Text-Bild-Ansicht Band 291

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war. Der Dampf zum Betriebe des Pulsometers wurde durch die Röhre f zugeführt. Das Ausschöpfen der durch den Pulsometer mit zugesetztem und noch zusetzendem Schachtwasser gefüllten Thoncylinder geschah durch die Schöpfeimer g an den Drahtkabeln h über die Rollen i im Bohrthurm durch Dampfmaschinen, wie sie gerade zu Gebot standen. Ein Wasserzusatz bis 1500 l in der Minute lässt sich bis 400 m durch diese Einrichtung leicht bewältigen, da man 3 bis 5 cbm Wasser in der Minute heben kann. In vielen Fällen wird man es also in der Hand haben, mit Hilfe dieser Vorrichtung einen nassen Senkschacht behufs Abteufung von der Sohle aus frei zu machen.

Eine interessante Tiefbohrung ist bei Scranton, Nordamerika, 20 cm weit, 119 m tief, statt mit einer Diamantbohrung durch Rotirung von Stahlschrotkörnern in einem Ringkanal niedergebracht, was in dem amerikanischen hard pan gewiss angängig ist, doch in Europa nur mit grosser Vorsicht versucht werden dürfte.

Ueber eine artesische Brunnenbohrung bei Galveston, Texas, Nordamerika, ist neuerdings eine etwas unklare Notiz durch die Blätter gelaufen. Im Eingang derselben ist die Tiefe mit 915 m angegeben, während später von einer erbohrten Tiefe von 936,580 m gesprochen wird. Die Bohrung soll die Wasserschicht, welche aus Tiefen von 250 bis 410 m durch 13 artesische Brunnen die Stadt mit für häusliche Zwecke ungeeignetem Wasser versieht, verfehlt haben, scheint aber auf gutes Wasser trotz der Aufwendung von 5000 Dollar auch nicht getroffen zu sein. An Rohrweiten sind angegeben: auf 17 m Tiefe viereckige Verrohrung von 550 mm Seitenlänge des Querschnittes; darin und bis 265 m Tiefe ein Rohr von 375 mm lichter Weite; dann bis 366 m ein Rohr von 300 mm Weite; ferner bis 720 m ein 225 mm weites Rohr; schliesslich eine viereckige Verrohrung von 125 mm Seitenlänge des Querschnitts bis zu 936,580 m Tiefe. Es ist leider nicht angegeben, wie die viereckige Verrohrung auf diese Tiefe eingebracht ist.

Textabbildung Bd. 291, S. 80
Eine Bohrgesellschaft „Gustavshall“ hat sich in der Provinz Hannover gebildet, um auf Kalisalze zu bohren. Die Bohrungen haben bereits in den Bezirken Wehmingen, Wirringen und Bolrum (Kreis Hildesheim) begonnen.

In Bezug auf das Stollenbohren ist die Stollenbohrmaschine von J. Fitz in Myslowitz, O. S. (D. R. P. Nr. 67795 vom 12. Juni 1892), Fig. 8, sehr beachtenswerth.

Die Bohr- bezieh. Schrämwerkzeuge a drehen sich ausser um ihre eigene Achse b noch um eine allen gemeinschaftliche Achse c. Die gallische Kette d übermittelt die Bewegung auf die Werkzeuge. Der Wagen e trägt den Motor, der durch Elektricität, aber auch durch Dampf oder Pressluft betrieben werden kann. Das Schneckenrad f übermittelt den selbständigen Vorschub des Wagens mit dem Bohrgeräth je nach Fortgang der Bohrung. Man bohrt in einer Stunde 2 m Kohle im Durchmesser 3 m tief, wobei die gebrochene und geschrämte Kohle mit Hand oder mit Transportbändern aufgeräumt werden kann.

Textabbildung Bd. 291, S. 80
Der oben unter 10) als Ausstellungsobject in Chicago aufgeführte elektrische Gesteinsbohrer von R. M. Jones, Salt Lake City, Utah, der sich bereits bewährt hat, lässt sich besonders gut auf den Dreifüssen von Ingersoll oder Rand montiren. Für Arbeiten unter Tage werden verschiedene Gleichströme von 125, 250 oder 500 Volt angewandt. Bei einer Probe sind mit 224 Volt und 10 Ampère, also mit etwa 3 , im harten schwarzen Kalk ein Bohrfortschritt von 15 cm in der Minute erreicht. Der Apparat ist bei eigenem Gewicht von nur 125 k im Stande, auf 60 m in jeder Bohrrichtung Bohrkerne von 25 mm Stärke zu erbohren.

Ein anderer elektrischer Gesteinsbohrer ist von William A. G. Birkin in Nottingham, England, erfunden und hat das amerikanische Patent Nr. 494053 vom 21. März 1893 erhalten.

Am 25. Juli 1893 wurde in dem Salzbergwerke Ischl von der Firma Siemens und Halske eine Versuchsbohrung mit elektrischem Betriebe mittels einer Maschine von dieser Firma und einer umgeänderten nach Harrisson angestellt. Der Apparat von Siemens und Halske war nur 16 k schwer und arbeitete mit etwa 1 . In zähem und festem gypsigen Haselgebirge wurden 75 cm Bohrlänge in 5 Minuten erbohrt.

Ein neuer Gesteinsdrehbohrer für Dampfbetrieb ist von Thomas F. Farrell in Paterson, N. Y. (Amerikanisches Patent Nr. 489471 vom 10. Januar 1893), erfunden.

Eine Gesteinsbohrmaschine mit stossendem Werkzeug und die Steuerung bewirkenden Arbeitskolben von Rud. Meyer in Mühlheim a. d. Ruhr (D. R. P. Nr. 62028 vom 17. Juli 1891) ist in Fig. 9 dargestellt.

Am Umfange des Arbeitskolbens a sind gleichmässig Zu- und Ableitungskanäle b und c angebracht. Der Cylinder d besitzt einen ringförmigen Zuströmungskanal e, sowie mehrere Auspufföffnungen f. Die schraubenförmig gewundene Spindel g bewirkt durch ein Zahnrad und Klinken die Umsetzung des Bohrers während der Arbeit. Der Bohrer kann aber nötigenfalls durch eine Handhabe seine Umsetzung erhalten.

Die Bremsvorrichtung an Gesteinsbohrmaschinen von Carl Aug. Chaineux in Aachen (D. R. P. Nr. 60436 vom 21. März 1891), Fig. 10, beruht darauf, dass der den Bohrer tragenden Schraubenspindel a das Schneckenrad b