Text-Bild-Ansicht Band 291

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Ringe und einem der Contacte des äusseren Ringes, der an dem anderen Ende verbindet einfach nur das eine Ende des Ankers, oder die eine Bürste mit einer der Hälften des inneren Ringes, je nachdem der Umschalterhebel gestellt wird. In der in Fig. 7 gezeichneten Stellung verbindet der Umschalterhebel die Batterie B mit einer der Bürsten des Ankers und das eine Ende der Feldmagnetspulen (deren anderes Ende mit dem zweiten Pole der Batterie verbunden ist) durch alle Widerstände mit der anderen Bürste des Motors M. In dieser Stellung geht der Motor langsam in der einen Richtung (rückwärts); soll er schneller laufen, so wird der Schalthebel so gedreht, dass er die Widerstandsspulen nach Bedarf ausschaltet. Soll der Motor vorwärts laufen, so muss der Schalthebel zurück auf Langsam, dann auf Halt und zuletzt auf die andere Seite der Contacte gedreht werden, wodurch die Ankerverbindungen umgekehrt und die Batteriepole an den Bürsten gewechselt werden, und zwar ohne den durch die Feldspulen gehenden Strom umzukehren.

Bei Anwendung dieses Motors zum Aufzugbetriebe ist noch eine Einrichtung zur Bewegung des Umschalterhebels getroffen; eine Kette bewegt da nämlich den Umschalterhebel mit Hilfe eines Räderpaares, so dass ein Weg von 610 mm der Kette die gewünschte Drehung des Schalthebels hervorbringt.

Textabbildung Bd. 291, S. 111
Der in Fig. 8 abgebildete kleine Motor von etwa 1,86 k Gewicht ist mit einem aus Draht hergestellten, einem Pacinotti-Ring ähnlichen Anker mit Trommelwickelung und ebenfalls aus Draht hergestelltem Magnete versehen; er eignet sich besonders für kleinen Kraftbedarf, wie z.B. zum Betrieb von Nähmaschinen, Bohrmaschinen für Zahnärzte, kleine Ventilatoren u.s.w.

4) Meston's Wechselstrommotor (vgl. 1891 279 * 104) ist ebenfalls für kleinen Kraftbetrieb bei langsamem Laufe bestimmt; er ist selbstangehend und selbstregulirend und kann je nach Bedarf mit verschiedenen Geschwindigkeiten arbeiten. Derselbe wird nach zwei verschiedenen Modellen angefertigt, in dem einen ist die Wickelung für Stromkreise mit 50 bis 52, im anderen für 100 bis 104 Volt eingerichtet. Die Uebersetzung von der Motorwelle, welche 2000 bis 2500 Umdrehungen in der Minute macht, ist so gewählt, dass die Betriebswelle 200 bis 280 Umdrehungen in der Minute erhält. Bei grösserem Kraftbedarf werden zwei auf derselben Grundplatte angeordnete Motoren durch die Vorgelegetriebe mit der gemeinschaftlichen Betriebswelle gekuppelt. Damit aus den mit Selbstölung versehenen Lagern der Ankerwelle kein Gel verspritzt wird, befindet sich in jedem Lager ein kleiner Oelbehälter, welcher mit Baumwolle oder Filz gefüllt ist, vollständig mit Gel gesättigt wird und einen sanften Druck gegen die untere Seite der Welle ausübt, welche auf diese Weise genügend geschmiert wird. Die arbeitenden Theile des Motors sind in ein polirtes, schwarz angelassenes Bronzegehäuse eingeschlossen, welches gleichzeitig die Lager der Anker welle bildet. Die beiden Stirndeckel desselben sind leicht abzunehmen, so dass die inneren Theile leicht zugänglich und der Anker leicht herauszunehmen ist, ohne dass die Drahtverbindungen gelöst werden müssten. – Durch Verschiebung des in Fig. 9 und 10 sichtbaren Knopfes kann die Geschwindigkeit des Motors geändert oder die Umdrehungsrichtung umgekehrt werden. Fig. 9 zeigt nach dem Londoner Electrical Engineer, 1893 Bd. 11 * S. 564, einen einfachen, Fig. 10 zwei gekuppelte Motoren.

Textabbildung Bd. 291, S. 111
Textabbildung Bd. 291, S. 111
5) Die Westinghouse Electric Co. in Pittsburg (vgl. 1891 279 * 105; 1892 285 * 101) nimmt in den Vereinigten Staaten von Nordamerika eine hervorragende Stelle auf dem gesammten Gebiete der Elektrotechnik ein und hatte sich dementsprechend an der Weltausstellung in Chicago betheiligt. – Nach dem Londoner Electrical Engineer, 1893 Bd. 12 * S. 150, hatte die Gesellschaft einen grossen Theil der elektrischen Beleuchtung übernommen und zu diesem Zweck zwölf Dynamo von je 1000 in Betrieb, ausserdem an Erregern und anderen Maschinen noch etwa 1000 . – Von obigen zwölf Maschinen waren sechs mit Westinghouse's schnellgehenden Dampfmaschinen unmittelbar gekuppelt, während die übrigen sechs durch Dampfmaschinen anderer Fabriken mittels Riemen angetrieben wurden. Eine ungeheure Corliss-Maschine betrieb zwei dieser letzteren Dynamo, die beiden Betriebsriemen liefen auf derselben Riemenscheibe, einer auf dem anderen: die grösste derartige Uebertragung, jede derselben kann 15000 Lampen von je 16 Kerzen speisen. Der Anker besteht aus zwei neben einander befestigten Ankern, er ist 2,44 m hoch; bei 200 Umdrehungen in der Minute wird ein Strom von 2000 Volt erzeugt. Diese Dynamo sind selbstregulirend mit Hilfe von Spulen, deren besondere Aufgabe darin besteht,