Text-Bild-Ansicht Band 291

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etablirte Mr. Edison ausgedehnte Strossenbaue, mit welchen arme und reichere Erze ungetrennt abgebaut und auf denen grossartige Sprengeffecte erreicht werden. Vom Fusse der Strossen im Tagebaue fördern Hängebahnen die Erze nach in Kilometerentfernung von da aufgestellten Backenbrechern in täglichen Mengen von bis zu 1000 Grosstonnen.

Gewinnungs- und Transportkosten sind hier zweifellos bis auf einen Mindestbetrag herabgebracht; beiderlei Kosten zusammen sollen einen Tonnenpreis von 20 Cts. frei Brecherstation ergeben. Die Anlage ist neuerdings noch verbessert und erweitert worden, Beweis der guten Meinung von ihrer künftigen Ertragsfähigkeit, welche Mr. Edison hegt.

Nahe Brewster, N. Y., geht auf den Crotongruben ebenfalls Strossenbau um, doch unter günstigeren Gehaltsverhältnissen als bei Ogden: Die Crotonerze enthalten 37 bis 42 Fe neben 0,50 bis 0,80 S. Die Kosten der Förderung und des Vorbrechens der Erze bis auf 70 mm Korngrösse stellen sich daselbst für die Tonne auf 52 Cts. Der Schwefelgehalt macht vor weiterer Zerkleinerung eine Röstung der Erze nöthig.

Die Förderkosten aus den Tief bauen der Port Henry-Gruben, N. Y., belaufen sich auf 75 Cts. für die Tonne. Der Tagesversandt dieser Gruben umfasst durchschnittlich 1200 t im Förderzustande und 100 bis 200 t aufbereitetes Gut.

Textabbildung Bd. 291, S. 69
Fast stets werden die aufzubereitenden Erze in den Vereinigten Staaten im Trockenzustande zerkleinert; kommen sie nass zur Aufbereitungsanlage, so trocknet man sie vorher.

Zur Zeit bedient man sich zweier Arten von Trockenapparaten: des Krom'schen Ofens (Fig. 1) und des schrägen Cylinders. Der erstere umfasst eine Reihe über einander angeordneter, schräg gestellter Platten, auf denen das Erz ruht und von denen es von einer zur anderen, sich wieder ergänzend von oben her, gleitet, wenn von der unteren getrocknetes Erz über die bewegliche Rutsche in die vorgestellten Wagen entnommen wird. Bei einer Plattenlänge von 1350 mm können in diesem Ofen stündlich bei 8 t Erze geglüht werden, wenn ihre Stückgrösse die gewöhnlichen Macadamschotters nicht übersteigt.

Der schräg gestellte Cylinder eignet sich mehr zum Trocknen von Erzen feinerer Körnung, als der Krom'sche Ofen. Bei den Bensongruben, N. Y., steht ein solcher Cylinder von 48 Fuss Länge bei 6 Fuss Durchmesser in Benutzung; er liefert täglich 500 bis 600 t trockene Erze. Aus 10-mm-Blechen gefertigt, ist er mit Eisengussringen gebunden; auf denen er sich minutlich etwa viermal um sich selbst dreht; die Neigung, unter welcher er aufgestellt ist, beträgt 4 auf 1000. In seinem Innern sind sechs Winkeleisen der ganzen Länge nach festgenietet, durch welche bei seiner drehenden Bewegung ein Durcheinanderwerfen des Inhalts bewirkt wird. Am Fusse des Cylinders ist eine 6 × 10 Fuss messende Feuerung angeordnet, welche täglich gegen 5 t Kohlen erfordert und deren Verbrennungsproducte beim Durchstreichen des Apparates seinen Inhalt trocknen. Dieser Apparat arbeitet ökonomisch.

Die dem Erze behufs Separirung zu gebende Korngrösse hat der darin enthaltenen Magnetitkörner zu entsprechen. Die Magneteisenerze sind ausnahmslos mehr oder weniger feinkörnig krystallinisch, und es ist erforderlich, die kleinen Krystalle ohne weitere Zerstörung ihrer selbst von einander zu lösen. Bis zu welchem Feinheitsgrade das Korn hierbei herabgebracht werden muss, ist durch praktische Versuche an den einzelnen Erzsorten festzustellen; die richtige Korngrösse allein verbürgt den Erfolg der Separirung.

Man befolgt bei der Zerkleinerung in den Vereinigten Staaten zweierlei Methoden: die directe, in einer ununterbrochen durchgeführten Arbeit, und die stufenweise, in drei- bis fünfmaliger Wiederholung mit verschiedenen Maschinen; letztere Methode ist die gewöhnlichere; man bedient sich dabei der Backenbrecher und der Brechwalzwerke. Die ersteren sind unter verschiedenen Modifikationen nach Blak's System construirt. Brecher mit rotirender Spindel folgen mehr oder weniger streng der Construction der Gate'schen Mühle und zeichnen sich durch grosse Leistungsfähigkeit bei verhältnissmässig geringem Kraftbedarf aus.

Die Gate'sche Mühle besteht aus einem innen mit Hartgussegmenten besetzten Trichter, in welchem eine geschmiedete Stahlspindel rotirt, die einen Hartgusskonus trägt, der den Segmenten im Trichter entspricht. Der Apparat arbeitet continuirlich. Erfahrungsgemäss sind die ab und zu nöthig werdenden Reparaturen zeitraubender und beanspruchen eine grössere Geschicklichkeit, als die an einem Backenbrecher vorkommenden. Eine Gate-Mühle mit drei Ausläufen, 250 × 500 mm gross, kann stündlich 30 t Erz auf 60 mm Korngrösse zerkleinern und erfordert dazu 30 bis 40 .

Betreffs der Einrichtung der Starte van t- Mühle verweisen wir auf 1890 275 * 457 und bemerken nur, dass im vorliegenden Fall die rotirenden Cylinder während des Betriebes 38 mm in das Gehäuse A hineinreichen und das Gitter auf 18 mm überdecken.

Textabbildung Bd. 291, S. 69
Das zu mahlende Gut wird in 70 mm Korngrösse eingetragen; die Mühle muss fortwährend gefüllt erhalten werden.

Eine 20zöllige Sturtevant-Mühle erzeugt bei 870 Touren