe an einem Gestell befestigt sein, so dass die Kolbenstange b durch zwei Lager c1c2 geführt wird. Die Kolbenstange trägt zwei als Anschläge dienende Bunde. Zwischen den beiden Lagern c1c2 umschliesst die Kolbenstange b eine Hülse f, welche dem quadratischen Querschnitt des Kolbens entsprechend durchbohrt ist. In dieser Hülse f sind ferner zwei Schlitze eingeschnitten. Parallel zu der Kolbenstange b ist durch die Lager c1c2 die Zugstange h geführt, welch letztere bei i und k Gabeln trägt.

In der Gabel i sind zwei Schrauben l1l2 eingeschraubt, deren Enden in die Schlitze g1g2 der Hülse f eingreifen.

Aus der in Fig. 14 gezeichneten Stellung wird die Stange h in Richtung des Pfeils verschoben. Die Gabel k verlässt hierbei den Anschlag e2, ohne die Kolbenstange zu bewegen. Die Schrauben l1l2 gehen hierbei durch den schrägen Theil der Schlitze g1g2 und verdrehen dabei die Hülse f und hiermit die Kolbenstange b. Sobald die Schrauben l1l2 den schrägen Theil der Schlitze g1g2 zurückgelegt haben, legt sich die Gabel k gegen den Bund e1 der Kolbenstange b und nimmt letztere in Richtung des Pfeils mit, ohne dass hierbei eine Verdrehung stattfindet. Wird nun die Zugstange h in Richtung des Pfeils bewegt, so erfolgt derselbe Vorgang in umgekehrter Reihenfolge.

Textabbildung Bd. 303, S. 274

An Stelle dieser Einrichtung kann eine andere, welche in gleicher Weise wirkt, und an Stelle des Rundschiebers ein Hahn o. dgl. treten.

Eine ebenfalls ventillose Pumpe mit zwei Kolben wird von der Maschinenfabrik Kappel in Kappel-Chemnitz vorgeschlagen (D. R. P. Nr. 79345), Fig. 15.

Zwei Kolben K1K2, welche in einer gemeinsamen Cylinderbohrung des Cylinders C sich verschieben, dienen zugleich als Steuerungsorgan. Die Bewegung der Kolben erfolgt durch einen in der Führung F gleitenden Schieber S, der durch die Zugstange Z hin und her bewegt wird. Der Schieber S erfasst die Kolben mit seinen gabelförmigen Enden, von denen das eine dicht zwischen die beiden Bunde des Kolbens K1 fasst, das andere zwischen den Bunden des Kolbens K2 Spielraum hat, so dass der Kolben K2 nur in einem Theil der Bewegung des Schiebers S folgt.

In Fig. 15 beginnt sich der Schieber S mit dem Kolben K1 in der Pfeilrichtung zu bewegen, wodurch die Flüssigkeit durch die Zuleitung X angesaugt wird. Der Kolben K2 ist inzwischen stehen geblieben, bis die Gabel von S an seinem inneren Bunde antrifft; in diesem Augenblick hört die Saugwirkung auf und beide Kolben K1 und K2 bewegen sich mit der dazwischen befindlichen Flüssigkeit fort, bis die Bewegung von S umkehrt, zugleich bis vor die Einmündung der Druckleitung Y. Nach erfolgter Umkehr der Bewegung des Schiebers S bleibt der Kolben K2 stehen, durch die Stopfbüchsenreibung gehalten, der Kolben K1 drückt die Flüssigkeit in die Druckleitung und schiebt schliesslich den Kolben K2 mit zurück, worauf das Spiel sich wiederholt.

Um die Pumpe ausser Thätigkeit zu setzen, wird ein durch eine Regulirvorrichtung bethätigter Theil R zwischen die Gabel des Schiebers S und den Bund des Kolbens K2 gebracht, so dass auch der letztere der Bewegung von S ständig folgt. Um ausserdem noch die Möglichkeit zu haben, die Fördermenge zu ändern, kann man den Theil R, wie es an bekannten dergleichen Vorrichtungen schon geschieht, keilig oder abgestuft formen.

Die in Fig. 16 dargestellte Einrichtung von F. Henriod-Schweizer in Biel, Schweiz (D. R. P. Nr. 83362), bezweckt, die zum Vergasen nothwendige Menge Erdöl bei jedem Hub des Einlassventils unmittelbar aus einem Gefässe, ohne Verwendung eines Einstellhahns, einer Pumpe, eines Injectors u.s.w., stets in gleich grosser Menge in den Vergaser eintreten zu lassen. Es kann immer nur die gleiche, vorher genau bestimmte Menge Erdöl eintreten, und zwar auch dann, wenn das Einlassventil durch irgend einen Umstand länger als nothwendig offen bleiben sollte.

Das Erdöl gelangt bei geschlossenem Gemischeinlassventil f aus dem Gefäss a in die Röhre b und von da durch eine in der Führungshülse c für die Ventilstange dd1 des Ventils f befindliche Oeffnung b1 in eine an der Ventilstange dd1 angebrachte Ringnuth e, deren Grösse entsprechend dem Erdölbedarf gewählt ist. Oeffnet sich nun beim Ansaugespiel das Ventil f, so gelangt die Nuth e aus der Führungshülse c heraus und das in der Nuth befindliche Erdöl ergiesst sich über das Ventil f und gelangt in einer kegelmantelförmigen Schicht fein vertheilt in den Vergaser. Zu gleicher Zeit schliesst der über der Nuth e befindliche Theil der Ventilstange dd1 die Oeffnung b1 ab, so dass kein Erdöl aus dem Gefäss a in den Vergaser gelangen kann, wie dies bei anderen ähnlichen Vorrichtungen der Fall ist, bei welchen, so lange das Gemischeinlassventil offen ist, auch Erdöl nachfliessen kann, wodurch dann öfter der Vergaser ganz mit Erdöl angefüllt wird, was namentlich dann der Fall ist, wenn das Ventil f durch irgend einen Umstand sich nicht schliessen kann.

Textabbildung Bd. 303, S. 274

Um bei längerem Stillstande der Maschine ein Durchsickern des Erdöls längs der Ventilstange und der Führungshülse zu verhindern, ist die letztere an ihrem unteren Ende als Ventilsitz ausgebildet und wird durch einen entsprechenden Theil des Ventils f abgeschlossen.

Damit man die Grösse der Ringnuth e entsprechend dem Erdölbedarf beliebig ändern bezieh. den Erdölbedarf genau reguliren kann, ist folgende Einrichtung getroffen. Ueber die eigentliche Ventilstange d1 ist eine Röhre d geschoben, deren unteres Ende in Verbindung mit der Ventilstange d1 die Ringnuth e bildet. Mit Hilfe der Muttern g kann der Abstand dieser Röhre d von dem den gleichen Durchmesser besitzenden Theil der eigentlichen Ventilstange