Text-Bild-Ansicht Band 344

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wünschenswert erscheinen, stehen dekorative in das Glas eingebrannte Bemalungen in mannigfachen Variationen zur Verfügung.

Textabbildung Bd. 344, S. 116

Der Atrax-Würfel als einzelnes Licht-Bauelement ist die genormte Zelle für Lichtbauten jeder Art. Die Abbildungen mögen andeutungsweise ein ungefähres, keineswegs erschöpfendes Bild geben, von der universellen Verwendbarkeit der Atrax-Würfel, sowohl als konstruktive Bauelemente wie als selbstleuchtende Lichtkörper in den Gestaltungen von Leuchtwänden, Leuchtdecken, Leuchtfußböden, Leuchtstufen, Leuchtpodesten, Leuchtfriesen, Leuchtpfeilern, Leuchtumkleidungen und vielen anderen Gebilden. Ein besonders wichtiges Moment für die Praxis ist die äußerst bequeme und umstands-lose Anwendbarkeit des neuen Bauelementes durch die Unkompliziertheit der Konstruktion und die Einfachheit und Leichtigkeit der Montage. Alle diese Eigenschaften empfehlen den Atrax-Lichtbaustein für die verschiedensten Zwecke moderner Raumkunst und Werbekunst, mag es sich um Decken- und Wandbeleuchtungen in Geschäfts-, Wohn- oder Festräumen handeln oder um den Aufbau von Messeständen, Kiosken, ganzen Lichtfassaden etc. oder um Schaufenster-, Laden- und Lichthof-Dekorationen.

Kurz, der Atrax-Würfel in seiner Doppelfunktion als konstruktives Bauelement von hervorragender materieller und formeller Zweckmäßigkeit und zugleich als stimmungsvoller Lichtkörper von bezaubernder Leucht- und Farbenschönheit eröffnet die großartige Perspektive einer neuen zukunftsreichen Licht-Architektur, welche derdpraktischen Erfindungsgabe und der schöpferischen Phantasie des modernen Raumkünstlers die wertvollsten Anregungen bietet und die interessantesten Aufgaben stellt und sie wesentlich erleichtert.

Polytechnische Schau.

(Nachdruck der Originalberichte – auch im Auszuge – nur mit Quellen angäbe gestattet.)

Mikroskopische Untersuchungen über den Einfluß von Phosphor auf das Gefüge geglühten Gußeisens. Wenn Grauguß wiederholten Glühungen und Abkühlungen ausgesetzt und für eine längere Zeit auf einer erhöhten Temperatur erhalten wird; so erfahren seine Eigenschaften, sein Gefüge, seine Abmessungen und sein Gewicht Veränderungen. Seine Abmessungen, ebenso wie sein Gewicht nehmen zu, während sein Gefüge heterogen wird und seine mechanischen Eigenschaften abnehmen, so daß es für den praktischen Betrieb unbrauchbar wird. Diese schlechten Eigenschaften erweisen sich besonders dann als nachteilig, wenn das Gußeisen bei hohen Arbeitstemperaturen verwendet wird. Charpy und Grenet waren die ersten, die sich mit dieser Frage befaßten, und sie schrieben diese Erscheinungen hauptsächlich der Zersetzung des Eisenkarbids entsprechend der Formel Fe3C = 3 Fe + C zu, während Outerbridge aus seinen Arbeiten schloß, daß ein Wachsen nicht stattfindet, wenn das Glühen nicht von einer Abkühlung begleitet ist. Carpenter kam zu dem Ergebnis, daß der Phosphor das Wachsen des Gußeisens langsamer und gleichmäßiger bewirkt, daß der Schwefel wahrscheinlich ohne Einfluß ist, daß das Mangan das Wachsen verlangsamt und dem Silizium entgegengesetzt wirkt, daß der für das Wachsen unentbehrliche Graphit nur indirekt von Einfluß ist und daß der gebundene Kohlenstoff einen nur unbedeutenden Einfluß ausübt. Anschließend an die bisherigen Forschungsarbeiten haben Bazant und Piseck sich eingehend mit der Frage des Einflusses von Phosphor auf das Wachsen von Grauguß befaßt, wobei Glühversuche in einer stark oxydierenden Atmosphäre, mikroskopische Untersuchungen und dilatometrische Untersuchungen angestellt wurden. Die erste Frage bestand darin, zu finden, ob unter Voraussetzung einer hohen Oxydation ein höherer Phosphorgehalt das Wachsen verlangsamt. Diese Frage konnte auf Grund zahlreicher Messungen in positivem Sinne beantwortet werden. Die beiden Probesorten hatten annähernd die gleiche chemische Zusammensetzung und wichen nur im Phosphorgehalt voneinander ab:

C
vH
Graphit
vH
Si
vH
Mn
vH
P
vH
S
vH
Gußeisen I 3,6 2,6 2,2 0,65 0,4 0,03
Gußeisen II 3,67 2,7 2,2 0,60 1,4 0,03

Die mit 20 mm Durchmesser gegossenen Proben wurden auf 15 mm Durchmesser abgedreht und waren 100 mm lang. Sie wurden dann in einem elektrischen Muffelofen auf 900° langsam erwärmt, diese Temperatur 3 h lang aufrechterhalten und