Text-Bild-Ansicht Band 291

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als Mutter dient. Diese kann durch mehr oder weniger tiefes Einpressen des Keiles c zwischen die in dem Schneckenrad b liegenden Bremsbacken d und e mehr oder weniger stark gebremst werden, wodurch ein mehr oder weniger starker Druck des Bohrers auf das Gestein ausgeübt wird.

Amerikanische Erfindungen sind noch folgende:

Streckenbohrer von James F. Butler in Scranton, Pa. (Amerikanisches Patent Nr. 489246 vom 3. Januar 1893).

Klaue für Gesteinsbohrmaschinen von H. Macomber in Chicago (Amerikanisches Patent Nr. 490152 vom 17. Januar 1893).

Vorgelege für Streckenbohrer von Martin Hardsoog in Ottumwa, Iowa (Amerikanisches Patent Nr. 493381 vom 14. März 1893).

Minirmaschine von Frank N. Slade in Columbus, Ohio (Amerikanisches Patent Nr. 493659 vom 21. März 1893).

Die Handbohrmaschine System Thomas (D. R. P. Nr. 67123), deren Vertrieb in den Händen der Firma Albert François Seraing in Belgien liegt, ist auf der Zeche Ewald bei Herten in Westfalen erprobt worden, wobei zwei Maschinen Thomas in 22 Arbeitstagen mit 9 Mann 60,50 laufende Meter, für 40,12 M. das laufende Meter abgebohrt haben, während 11 Handarbeiter in 23 Arbeitstagen nur 30,50 laufende Meter, für 43,31 M. das laufende Meter schaffen konnten; die Maschinenleistung beträgt mithin reichlich das Doppelte der Handarbeit.

Textabbildung Bd. 291, S. 81
Die genaue Beschreibung dieses Apparates befindet sich in der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1893 Nr. 23 S. 287.

Dieselbe Nummer dieses Blattes macht auf den Besatzausstecher von Franz Kühn in Lehesten i. Th. aufmerksam, der bestimmt ist, im Bohrloch versagt habende Sprengstoffe gefahrlos zu entfernen.

In Nr. 19 des genannten Blattes vom 13. Mai 1893 theilt Franz L. Tirmann, Elektrotechniker der Dynamitgesellschaft Nobel in Wien seine dahin gehenden Versuche mit, dass beim Besatz von Sprengbohrlöchern darauf geachtet werden müsse, dass sich die Kraftleistungen des Dynamites nicht gegenseitig aufheben. Es bliebe z.B. eine Stahlplatte, die von beiden Seiten mittels gleichzeitig vermittelter elektrischer Zündung durch zwei gleich starke Dynamitpatronen angegriffen würde, völlig intact.

Schliesslich sei noch auf die sehr gründliche Arbeit Schrader's zu Eisleben: „Die neueren Fortschritte bei der Anwendung von Gesteinsbohrmaschinen und die Versuche mit kleinen Schrämmaschinen beim Mansfelder Kupferschieferbau“ in der Zeltschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im preussischen Staate, 1893 Bd. 41 Heft 2 S. 110 (vgl. D. p. J. 1893 287 303. 1891 279 57. 1890 276 267) aufmerksam gemacht.

Ueber die Herstellung von Schnuren, Litzen, Seilen u. dgl.

Von H. Glafey, Ingenieur in Berlin.

(Fortsetzung des Berichtes S. 58 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Zur Herstellung von Seilen, die sich bei gleicher Elasticität, wie sie anderen Seilen eigenthümlich ist, besonders durch grosse Feuersicherheit auszeichnen, haben William James Crowe, Herbert Thomas Philipps und William John Betts in London im englischen Patent Nr. 19642 A. D. 1890 ein Verfahren angegeben, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass die Litzen in folgender Weise gebildet werden.

Aus Asbest werden zunächst eine Anzahl Garne gesponnen und diese zu einer Seele b zusammengedreht (Fig. 32, 33). Ist dies geschehen, so wickelt man um die gedrehte Seele Draht c und sichert so die Lage der Garne in der Seele. Ueber die Drahtwindungen c endlich bringt man eine Lage von Garnen d, welche aus Hanf hergestellt sind, der durch Imprägniren feuersicher gemacht ist.

Seile, welche nach diesem Verfahren hergestellt sind, werden, sobald sie dem Feuer ausgesetzt werden, höchstens kohlen, die Seelen aber, welche durch die Drahtwindungen gehalten werden, werden ihren Zusammenhang nicht verlieren, und es können deshalb die Seile besonders für Theaterzwecke, Rettungs- und Hausleitern, sowie Aufzüge u.s.w. Verwendung finden.

In Fällen, wo die Unverbrennbarkeit nicht erforderlich ist, kann man die Asbestseelen durch Kautschuk ersetzen.

Textabbildung Bd. 291, S. 81
Trossen, Leinen u.s.w., welche sich auf dem Wasser treibend erhalten, sind bereits im J. 1877 von A. D. Leday in San Francisco in dem amerikanischen Patent Nr. 198031 in Vorschlag gebracht und dieser Vorschlag ist in neuester Zeit von Joh. T. Haase in Deichshausen, Oldenburg, wieder aufgenommen worden. Letzterer stellt schwimmende Trossen, Leinen u.s.w. in gleicher Weise wie der erstgenannte Erfinder, und zwar folgendermaassen her: Die Litzen werden aus Garnen b gebildet, welche um eine Seele gruppirt sind, die aus einem mit Korkpulver gefüllten Schlauch a (Fig. 34) aus Hanf oder Baumwolle hergestellt ist. Sollen mehrere Litzen zu einem Seil geschlagen werden, so empfangen nicht nur die Litzen eine Seele der vorbezeichneten Art, sondern auch für das Seil selbst ist eine solche vorgesehen, wie Fig. 35 erkennen lässt. Werden die Seile durch Flechten und nicht durch Drehung gewonnen, so wird in gleicher Weise verfahren (Fig. 36); bei ganz dünnen Leinen jedoch fällt die Seele fort und es werden die