Text-Bild-Ansicht Band 291

Bild:
<< vorherige Seite

und von James Spencer und Co. in Hollinwood bei Manchester gebaute Hobelmaschine besonders eingerichtet.

Während der durch einen Kurbelschlitzhebel bethätigte Stössel schütten in der üblichen Anordnung ausgeführt wird, ist der Aufspanndorn in einem an einem Stellböckchen, in Winkellagen drehbaren Reitstock gestützt, während sein anderes Ende mittels eines Kugelgelenkes in die Nabe des Schneckenrades gekuppelt ist.

Da nun dieses Schneckenrad vermöge einer durch ein Sperrädchen geschalteten Schnecke betrieben wird, so ist der Arbeitsvorgang leicht erklärlich.

Ueber Krempeln zur Herstellung von Halbkammgarnen (Kammgarnimitation).

Mit Abbildungen.

Die Halbkammgarne sind glatte Wollgarne aus mittellangen Wollen, deren Herstellung entweder nach Art der Kammgarne, aber ohne Zuhilfenahme der Kämmaschine erfolgt, oder nach Art der Streichgarne, wobei jedoch die Wolle bei der Uebertragung von der einen Krempel zur anderen eines Krempelsatzes eine Faserkreuzung nicht erfahren darf. Die Halbkammgarne sind daher weniger glatt und fest als Kammgarn, weil sie auch die kürzeren Wollhaare enthalten, aber glatter und glänzender als Streichgarn, dessen Kennzeichen in einer gewissen, durch die Faserkreuzung hervorgerufenen Rauheit besteht.

Textabbildung Bd. 291, S. 33
Eins der bekanntesten bei der Herstellung von Halbkammgarnen nach Art der Streichgarne benutzten Verfahren zur Uebertragung der Wolle von der einen zur nächsten Krempel besteht darin, dass eine Anzahl der auf der ersten Krempel gewonnenen Bänder der nächsten Krempel zur Speisung vorgelegt wird, wobei diese Bänder, dicht an einander liegend, ihrer Länge nach einlaufen. Diese Speisung hat aber den Nachtheil, dass sie eine ungleichmässig dichte Wollschicht liefert.

Klein, Hundt und Co. in Aachen verwenden nach D. R. P. Kl. 76 Nr. 121581) das von der ersten Krempel abgezogene Band zur Speisung der nächsten Krempel in der Weise, dass dasselbe vor den Einführungswalzen mittels Bandführers der ganzen Arbeitsbreite der Krempel nach hin und her geführt wird. Hierbei werden die Fasern jedoch in gekreuzter Lage eingezogen. Zur weiteren Verarbeitung dieses Wollbandes auf der Krempel dient ein Vertheilungs- bezieh. Ausgleichungsapparat, welcher aus einer besonderen Zusammenstellung von Krempelwalzen besteht.

Durch den Bandaufwickler von A. M. Hofmann in Chemnitz (D. R. P. Kl. 76 Nr. 51768), Fig. 1, wird das von einer Krempel gelieferte runde oder flache Band in hin und her gehenden Schraubenwindungen auf eine Trommel so aufgewunden, dass dadurch nach dem Brechen des Pelzwickels auf der Trommel ein zur Speisung der nächsten Krempel der Länge nach vorzulegender Pelz erhalten wird, bei dem die Fasern der Länge der Vorlegerichtung nach liegen und bei dem durch das Hin- und Hergehen des Bandes eine Ausgleichung des Materials in der Breite stattgefunden hat.

Das von der Kammwalze P abgenommene Vliess wird durch einen Trichter t in der Mitte der Krempel zusammengenommen und von dem Druckwalzenpaare w als Band abgezogen. Dieses Band gelangt über das endlose Tuch T zu dem Trichter t1, dem Walzenpaare v und auf die Trommel R. Das Walzenpaar v mit dem Trichter t1 führt über der Trommel R eine hin und her gehende Bewegung aus, so dass sich die Windungen des Bandes dicht an einander oder etwas über einander legen, welche darauf durch die Druck walzen d und e fest auf einander gedrückt werden. Bei dem Hin- und Hergehen des Walzenpaares v folgt auch das endlose Tuch T dieser Bewegung und geht aus der geraden in schräge Stellungen über. Auch könnte die erforderliche Fortrückung dadurch erfolgen, dass die Trommel R hin und her geht. Hat der Pelz auf der Trommel die nöthige Dicke erlangt, so wird derselbe durch eine der bekannten selbsthätigen Vorrichtungen oder aber mit der Hand in der Breite gerissen, im ersteren Fall durch die Klappen k der Trommel, von welcher er durch die Walzen f abgezogen wird. Hinter diesen Abzugs walzen liegen noch die beiden Wickeltrommeln h, mittels welcher der erzeugte Pelz auf eine Walze aufgewickelt wird. Die Druckwalzen d und e halten den aufgerissenen Pelz auf der Trommel R fest, damit er gleichmässig und faltenlos abgezogen wird.

Dieser Apparat ermöglicht, durch beliebige Zahl von Wickellagen dickere öder dünnere Pelze und durch die beliebige Grösse der Trommel Pelze von verschiedener Länge zu erzeugen, um die Speisung der nächsten Krempel ganz beliebig einrichten zu können, ebenso durch dieses mehrfache Aufwickeln eine Ausgleichung des Materials in der Breite und eine vollkommene Melirung zu erhalten.

Mittels des Bandlegeapparates der Sächsischen Maschinenfabrik zu Chemnitz (D. R. P. Kl. 76 Nr. 62007), Fig. 2 und 3, wird zur Vergleichmässigung des Krempelflors aus dem Bande der Vorkrempel die der folgenden Krempel zuzuführende Wollvorlage ohne Faserkreuzung dadurch gebildet, dass ein Bandleger über dem endlosen Lattentisch dieser folgenden Krempel eine wiederkehrende Schiebebewegung sowohl im Sinne der Speiserichtung, als auch quer zur Speiserichtung empfängt, wobei eine allenthalben gleichförmige Bandvorlage mit längs liegenden Spinnfasern entsteht, welche je nach den Geschwindigkeiten des Lattentisches

1)

Vgl. D. p. J. 1883 249 * 252.