Text-Bild-Ansicht Band 291

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also eine Vergleichmässigung stattgefunden hat. Dieses Band wird mittels des Transporttuches quer auf den Zuführtisch c der nächsten Krempel gelegt, so dass die Fasern wieder der Länge nach in die Speiserichtung zu liegen kommen.

C. Starmanns in Aachen bewirkt die Uebertragung des von der Krempel abgenommenen Wollvliesses zur folgenden Krempel dadurch (D. R. P. Kl. 76 Nr. 59649 und 64176), dass das Vliess auf der Kammwalze in einzelnen Rollen spiralförmig aufgewickelt wird, welche auf ein quer vor der Kammwalze umlaufendes Transporttuch gelangen (Fig. 11). Das auf letzterem aus den einzelnen Rollen gebildete Band mit Querfaserlage wird darauf mittels Bandapparates den Speisewalzen der nächsten Krempel quer vorgelegt, so dass die Fasern der Länge nach eingeführt werden.

Textabbildung Bd. 291, S. 36
Bei der in Fig. 11 dargestellten Krempel ist der Hacker a, welcher das Vliess von der Kamm walze K abnimmt, oben an dieselbe verlegt, so dass das Vliess bei der Drehung der Kammwalze zu einer Rolle aufgewickelt wird. Unterhalb der Kammwalze ist ein zweiter Hacker b angebracht, welcher bei jeder Umdrehung dieser Walze das Vliess zweimal durch einige rasch auf einander folgende Schläge unterbricht. Dadurch wird immer ein Vliesstück von der Länge des halben Umfanges der Kammwalze zu einer Rolle umgebildet, welche darauf mittels des Schlägers c von der Walze abgeschlagen wird und durch den Trichter T auf das endlose Transporttuch u fällt. Die Bewegungsgeschwindigkeit des letzteren ist eine solche, dass die Rollen zur Hälfte auf einander fallen; eine Flügelwalze drückt die Vliessrollen flach.

Die Abnahme des Wollvliesses von der Kammwalze lässt sich unter Wegfall des Schlägers ebenfalls dadurch bewirken, dass der Hacker a eine tiefere Lage erhält. Zur Trennung des Vliesses auf der Kammwalze kann der Kratzenbeschlag auch an einer oder mehreren Stellen in der Längsrichtung unterbrochen werden.

Textabbildung Bd. 291, S. 36
In ähnlicher Weise, aber ohne die Vliesstücke in Rollen aufzuwickeln, jedoch unter Bandbildung, führt B. Hufenhäusser in Werdau i. S. (D. R. P. Kl. 76 Nr. 69469) die Uebertragung des Krempelvliesses aus. Das Vliess gelangt von der Kammwalze auf ein endloses Transporttuch C (Fig. 12), welches eine Schwingbewegung um die Achse der Walze P ausführt, in Folge dessen die andere Walze P1 mit dem Tuche C gehoben und gesenkt wird. Unterhalb C befindet sich ein mit feinen Zähnchen besetzter schwingender Schläger F, welcher bei der tiefsten Stellung von P1 mit C an das herabhängende Vliess schlägt, eine bestimmte Länge abreisst und den so gebildeten Streifen auf den sich langsam fortbewegenden Tisch G legt. Mehrere solcher absatzweise auf einander zu liegen kommenden Streifen werden dadurch auf dem Tische G zu einem Bande gebildet, welches, weiter transportirt, der nächsten Krempel vorgelegt wird. Bei der höchsten Stellung der Walze P1 und des Tuches C kann der Schläger zurückgehen, ohne das Vliess zu berühren.

Der Apparat zur Längsspeisung bei Streichgarnkrempeln von O. Schimmel in Chemnitz (D. R. P. Kl. 76 Nr. 58660), Fig. 13, ermöglicht die Materialübertragung zwischen beiden Krempeln mit Pelzen, wobei die Krempelvliesse ohne Bandbildung und ohne Vliesskreuzung dadurch vergleichmässigt werden, dass der aus dem Flor der Vorkrempel mittels eines Querlegetisches erzielte Pelz in Theilstücke von einer mit der Arbeitsbreite der nächsten Krempel übereinstimmenden Länge zerlegt wird, und dass diese Theilstücke in der Richtung der Wollhaare dieser Krempel zugeführt werden; beide Krempeln können daher unabhängig von einander arbeiten.

Textabbildung Bd. 291, S. 36
Der von der Kammwalze K abgekämmte Flor wird von einem endlosen Tragtuch T aufgenommen und zwischen zwei endlose hin und her schwingende Tücher T1 geleitet, um durch deren Bewegung auf dem darunter befindlichen, aber quer laufenden endlosen Lattentuch A in bestimmter Breite aufgeschichtet zu werden, wobei zwei Walzen b die einzelnen Schichten festdrücken. Die durch die Fortbewegung des Tuches A auf demselben gebildete mehrfache Florschicht wird dann unter Druck seitens der Walze d auf die Trommel L gewickelt. Ist der auf dieser Trommel erzeugte Pelz genügend stark, so kann derselbe z.B. durch Aufklappen eines Theiles des Trommelumfanges zerrissen und von Walzen a in einen Fangkasten übergeführt werden; die Bewegungen erfolgen selbsthätig. Da die Trommel L einen Umfang gleich der Tischbreite der nächsten Krempel besitzt, so entstehen Pelzstücke, deren Länge genau der Breite der nächsten damit zu speisenden Krempel entspricht. Fig. 14 stellt die gesammte Einrichtung schematisch dar und lässt erkennen, wie das aus dem Fangkasten