Text-Bild-Ansicht Band 291

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Während die Form Fig. 2 für zweipolige Motoren dient, zeigt Fig. 4 die Magnetkern Scheiben für vierpolige Motoren. Eine andere Form dieser letzteren Art wird dadurch gewonnen, dass man die Scheiben nach den punktirten Linien der Fig. 2 ausstanzt und zwei getrennte Feldmagnete benutzt.

Textabbildung Bd. 291, S. 110
Nach einer neueren Erfindung Joel's werden die Kerne sowohl der Feldmagnete, als auch der Anker aus dünnem, weichem Eisendrahte bester Gattung hergestellt. Der Rahmen und die Feldmagnetkerne mit Polen und Polstücken werden aus weichem, feinem Eisendraht hergestellt, der entweder in geeigneter Menge und Weise auf eine passende Form von der gewünschten Gestalt, oder als flacher Ring, oder als Spule von geeigneter Form gewickelt wird; im letzteren Falle wird dann durch Pressung die endgültige Gestalt des Kernes hervorgebracht. So z.B. wird, um einen geschlossenen Rahmen von der Form in Fig. 2 herzustellen, erst ein flacher cylindrischer Ring aus Eisendraht gewickelt und dann die Rolle über eine Form gepresst, oder zwischen Formen. ⋃-formige Magnetkerne werden erzeugt, indem man eine Ringspule auf sich selbst verdoppelt und dann formt. Diese Herstellungsweise bietet den Vortheil, dass weitere Bearbeitung nicht nothwendig ist.

Textabbildung Bd. 291, S. 110
Die Anker, auch die in Form des gezahnten Pacinotti-Ringes, werden in gleicher Weise hergestellt; der ringförmig aufgewickelte Eisendraht erhält durch Bearbeiten zwischen gezahnten Rollen die nöthigen Hervorragungen, welche alle aus einem zusammenhängenden verzahnten Rade aus Eisendraht bestehen, das bereit ist, die den Strom leitende Wickelung aufzunehmen. Die Anwendung sowohl der dünnen Blechscheiben, als auch des schwachen Drahtes bezweckt die möglichst grösste elektromagnetische Wirkung bei möglichst geringer magnetischer Trägheit.

Diese Motoren werden von Henry F. Joel und Co. in verschiedenen Formen und für die verschiedensten Zwecke ausgeführt. Fig. 5 zeigt einen solchen mit Magnetkernen von der Form Fig. 2, die auf der Grundplatte befestigt sind. Der ebenfalls aus gestanzten Blechscheiben bestehende Ankerkern hat Pacinotti's zahnförmige Hervorragungen in ungleichen Abständen auf dem Umfange vertheilt, damit alle todten Punkte vermieden und die Umdrehungsrichtung bestimmt wird. Die Ankerwelle läuft in zwei konischen Lagern, deren Ständer Oelbehälter bilden. Der Anker hat zusammenhängende Wickelung; die Feldmagnete haben getrennte Spulen. Die Bürsten bestehen aus Kohle.

Ein derartiger Motor von etwa 39 k Gewicht macht bei Belastung 1000 Umdrehungen in der Minute und leistet etwa ½ ; seine Leistung und Geschwindigkeit sind durch einen veränderlichen Widerstand zu regeln.

Textabbildung Bd. 291, S. 110
Fig. 6 zeigt einen vierpoligen Motor, dessen Magnetkerne nach den punktirten Linien der Fig. 2 hergestellt sind, zum Betriebe eines kleinen Aufzuges, z.B. als Speisenaufzug, Actenaufzug u. dgl. Beträchtliches Drehungsmoment war nöthig und für einen kleinen Motor ist seine Kraft gross. Derselbe kann über 50 k heben, die Ankerwelle macht 800 Umdrehungen in der Minute; die nöthige Uebersetzung ist mittels Schnecke und Schneckenrad hergestellt. Der Motor kann rechts oder links umlaufen. Damit der Motor bei verschiedenen Belastungen laufen kann, ist ein Stromsammlerumschalter angebracht, dessen elektrische Verbindung und Bestimmung aus dem Schema Fig. 7 zu ersehen ist. Diese sowohl für Wechsel- als auch Gleichstrommotoren angewendete Verbindung ist folgende: Der Umschalter hat zwei Reihen von Contacten in einem inneren und einem äusseren Ringe. Ersterer besteht aus zwei Hälften, von denen eine durch die Feldmagnetspulen mit der Batterie (oder Dynamo) B verbunden ist. Der äussere Ring besteht aus mehreren Abschnitten, die paarweise mit einer Widerstandsspule verbunden sind. Das eine Ende dieser unter sich verbundenen Spulen ist am Umschalter mit dem Anker des Motors M verbunden, der mit seinem anderen Ende mit der Mitte des Umschalterhebels in Verbindung steht. Dieser Hebel trägt zwei gegen einander isolirte Reibungscontacte; der an dem einen Ende vermittelt die Verbindung zwischen dem inneren